Die Versuchung ist groß: Das Honor Magic V5 kostet ohne Vertrag so viel wie ein ordentlicher Urlaub, verteilt auf zwei Jahre wirkt die monatliche Rate plötzlich handlich. Ein Vertrag schiebt die Rechnung nur in die Zukunft, und der Tarif, den man gleich mitbestellt, ist selten der günstigste. Wer die Zahlen einmal nebeneinanderlegt, bekommt ein anderes Bild. Genau das machen wir jetzt, Schritt für Schritt und ohne Marketinggewäsch.

Warum der Vertrag auf den ersten Blick so verlockend wirkt

Das Honor Magic V5 ist ein faltbares Smartphone, das technisch anspruchsvoll und entsprechend teuer in der Herstellung ist. Kein Hersteller verschenkt so ein Gerät, daher locken Anbieter mit einer monatlichen Rate, die sich nach einem kleinen Betrag anfühlt. Einmalig 1 Euro oder 49 Euro für das Telefon, dazu ein Tarif mit viel Datenvolumen, und schon zieht man los. Im Alltag fühlt sich das nach einem guten Deal an, weil man den Gesamtpreis nicht auf dem Kontoauszug sieht.

Das Problem: Der Tarif ist fast immer ein hochpreisiges Päckchen, das Sie so nicht gebraucht hätten. Das Gerät wird über die monatliche Grundgebühr mitfinanziert, und zwar mit einem Zins, den der Anbieter nicht ausweist. Sie bezahlen also nicht nur das Telefon, sondern auch einen überteuerten Tarif, der nach zwei Jahren immer noch den gleichen Preis hat, obwohl das Magic V5 längst abbezahlt ist.

Ein Zahlenbeispiel, das die Kosten entlarvt

Wir nehmen keine echten Tarifdaten, weil die sich alle zwei Wochen ändern, aber das Prinzip ist immer dasselbe. Angenommen, das Honor Magic V5 kostet im freien Handel um die 1.800 Euro. Ein Vertragspaket könnte so aussehen: 1 Euro für das Gerät, dafür 89 Euro monatlich über 24 Monate. Das macht in Summe 2.137 Euro. Ein vergleichbarer Tarif ohne Telefon, mit ähnlichem Datenvolumen und 5G, bekommen Sie für rund 25 Euro im Monat. Über zwei Jahre also 600 Euro für den Tarif plus 1.800 Euro für das Telefon, macht 2.400 Euro. Auf den ersten Blick teurer als der Vertrag.

Jetzt kommt der Haken: Den 25-Euro-Tarif können Sie nach einem Jahr wechseln oder noch günstiger bekommen, während Sie im Vertrag zwei Jahre an den 89 Euro festhängen. Zudem ist der Tarif im Kombivertrag oft mit Extras vollgestopft, die Sie nicht brauchen, Vielflieger-Optionen, Musikstreaming, Cloudspeicher. Die Differenz schrumpft also, und in vielen Fällen dreht sie sich sogar, wenn Sie bereit sind, zehn Minuten auf dem Vergleichsportal zu verbringen.

💡 Tipp: Rechnen Sie immer die Gesamtkosten über 24 Monate aus: Gerätepreis plus Tarifkosten. Nur so lassen sich Angebote fair vergleichen.

Was ein guter Vertrag für das Honor Magic V5 leisten muss

Ein Vertrag kann trotz allem sinnvoll sein, wenn er zu Ihrem Nutzungsverhalten passt und Sie nicht nur die Subvention, sondern auch die Leistung bewerten. Entscheidend sind drei Punkte:

  • Datenvolumen: Ein Foldable wie das Honor Magic V5 lädt große Inhalte, oft unterwegs auf dem ausgeklappten Display. 10 GB klingen viel, sind es aber nicht, wenn Sie Videos streamen oder das Gerät als Hotspot nutzen. 20 GB oder mehr geben Ihnen Luft, ohne dass Sie am Ende des Monats gedrosselt werden.
  • 5G ohne Drossel: Das Magic V5 unterstützt alle aktuellen 5G-Bänder, aber viele Tarife bremsen die Geschwindigkeit nach ein paar Gigabyte auf LTE-Niveau. Wenn Sie die volle Leistung wollen, achten Sie auf einen Tarif ohne Drosselung oder mit einer hohen Drosselschwelle.
  • Flexibilität nach zwei Jahren: Nach Ablauf der Mindestlaufzeit sollten Sie den Tarif wechseln können, ohne dass das Gerät gesperrt wird. Einige Anbieter binden die Endgerätefinanzierung an den Tarif und lassen Sie nicht mit dem Handy zu einem günstigeren Anbieter gehen, bevor nicht die letzte Rate bezahlt ist.

Wenn Sie Angebote auf einen Blick vergleichen, hilft ein einfaches Tabellenkalkulationsblatt, in das Sie die monatlichen Kosten und die Einmalzahlung eintippen. Wer das noch nie gemacht hat, findet unter Excel Spalte einfügen eine kurze Anleitung, wie Sie schnell eine neue Spalte ergänzen, um verschiedene Szenarien durchzuspielen. Wer mehr Komfort möchte, baut sich eine kleine Vergleichstabelle mit einem Dropdown-Menü in Excel, mit dem sich Tarife durchschalten lassen, ohne jedes Mal den Rechner neu bemühen zu müssen.

Die Alternative: Gerät einzeln kaufen, Tarif frei wählen

Diese Variante wird oft übersehen, weil sie auf den ersten Bandwurmschein mehr kostet. Sie kaufen das Honor Magic V5 zum vollen Preis und nehmen einen günstigen Tarif ohne Laufzeit dazu. Das ist liquiden Mittel gegenüber nicht schonend, aber die Rechnung geht auf, wenn Sie den Tarif nach einem Jahr reduzieren oder bei einem Lockangebot zuschlagen.

Zusätzlich gibt es bei vielen Händlern eine 0-Prozent-Finanzierung über 12 oder 24 Monate, komplett unabhängig vom Mobilfunkvertrag. So stemmen Sie das Telefon in Raten, ohne sich einen überteuerten Tarif ans Bein zu binden. Der Anbieter verdient dann nicht an der teuren Grundgebühr, sondern an den Zinsen, die er mit dem Kaufpreis über die Laufzeit erwirtschaftet, die Kosten für Sie sind transparent.

Fallstricke, die in keinem Kleingedruckten fett stehen

Die automatische Tarifverlängerung

Viele Mobilfunkverträge verlängern sich nach 24 Monaten stillschweigend um ein weiteres Jahr, wenn Sie nicht rechtzeitig kündigen. Das Problem: Sie zahlen dann weiter die hohe Rate, obwohl das Honor Magic V5 längst Ihnen gehört. Wer den Vertrag nur wegen des Telefons abgeschlossen hat, sollte sich spätestens im 20. Monat eine Erinnerung in den Kalender setzen. Ein guter Trick ist, Outlook auf dem PC so einzurichten, dass Feiertage automatisch angezeigt werden, dann sehen Sie auch wichtige Termine und verpassen die Kündigungsfrist nicht. Wie Sie Outlook Feiertage anzeigen, haben wir in einem eigenen Beitrag beschrieben.

Zusätzliche Optionen, die Geld fressen

Fast jeder Tarif, der mit dem Honor Magic V5 beworben wird, enthält eine kostenpflichtige „Geräteschutz-Option“, eine „MultiSIM“ oder einen „Musik-Streaming-Dienst“. Diese Extras sind in der Vergleichsmatrix des Anbieters nicht immer ausgepreist, summieren sich aber über zwei Jahre auf einen dreistelligen Betrag. Fragen Sie vor Vertragsabschluss konkret nach, was Sie abbestellen können, und lassen Sie sich diese Optionen gleich zu Beginn aus dem Vertrag streichen.

Netzabdeckung und Priorisierung

Das Honor Magic V5 ist ein Premiumgerät, das mit allen Netzen harmoniert, aber nicht jeder Anbieter gibt Ihnen die gleiche Leistung. Discounter im Telekom-Netz zum Beispiel drosseln oft die maximale Geschwindigkeit, auch wenn das gleiche Logo auf dem Tarif klebt. Wenn Sie in einer ländlichen Gegend wohnen oder viel unterwegs sind, lohnt sich der Blick in den Netztester Ihres Vertrauens, bevor Sie sich zwei Jahre an ein Netz binden, das im Alltag zu viele Funklöcher hat.

⚠️ Vorsicht: Ein günstiger Tarif im falschen Netz ärgert Sie mehr als ein teurer Tarif, der überall Empfang hat.

Fragen, die Sie sich vor der Unterschrift stellen sollten

Bevor Sie den Vertrag unterschreiben, gehen Sie im Kopf diese Checkliste durch, das dauert zwei Minuten und verhindert böse Überraschungen:

  • Was kostet der Tarif nach 24 Monaten, wenn ich nicht kündige?
  • Darf ich das Handy entsperren lassen, sobald es abbezahlt ist?
  • Welche Extras sind in den ersten 6 Monaten gratis und werden danach kostenpflichtig?
  • Gibt es eine eSIM-Option, oder bin ich auf eine physische SIM festgelegt?
  • Wie hoch ist die Drosselung nach Erreichen des Datenvolumens, und lässt sie sich für einen Aufpreis aufheben?

Diese Liste macht den Unterschied zwischen einem guten und einem miesen Deal. Wer alle fünf Punkte mit Ja oder einer konkreten Zahl beantworten kann, hat die Kontrolle.

Fragen, die noch offen bleiben

Kann ich das Honor Magic V5 auch mit einem Prepaid-Tarif nutzen?

Ja, das Honor Magic V5 ist ab Werk ohne SIM-Lock bei vielen Händlern erhältlich. Sie kaufen das Gerät zum vollen Preis und stecken eine Prepaid-Karte Ihrer Wahl ein. Das lohnt sich, wenn Sie wenig telefonieren und nur gelegentlich mobiles Internet brauchen. Allerdings sind die Prepaid-Datenpakete oft deutlich teurer pro Gigabyte als bei einem Laufzeitvertrag, wenn Sie viel Volumen benötigen.

Was passiert mit meiner alten Rufnummer bei einem Vertragswechsel?

Sie können Ihre alte Rufnummer in der Regel zum neuen Anbieter mitnehmen, das ist gesetzlich verankert. Der alte Anbieter darf dafür keine Gebühr verlangen. Beantragen Sie die Portierung direkt beim neuen Anbieter, der kümmert sich um den Rest. Planen Sie etwa fünf Werktage für den Übergang ein, in denen Sie beide SIMs parallel nutzen.

Ist das Honor Magic V5 auch ohne 5G sinnvoll?

Das Gerät ist technisch auf 5G ausgelegt, läuft aber auch im 4G-Netz einwandfrei. Die faltbare Hardware und das große Display machen den Reiz des Telefons aus, nicht zwingend die allerhöchste Mobilfunkgeschwindigkeit. Wenn Sie in einer Region mit schlechtem 5G-Ausbau wohnen, können Sie getrost einen günstigeren LTE-Tarif wählen und sparen dabei eine Menge Geld.

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