Sie haben eine Einladungskarte gestaltet, aber Ihr Drucker zeigt nur A4 an? Kein Problem. A6 ist genau halb so groß wie A5, aber das wissen Sie wahrscheinlich schon. Die spannendere Frage: Wofür ist dieses kleine Format eigentlich am besten geeignet?

A6 ist das Format für alles, was in die Hand genommen, in die Tasche gesteckt oder verschickt wird. Es zwingt zur Prägnanz, spart Papier und fühlt sich wertiger an als ein zerschnittenes A4. Wie Sie es fehlerfrei drucken und gestalten, erklären wir gleich.

Die Maße von A6, und warum man sie nicht raten muss

105 × 148 mm, das ist A6. Halb so groß wie A5, ein Viertel von A4. Alle DIN‑A‑Formate teilen sich dasselbe Seitenverhältnis (1 zu Wurzel 2), deshalb passt ein A6‑Dokument ohne Verzerrung auf A4, wenn Sie es vergrößern.

In der Praxis bedeutet das: vier A6‑Karten verlustfrei aus einem A4‑Bogen, kein Rechnen, kein Abfall. Ein Rollschneider liefert die gerade Kante, die der Druckereinzug braucht.

A6 im Alltag: Diese Dinge nutzen das Format schon

Das 105‑mal‑148‑Format steckt in mehr Alltagsgegenständen, als die meisten vermuten.

  • Postkarten : Die klassische Urlaubskarte misst meist A6. Auch hochwertige Einladungskarten oder Save‑the‑Date‑Karten greifen darauf zurück, weil das Format in jeden Bilderrahmen passt und auf dem Schreibtisch nicht untergeht.
  • Flyer und Handzettel : In der Gastronomie, bei Veranstaltungen oder im Einzelhandel sieht man A6‑Flyer ständig. Sie sind günstig im Druck, lassen sich schnell verteilen und verschwinden nicht sofort in der Jackentasche, ein Format, das neugierig macht, ohne aufdringlich zu sein.
  • Notizbücher und Ringbücher : Viele Taschenkalender, Vokabelhefte und kleine Kladden sind im Format A6 unterwegs. Sie passen in Handtaschen, Jackentaschen und sogar in die Hosentasche.
  • Etiketten und Aufkleber : A6‑Bögen mit selbstklebender Rückseite sind als Adressetiketten oder Produktlabel weit verbreitet. Auf einem A4‑Bogen finden meist vier A6‑Etiketten Platz, was den Druck von Kleinserien erleichtert.
  • Fotos : Das klassische Fotoformat 10 × 15 cm entspricht fast exakt A6 (10 × 14,8 cm). Viele Fotodrucker und Drogeriemärkte geben das Format standardmäßig aus.

Was all diese Anwendungen gemeinsam haben: Das Format ist kompakt genug, um nicht zu stören, aber groß genug, um eine Botschaft, ein Bild oder eine kurze Notiz vollständig unterzubringen.

So drucken Sie A6, auch wenn der Drucker es nicht direkt anbietet

Die meisten Drucker zu Hause kennen A6. Es steht nur selten im Schnellauswahlmenü. Der Griff in die Einstellungen lohnt sich.

Schritt 1: Papierfach einstellen. Ziehen Sie die Papierführung auf 105 mm zusammen. Die meisten Drucker haben Markierungen oder eine Skala. Falls nicht, messen Sie mit einem Lineal. Ein Blatt Normalpapier dient als Schablone.

Schritt 2: Druckertreiber konfigurieren. Öffnen Sie die Druckeinstellungen und wählen Sie unter „Papierformat“ oder „Seitengröße“ den Eintrag „A6“. Falls er fehlt, legen Sie ein benutzerdefiniertes Format mit 105 × 148 mm an. In Windows erreichen Sie das über „Druckereigenschaften“ > „Erweitert“ > „Papierformat“. Unter macOS finden Sie benutzerdefinierte Formate im Dialog „Papierformat verwalten“.

Schritt 3: Probeseite. Drucken Sie zuerst eine Seite auf Normalpapier. Prüfen Sie, ob der Einzug sauber greift und nichts schief läuft. Bei dünnem Papier (unter 100 g/m²) wellt sich das Blatt manchmal, besonders bei Laserdruckern. Abhilfe: schwereres Papier oder der manuelle Einzelblatteinzug.

Wenn Ihr Drucker auch nach diesen Schritten streikt, hilft ein Trick: Drucken Sie zwei A6‑Seiten nebeneinander auf ein A4‑Blatt, indem Sie in Ihrem Textprogramm zwei Seiten pro Blatt einstellen. Anschließend schneiden Sie die Bögen mit einem Schneidetisch. So sparen Sie nicht nur Papier, sondern umgehen auch die Macken Ihres Druckers.

Für den Druck von Karten und Einladungen empfehlen wir ein Papiergewicht ab 170 g/m². Alles darunter fühlt sich an wie Kopierpapier und hinterlässt keinen guten Eindruck. Mattes Papier ist für Texte besser lesbar, glänzendes bringt Bilder zur Geltung.

A6-Layout in Office-Programmen: Word, Excel, Canva

Die meisten Layouts lassen sich in wenigen Klicks anlegen.

In Word gehen Sie auf „Layout“ > „Größe“ > „Weitere Papierformate“ und geben die Werte 10,5 cm Breite und 14,8 cm Höhe ein. Achten Sie darauf, dass die Seitenränder nicht mehr als 0,5 cm betragen, sonst bleibt kaum Platz für Text. Ein schmaler Rahmen von einigen Millimetern ist unvermeidlich, wenn Sie randlos drucken wollen, brauchen Sie einen Drucker mit Randlosdruck‑Funktion, und meist ein größeres Blatt, das Sie danach zuschneiden.

In Excel kann A6 zum Beispiel für Inventaretiketten oder Adresslisten nützlich sein. Hier bietet es sich an, die Spaltenbreite manuell so anzupassen, dass die Informationen auf die schmale Karte passen. Eine automatische Anpassung wie bei der Excel Spaltenbreite automatisch einstellen spart Zeit, wenn Sie mehrere Zellen auf einmal optimieren möchten. Kommt es vor, dass importierte Daten als Text statt als Zahl formatiert sind, müssen Sie die Zellen vor dem Druck korrigieren, sonst bestellt niemand auf Ihrem Flyer die angegebene Stückzahl, weil die Formel nicht greift. Wie Sie Excel Text in Zahl umwandeln, haben wir an anderer Stelle beschrieben.

Canva und ähnliche Online‑Tools bieten vorgefertigte A6‑Vorlagen, die das Risiko von Formatfehlern drastisch verringern. Der Export als PDF mit Beschnittzugabe (3 mm) ist dort mit einem Klick erledigt, falls Sie die Karten professionell drucken lassen möchten.

A6 gestalten: Kleiner Raum, große Wirkung

Auf 105 × 148 mm ist jedes Element teuer. Ein häufiger Fehler ist die Überfrachtung. Weniger Text, weniger Schnörkel, mehr Weißraum. Drei Gestaltungsregeln, die sich bewährt haben:

  1. Eine Botschaft pro Karte. Ein Flyer für eine Lesung braucht Datum, Ort und Eintrittspreis, nicht die Biografie des Autors. Alles Überflüssige lenkt ab.
  2. Schriftgröße nicht unter 9 Punkt. Viele setzen 8 Punkt, weil sie denken, dass so mehr drauf passt. Aber eine Handkarte, die man mit ausgestrecktem Arm lesen muss, wandert direkt in den Müll. 10 Punkt für Mengentext, 14 Punkt für Überschriften sind gute Richtwerte.
  3. Kontrast nutzen. Ein knalliger Hintergrund mit weißer Schrift oder ein monochromes Motiv mit einer kräftigen Akzentfarbe, das funktioniert auf A6 wesentlich besser als auf A4, weil das Auge den kleinen Raum schneller erfasst.

Wenn Sie unsicher sind, drucken Sie einen Prototyp auf Normalpapier. Halten Sie ihn in der Hand, nicht nur am Bildschirm. So entdecken Sie, ob die Schrift zu klein, das Layout zu voll oder der Rand zu schmal ist.

A6 im Vergleich: Wann das kleine Format besser ist als A5 oder A7

Die Wahl des Formats sollte sich nicht nach dem Drucker richten, sondern danach, wie jemand das Papier in die Hand nimmt.

FormatMaße (mm)Geeignet für
A774 × 105Mini‑Visitenkarten, Gutscheine, Tischkärtchen
A6105 × 148Postkarten, Flyer, Einladungen, kleine Speisekarten
A5148 × 210Faltblätter, Programme, Broschüren
DIN‑lang105 × 210Geschäftsbriefe, Rechnungen, Bewerbungsmappen

A6 nimmt den Mittelweg. Doppelt so groß wie A7, das reicht für eine vollständige Einladung ohne Umblättern. A5 ist dagegen schon ein richtiger Folder, erst recht gefalzt. Wer nur eine kurze Information unterbringen will, verschwendet auf A5 Platz und Geld.

Ein Sonderfall: Infopost. Eine handbeschriebene A6‑Karte im Umschlag sieht im Briefkasten nicht sofort wie Reklame aus und wird eher geöffnet als ein A4‑Werbebrief.

Papiergewicht und Auswahl: Was das Material ausmacht

Die Haptik einer A6‑Karte steht und fällt mit dem Papier. Fünf Tipps aus der Praxis:

  • Grammatur: 80 g/m² ist Kopierpapier und wellt sich. 170-250 g/m² gibt Standfestigkeit und fühlt sich nach Qualität an. Ab 300 g/m² sprechen wir von Karton, der auch unverpackt stabil bleibt.
  • Oberfläche: Gestrichenes Papier hat eine glatte, geschlossene Oberfläche, auf der Farben brillant wirken. Ungestrichenes Papier ist griffiger und besser für Beschriftungen mit Kugelschreiber oder Fineliner geeignet.
  • Farbe: Reinweiß wirkt modern, Naturweiß oder Creme bringt Wärme und passt zu Einladungen für private Feiern. Aber Vorsicht: Cremetöne können das Druckbild verfälschen, wenn der Drucker Farbprofile verwendet, die auf strahlendem Weiß basieren.
  • Umwelt: Recyclingpapier gibt es auch in höheren Grammaturen. Die Optik bleibt speckig, genau das kann gewollt sein, wenn Sie ein nachhaltiges Event bewerben.
  • Lagerung: Lagern Sie A6‑Papier flach und trocken. Aufgewelltes Papier führt zu Papierstau, wellige Karten wirken unprofessionell. Ein verschließbarer Karton oder eine Kunststoffbox ist besser als die offene Verpackung des Herstellers.

Druckertreiber‑Tiefgang: Warum der Dialog mehr kann, als Sie denken

Viele Probleme mit A6 entstehen nicht durch das Format, sondern durch einen schlecht konfigurierten Treiber. Gehen Sie auf „Einstellungen“ und dann auf den Punkt, den kaum jemand anfasst:

  • Papiersorte einstellen: Wählen Sie nicht „Normalpapier“, wenn Sie schweren Karton einlegen. Der Drucker passt die Fixiertemperatur und die Durchlaufgeschwindigkeit an. Das verhindert Tonerabrieb und unscharfe Kanten.
  • Einzug manuell: Gerade bei kleinen Bögen zieht der Drucker oft mehrere Blätter gleichzeitig ein, weil die Gummirollen nicht richtig greifen. Nutzen Sie den Einzelblatteinzug, ein Blatt nach dem anderen.
  • Randlosdruck: Der ist bei A6 auf den meisten Bürodruckern nicht vorgesehen. Wer randlos drucken will, muss auf ein größeres Format ausweichen, das Motiv überstehen lassen und dann schneiden. Die Alternative: ein feiner weißer Rand von 2-3 mm, der zur Gestaltung dazugehört und keine Schnittkosten verursacht.
  • Treiber‑Update: Veraltete Treiber blockieren manchmal benutzerdefinierte Formate. Ein kurzer Besuch auf der Herstellerseite löst das häufiger, als Sie erwarten. Unter Windows 11 können auch Kompatibilitätsprobleme auftreten, die mit einem updatefähigen Rechner zusammenhängen.

Wenn Sie den Treiber einmal ordentlich eingerichtet haben, speichern Sie ein Profil unter dem Namen „A6‑Karte“ oder „Flyer hoch“ ab. Sie sparen sich beim nächsten Druck dieselben Klicks noch einmal.

Die Frage des Schneidens: Selbst schneiden oder bedruckte Bögen kaufen?

A6‑Bögen im Handel sind praktisch, aber oft teurer als das Äquivalent an A4‑Papier. Einmal durchgerechnet: Aus 500 Blatt A4 werden, wenn Sie sie vierteln, 2 000 A6‑Karten. Dafür brauchen Sie einen guten Schneidetisch, einmalige Anschaffung, die sich nach wenigen Projekten rechnet.

Das Schneiden per Hand funktioniert gut, solange Sie die Führungsschiene exakt einstellen und die Klinge scharf ist. Stumpfe Klingen zerfasern die Kanten und ruinieren das Druckbild. Ein Rollschneider für zehn bis zwanzig Euro tut es für den Hausgebrauch. Wer häufig schneidet, investiert in ein Hebelschneidegerät mit Arretierung.

Fertige A6‑Bögen mit abgerundeten Ecken oder vorgestanzten Perforationen sind eine Erleichterung, wenn Sie keine Schere anfassen wollen. Sie kosten mehr, sparen aber die Zeit für das Zurichten. Für den Versand von Einladungen in großer Stückzahl ist der Aufpreis gut angelegt.

Fragen & Antworten

Kann ich A6 mit jedem Drucker drucken?

Grundsätzlich ja. Nahezu alle Tintenstrahl‑ und Laserdrucker der letzten zehn Jahre unterstützen A6, sofern Sie das Format im Treiber manuell auswählen. Bei sehr kompakten Druckern ohne verstellbare Papierführung müssen Sie das Papier eventuell in ein optionales Einzelblattfach einlegen. Testen Sie vor dem Enddruck mit normalem Papier.

Welches Papiergewicht ist für eine A6‑Postkarte ideal?

Mindestens 170 g/m². Für Postkarten, die ohne Umschlag reisen, sind 250 g/m² besser, weil sie den Transport in der Sortiermaschine überstehen, ohne zu knicken. Eine dünne Karte mit 120 g/m² wirkt vergleichsweise billig und wird von manchen Postdienstleistern nicht als Postkarte anerkannt, das hängt vom Anbieter ab. Stand: Juni 2026.

Gibt es einen Unterschied zwischen A6 und dem Format 10 × 15 cm?

Das klassische Fotoformat 10 × 15 cm ist zwei Millimeter schmaler und zwei Millimeter höher als A6 (105 × 148 mm). Im Alltag ist der Unterschied für die meisten Anwendungen vernachlässigbar. Wenn Sie ein Fotoalbum bestücken, bei dem die Taschen exakt auf 10 × 15 cm ausgelegt sind, müssen Sie Ihre A6‑Abzüge um zwei Millimeter kürzen.

Wie richte ich A6 in Excel richtig ein?

Über „Seitenlayout“ > „Größe“ wählen Sie „A6“ oder legen ein benutzerdefiniertes Format an. Passen Sie dann die Skalierung unter „Seite einrichten“ an, oft reichen 90 Prozent, damit die Tabelle nicht abgeschnitten wird. Kontrollieren Sie vor dem Druck die Seitenansicht.

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