Eine DIN-A4-Seite, dreimal gefaltet, passt perfekt in einen schmalen Umschlag. Das ist das DIN-lang-Format. Es steckt in Briefkästen, auf Tischen von Restaurants und in jeder zweiten Hochzeitseinladung, trotzdem wissen die meisten nicht, wie man es in Word oder am Drucker einrichtet. Genau darum geht es hier.

Anders als A4, A5 oder A6 ist DIN lang kein « fertiges Blatt », das Sie im Papierfach liegen haben. Es entsteht fast immer aus einem gefalteten A4-Bogen. Wer den Unterschied zwischen dem Format und dem passenden Umschlag kennt, spart sich teure Fehldrucke und komisches Falten am Küchentisch.

Was ist das DIN-lang-Format?

DIN lang gehört zur Familie der Papierformate, die das Deutsche Institut für Normung (DIN) definiert hat. Es ist ein schmales Hochformat, das ursprünglich aus dem praktischen Bedürfnis entstand, ein Geschäftsschreiben auf A4 so zu falten, dass es in einen kompakten, aber nicht zu kleinen Umschlag passt.

Der Name « lang » ist dabei wörtlich zu nehmen: Das Format ist deutlich länger als breit, 220 Millimeter in der Höhe, aber nur 110 Millimeter in der Breite. Visuell wirkt es fast wie ein überlängtes A5, weil es die halbe Breite eines A4-Blattes hat, aber die volle Höhe.

Die Norm steckt in der DIN 476, die schon in den 1920er Jahren verabschiedet wurde. Sie legt nicht nur A-Reihen fest, sondern auch B- und C-Formate für Umschläge. DIN lang passt perfekt in einen C6/5-Umschlag, der etwas größer ist als das gefaltete Papier. Deshalb finden Sie im Bürobedarf oft die Bezeichnung « C6/5 » auf den Verpackungen, das ist der Umschlag für DIN lang.

Die genauen Maße von DIN lang

Ein Blatt im DIN-lang-Format misst 110 × 220 mm. Das sind exakt 11,0 × 22,0 cm. In Zoll ausgedrückt: etwa 4,33 × 8,66 inch.

Diese Maße kommen nicht von ungefähr: Sie sind ein Drittel der A4-Fläche, indem Sie ein A4-Blatt (210 × 297 mm) einmal parallel zur kurzen Seite falten und dann noch zweimal. Konkret: Sie halbieren die kurze Seite (210 → 105 mm) und falten die lange Seite in drei gleiche Teile (297 / 3 = 99 mm). Nun, 99 mm sind nicht 110, haben Sie gemerkt. Deshalb ist der Wickelfalz so gewählt, dass die äußeren Laschen 100 mm messen und das Ganze in einen Umschlag mit etwas Spiel (110 × 220 mm) passt. Der Unterschied von ein paar Millimetern verhindert, dass das Papier im Umschlag verklemmt.

Für den Druck ist dieser kleine Millimeter-Puffer entscheidend. Wenn Ihr Dokument in Word als exakt 99 mm breit angelegt wäre, würde es im Umschlag hin- und herrutschen. Deshalb nutzt die Druckvorlage fast immer die vollen 110 mm der Umschlagbreite.

Verhältnis zu anderen Normformaten

DIN lang ist kein eigenständiges Blattformat wie A4 oder A5, sondern ein Falzformat. Wenn Sie es ungefaltet als Einzelblatt kaufen, handelt es sich meist um ein Drittel eines A4-Blattes im Zuschnitt 105 × 210 mm, das manchmal als « DIN lang (beschnitten) » gehandelt wird. Diese kleine Diskrepanz zwischen 110 × 220 und 105 × 210 entsteht durch den Beschnitt nach dem Falzen.

Achten Sie deshalb beim Papierkauf genau auf die Artikelbezeichnung: Ein « DIN-lang-Umschlag » ist immer 110 × 220 mm (Außenmaß), während vorgedrucktes DIN-lang-Papier häufig bei 105 × 210 mm liegt, perfekt als Einlage für den Umschlag, aber knapp bemessen, wenn Sie es als Flyer ohne Hülle nutzen möchten.

Ein DIN-A4-Blatt auf DIN lang falten, Schritt für Schritt

Die einfachste Art, an ein DIN-lang-Dokument zu kommen, ist das Falten eines normalen A4-Blattes. Mit einem Drucker und der richtigen Vorlage geht das in unter einer Minute.

  1. Legen Sie das Blatt im Hochformat vor sich hin.
  2. Falten Sie die untere Kante nach oben, sodass die untere Drittellinie entsteht. Das sind etwa 99 mm von unten gemessen. Ein Blick auf die Innenseite eines Briefumschlags hilft: Dort sehen Sie die typischen drei Felder.
  3. Falten Sie die obere Kante nach unten auf dieselbe Drittellinie. Jetzt haben Sie einen Zickzack-Falz (auch Wickelfalz genannt) mit drei Lagen.
  4. Drücken Sie die Falzkanten gut an, am besten mit einem Falzbein oder der Rückseite eines Messers. So bleibt das Papier flach und der Umschlag wölbt sich nicht.

Das Ergebnis ist ein schmales, langes Dokument, das exakt in einen C6/5-Umschlag gleitet. Falls Sie es als Brief versenden, gehört die Adresse auf die untere Lasche, die oben im Umschlagfenster erscheint.

Das mag banal klingen, aber die häufigste Ursache für schiefe Adressen im Sichtfenster ist eine ungenaue Faltung. Niemand hat Bock, wegen drei Millimeter Schieflage den ganzen Stapel neu zu falten. Nehmen Sie sich die Zeit für eine präzise erste Faltung, die Folgenden gehen dann wie von selbst.

DIN lang in der Praxis: Umschläge, Flyer und mehr

DIN lang begegnet Ihnen häufiger, als Sie denken. Es ist das Brot-und-Butter-Format für:

Geschäftsbriefe und Rechnungen

Das klassische Geschäftsschreiben mit Sichtfenster links unten verwendet fast immer einen C6/5-Kuvert. Der Vorteil: Sie müssen das Anschreiben nicht extra addressieren, sondern falten es so, dass die Empfängeradresse im Fenster erscheint. Das spart Etiketten und sieht ordentlich aus.

Hochzeits- und Eventeinladungen

Viele Druckereien bieten Einladungskarten im Format DIN lang an. Das schmale Hochformat wirkt edler als eine quadratische Karte und hat genug Platz für einen kurzen Text, eine Karte oder ein Programm. Wer selbst gestaltet, sollte die Datei in seinem Grafikprogramm auf 110 × 220 mm anlegen und rundum 3 mm Beschnittzugabe einplanen, das ist die sichere Seite für den Rand, der später abgeschnitten wird.

Menükarten

Restaurants lieben das lange Format. Eine Speisekarte im DIN-lang-Format fällt weniger um als ein klobiger A4-Karton und liegt trotzdem stabil auf dem Tisch. Digital lässt sich so eine Karte in Word anlegen, indem Sie unter « Seitenlayout » die benutzerdefinierte Größe 11 cm × 22 cm eingeben. Vergessen Sie nicht, den Text zu zentrieren, sonst wirkt die Karte schnell schief.

Schmale Flyer und Handouts

Manchmal wollen Sie mehr sagen als auf eine Visitenkarte passt, aber weniger als auf einem A4-Zettel. Ein DIN-lang-Flyer im Querfalz (einmal geknickt auf 110 × 110 mm) gibt Ihnen vier kleine Seiten. Das passt für eine Kurzanleitung, einen Kirchenführer oder ein Mini-Programmheft.

Drucken auf DIN lang, das müssen Sie beachten

DIN lang zu drucken ist keine Hexerei, aber der Drucker braucht die richtigen Einstellungen. Zwei Dinge entscheiden, ob das Ergebnis gut wird: die Papierzufuhr und der Dokumentenrand.

Die meisten Drucker haben kein eigenes Fach für 110 × 220 mm. Sie müssen das Papier entweder über die manuelle Zufuhr einzeln einlegen oder im vorhandenen Fach mit schmalen Führungsschienen fixieren. Bei manchen Modellen verlangt der Treiber, dass Sie « Benutzerdefinierte Größe » wählen und 110 mm als Breite sowie 220 mm als Länge eintragen.

Dann die Randeinstellung: Viele Office-Programme setzen standardmäßig 2,5 cm Rand, das frisst auf einem 11 cm breiten Blatt fast die Hälfte der Fläche. Reduzieren Sie die Ränder auf 1 cm oder weniger. Testen Sie den Ausdruck auf einem normalen A4-Blatt und schneiden Sie es zurecht, bevor Sie teures Feinkarton investieren.

Ein häufiges Problem: Der Drucker zieht das schmale Papier schief ein, weil die Führungen nicht eng genug anliegen. Dann ist der Text nicht mittig, sondern wandert zum Rand. Genau wie Sie in Excel Zellen sperren, um ein Layout zu fixieren, müssen Sie beim Druck die Zufuhr mechanisch fixieren, kein Software-Trick hilft, wenn das Papier verrutscht. Ein wenig Bastelarbeit mit Klebestreifen an den Führungen kann Wunder wirken.

Ein weiteres praktisches Detail: Wenn Sie mehrere DIN-lang-Seiten aus einem A4-Bogen schneiden, achten Sie auf die Maserung. Papier hat eine Laufrichtung. Für den sauberen Falz sollte die Maserung parallel zur kurzen Kante laufen, damit das Papier beim Falten nicht bricht. Das ist genau die Richtung, die ein A4-Blatt im Hochformat hat. Schneiden Sie also quer zur langen Seite, erhalten Sie die richtige Maserung. Wer das ignoriert, wundert sich über unschöne Risse an der Falzkante.

DIN lang vs. andere Formate: Wann lohnt sich das lange Format?

Nicht jedes Projekt braucht DIN lang. Ein kurzer Vergleich hilft, die Entscheidung zu treffen:

FormatMaße (mm)Einsatz
DIN A4210 × 297Briefe, Reports, Plakate
DIN A5148 × 210Notizblöcke, Einladungen, Broschüren
DIN lang110 × 220Umschläge, Menükarten, schmale Flyer
DIN A6105 × 148Postkarten, Karteikarten

Wenn Ihre Inhalte wenig Platz brauchen und Sie eine elegante, vertikale Wirkung erzielen möchten, ist DIN lang die bessere Wahl als A5. A5 wirkt kompakt und blockhaft, DIN lang streckt sich und zieht den Blick nach oben, das wirkt von Natur aus hochwertiger. Ein 08/15-Flyer im A5-Format geht im Stapel unter, ein DIN-lang-Handout sticht heraus.

Der Nachteil: Sie haben weniger horizontale Fläche für große Bilder oder Tabellen. Wenn Ihre Layouts breite Grafiken brauchen, bleiben Sie besser bei A5 oder A4. Auch für den Postversand als nicht-standardisierter Flyer ohne Umschlag müssen Sie prüfen, ob die Maschinen der Deutschen Post das Format automatisch verarbeiten. Mit einem C6/5-Umschlag ist das kein Thema, der entspricht genau der Norm und kostet als Standardbrief.

Die richtige Datei anlegen, ein kurzer Blick auf Word und Alternativen

Die meisten Briefe und Karten entstehen in Microsoft Word. Gehen Sie auf « Layout » → « Größe » → « Weitere Papierformate » und tragen Sie Breite 11 cm, Höhe 22 cm ein. Speichern Sie die Einstellung als benutzerdefiniertes Format ab, dann haben Sie sie beim nächsten Mal griffbereit.

Wer mit LibreOffice Writer arbeitet, findet die gleiche Option unter « Format » → « Seite ». Der Trick dabei: Setzen Sie die Ränder auf 1 cm links und rechts, damit der Text in der schmalen Spalte nicht gequetscht wirkt. Das erfordert Disziplin beim Schreiben, lange Sätze ohne Punkt zerreißen das Layout.

Auch in Grafikprogrammen wie Canva oder Adobe InDesign funktioniert das Format tadellos. Legen Sie dort direkt das Endformat an und denken Sie an die Beschnittzugabe, wenn Sie drucken lassen. Ein Profi-Tipp: Wenn Sie das Dokument falzen lassen, hinterlegen Sie Falzmarken außerhalb des Endformats. Die Druckerei dankt es Ihnen mit einem sauberen Falz.

Fragen zum Format? Hier die häufigsten

Kann ich DIN lang mit der Post als Standardbrief versenden?

Ja, wenn Sie einen C6/5-Umschlag (110 × 220 mm) verwenden. Das ist bis 20 g ein Standardbrief. Ohne Umschlag, also als offener Flyer, müssen Sie die Maschinenfähigkeit prüfen, dünnes Papier kann reißen.

Gibt es bereits vorgedrucktes DIN-lang-Papier zu kaufen?

Im Bürobedarf finden Sie « DIN lang Blankopapier » meist im Format 105 × 210 mm, also etwas kleiner als der Umschlag. Es eignet sich gut als Einlage, nicht als eigenständiger Flyer.

Wie falte ich ein A4-Blatt für DIN lang ohne schiefe Kanten?

Nutzen Sie ein Falzbein oder die stumpfe Seite eines Messers, um die Falzlinien vorzufalten. Messen Sie die Drittel nicht mit dem Lineal aus, sondern nutzen Sie einen fertigen C6/5-Umschlag als Schablone: Er zeigt haargenau, wo die Falze sitzen müssen.

Was ist der Unterschied zwischen DIN lang und DL?

Keiner. DL ist nur eine ältere, aber noch gebräuchliche Abkürzung für « DIN lang ». Manche Händler verwenden beide Begriffe synonym. Die Norm dahinter ist dieselbe.

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