Das Starter-Set: Was Sie bekommen und wie Sie starten

Samstagvormittag, der Wocheneinkauf ist fast erledigt, und an der Kasse fällt Ihr Blick auf das bunte Starter-Set von Aldi Talk. Für 9,99 Euro liegt es griffbereit. Lohnt sich die Prepaid-Karte aus dem Supermarkt? Kurz und direkt: Für praktisch jeden, der ein Smartphone flexibel ohne Vertragsbindung nutzen will, ist sie eine der fairsten Optionen.

Das Set enthält eine SIM-Karte in allen drei Größen (Standard, Micro, Nano) und ein Startguthaben von 10 Euro. Dahinter steckt Medion Mobile, und das Netz ist Telefónica (O2). Sie brauchen keine Bonitätsprüfung, keine Mindestlaufzeit, und es gibt nichts zu unterschreiben. Kaufen, aktivieren, lossurfen. Die Aktivierung läuft seit Jahren gleich: Entweder rufen Sie eine kostenlose Hotline an oder nutzen die App, Ausweis bereitlegen, Daten eingeben, Tarif auswählen. Nach zehn Minuten ist die Karte einsatzbereit.

Die SIM startet standardmäßig im Basic-Tarif: 9 Cent pro Minute in alle deutschen Netze, 11 Cent pro SMS. Das ist in Ordnung, wenn Sie fast nie zum Handy greifen. Wer aber ab und zu ins Internet geht oder mehr als ein paar Gespräche pro Woche führt, sollte unverzüglich eines der Pakete buchen, sonst wird es unnötig teuer.

Die Tarife im Überblick: S, M, L, und was sie wirklich kosten

Alle Pakete gelten für vier Wochen und verlängern sich automatisch, solange genug Guthaben vorhanden ist. Das ist keine Kostenfalle, solange Sie die Automatik im Blick behalten.

Stand: September 2026, die Konditionen können sich jederzeit ändern.

Paket S: 5 GB für 7,99 €, das reicht den meisten

Für knapp acht Euro bekommen Sie alle vier Wochen eine Telefon-Flat und eine SMS-Flat in sämtliche deutschen Netze sowie 5 GB Daten mit maximal 50 Mbit/s. Soziale Apps, Navigation, E-Mails und etwas Musikstreaming verbrauchen ungefähr 2 bis 3 GB im Monat. Sie haben also Luft. Nur wenn Sie das Smartphone als Hotspot für den Laptop einsetzen, sollten Sie das Volumen genauer beobachten, dann fließt es deutlich schneller.

Paket M: 10 GB für 9,99 €, der Mittelweg für Vielfahrer

Doppelt so viel Volumen für nur zwei Euro mehr. Das lohnt sich, wenn Sie unterwegs Videos streamen, große App-Updates laden oder das Handy als Navigationsgerät mit ständigem Kartenabruf nutzen. Auch Familien, die ein Tablet über den Handy-Hotspot anbinden, fahren mit 10 GB sorgenfreier.

Paket L: 18 GB für 14,99 €, der Datenriese

Das Paket ist für alle gedacht, die keinen Festnetzanschluss haben und das Smartphone als einziges Internetgerät einsetzen, oder für Vielleser, die täglich unterwegs arbeiten. Der Gigabyte-Preis ist hier am niedrigsten. Allerdings bleibt ungenutztes Volumen nur begrenzt erhalten: Bis zu 2 GB werden in den nächsten Monat übertragen, mehr nicht. Wer zuhause WLAN hat und nur gelegentlich aus dem Haus geht, gönnt sich mit dem L-Paket meist zu viel, und verschenkt Geld.

Ein Tipp am Rande: Sie können jedes Paket jederzeit wechseln, auch während ein Paket noch läuft. Wenn 5 GB nicht reichen, buchen Sie einfach das M-Paket nach; die Restlaufzeit wird übernommen.

Daten nachbuchen kann teuer werden

Wer sein Volumen aufgebraucht hat und kein neues Paket will, kann separat nachbuchen: 1 GB für 2,99 Euro oder 3 GB für 5,99 Euro. Das klingt erst mal überschaubar, summiert sich aber schnell. Meist ist es günstiger, von vornherein das nächsthöhere Paket zu nehmen, wenn Sie absehen können, dass der Bedarf regelmäßig über dem S-Niveau liegt.

Wenn das Datenvolumen leer ist

Hier steckt die einzige echte Stolperfalle von Aldi Talk. Sobald das High-Speed-Volumen aufgebraucht ist, drosselt das System auf 64 kbit/s, das fühlt sich an wie ein Rückfall in die Modem-Zeit. Das reicht kaum für WhatsApp-Nachrichten ohne Bilder, geschweige denn für Webseiten. Andere Discounter gewähren nach Verbrauch wenigstens bis zu 1 Mbit/s, Aldi nicht.

Sie können zwar Volumen nachbuchen, doch wenn das regelmäßig nötig ist, fahren Sie mit dem nächsthöheren Paket besser.

Netz und Geschwindigkeit: Wo Aldi Talk an seine Grenzen kommt

Aldi Talk nutzt das Telefónica-Netz. In Städten und entlang der Hauptverkehrswege ist der Empfang inzwischen solide, auf manchen Dörfern oder in engen Tälern kann es dagegen dünn sein. Wenn in Ihrer Gegend O2 traditionell schwach ist, merken Sie das auch mit der Aldi-Karte. Die 50 Mbit/s, die die Pakete maximal hergeben, reichen für Full-HD-Streaming und flotte Downloads.

Wer unsicher ist, schaut auf die Netzabdeckungskarte des Netzbetreibers oder fragt Bekannte mit O2-Vertrag. Am unkompliziertesten testen Sie es selbst: Das Starter-Set kostet 9,99 Euro mit 10 Euro Startguthaben, und Sie können ein Paket (S für 7,99 €) buchen. Für rund einen Monat haben Sie so einen echten Alltagstest, ohne sich lange zu binden.

Aufladen: So bleibt die Karte am Leben

Ohne Guthaben geht nichts, weder Anrufe noch Daten. Aufgeladen wird per App, online, per Bankeinzug, mit einer Guthabenkarte aus dem Aldi-Regal oder an der Supermarktkasse. Am bequemsten ist die App: Sie tippen auf „Guthaben aufladen”, wählen einen Betrag (5, 15, 30 oder 50 Euro), bezahlen per Kreditkarte, PayPal oder Bankeinzug, das Geld steht sofort zur Verfügung. Die klassische Variante mit dem Kassenzettel aus dem Markt funktioniert genauso: Code in die App eingeben, gutschreiben, fertig.

Eine Besonderheit sollten Sie kennen: Wenn Sie die Karte komplett leerlaufen lassen und auch innerhalb von 15 Monaten nach der letzten Aufladung nichts nachladen, wird die Nummer gesperrt und nach weiteren zwei Monaten gelöscht. Wer die Prepaid-Karte nur als Notfall-Handy nutzt, sollte sich eine Erinnerung setzen.

Eine kleine Excel-Tabelle behält den Überblick über die Aufladezyklen. Wie man die Kalenderwoche aus einem Datum in Excel ausliest, haben wir in einem kurzen Beitrag erklärt, das hilft bei der Planung, wann wieder aufgeladen werden sollte.

Automatische Aufladung: Bequem, aber mit Tücken

Alle drei Pakete buchen sich automatisch alle vier Wochen neu ab, wenn genügend Guthaben da ist. Das klingt komfortabel: Sie müssen an nichts denken. Trotzdem kann die Automatik nerven. Wenn zum Zeitpunkt der Verlängerung nur 3,50 Euro auf dem Kartenkonto liegen, reicht das nicht für das Paket S (7,99 €). Die Buchung schlägt fehl, und Sie werden ungefragt in den Basic-Tarif zurückgestuft. Plötzlich kostet jede Minute Gespräch 9 Cent, jede SMS 11 Cent, bis Sie wieder aufladen. Das kann unangenehm auffallen. Mehr als das vorhandene Guthaben kann zwar nie abgebucht werden, aber ärgerlich ist es allemal.

Sie können die automatische Verlängerung in der App oder per Hotline abschalten. Dann läuft das Paket aus und Sie entscheiden selbst, wann das nächste startet. Oder Sie hinterlegen ein SEPA-Mandat für die automatische Guthaben-Aufladung: Sobald der Kontostand unter einen festgelegten Wert sinkt, wird selbstständig aufgeladen und das Paket verlängert sich ohne Lücke. Das ist die sicherste Variante.

eSIM und Roaming: Unterwegs mit Aldi Talk

eSIM aktivieren: So funktioniert’s

Statt der Plastik-SIM bekommen Sie an der Kasse einen Aktivierungscode. Rufen Sie in den Einstellungen Ihres Smartphones den Punkt „Mobilfunk” oder „SIM-Karte” auf, wählen Sie „eSIM hinzufügen”, scannen den QR-Code oder geben die Daten ein, nach wenigen Minuten ist der Tarif aktiv. Die eSIM ist ideal, wenn Ihr Gerät nur einen physischen SIM-Slot frei hat, Sie aber zwei Nummern parallel nutzen wollen, oder wenn Sie Aldi Talk zunächst als Zweittarif testen möchten.

Roaming in der EU und weltweit

In der EU, in Island, Liechtenstein und Norwegen gilt „Roam like at home”. Telefonate und SMS kosten nichts extra, und das gebuchte Datenvolumen können Sie wie zu Hause nutzen. Allerdings gibt es eine Fair-Use-Grenze: Wer in einem Zeitraum von vier Monaten mehr als die Hälfte der Zeit im Ausland war, muss unter Umständen einen Wohnsitz in Deutschland nachweisen. Für Urlaube und übliche Dienstreisen ist das kein Thema. Außerhalb der EU wird es teuer, schon ein paar Megabyte Daten in der Schweiz können mehrere Euro kosten. Besser, Sie besorgen sich vor Ort eine lokale Prepaid-SIM.

Wenn Sie unterwegs mit dem Laptop arbeiten und das Smartphone als Hotspot nutzen, schont ein ressourcensparendes Betriebssystem das Datenvolumen. Wie Sie Linux neben Windows auf einem älteren Rechner installieren, haben wir in einer eigenen Anleitung beschrieben, das verringert Hintergrund-Updates und verlängert die Akkulaufzeit.

Fragen und Antworten

Kann ich die Aldi Talk Prepaid-Karte kaufen, ohne einen ganzen Einkauf zu machen?

Ja. Das Starter-Set liegt zwar im Kassenbereich, aber Sie müssen nichts anderes einkaufen. Sie können einfach nur die Karte nehmen und bezahlen.

Gibt es eine Mindestvertragslaufzeit?

Nein. Es gibt weder Vertragsbindung noch Mindestlaufzeit. Sie können die Karte jederzeit kündigen, per App oder Hotline. Restguthaben wird nicht erstattet, aber Sie müssen auch nichts weiter zahlen.

Was passiert, wenn meine Nummer gesperrt wurde, weil ich lange nicht aufgeladen habe?

Solange die 15-Monats-Frist noch läuft, reicht eine Aufladung, um die Nummer wieder zu aktivieren. Danach wird sie in der Regel endgültig gelöscht und neu vergeben. Wer seine Rufnummer behalten will, sollte mindestens einmal pro Jahr einen Betrag aufladen.

Wie teuer sind Anrufe ins Nicht-EU-Ausland mit Aldi Talk?

Das ist nicht pauschal günstig. Für Gespräche in die USA oder in die Türkei verlangt Aldi Talk etwa 9 bis 12 Cent pro Minute (Stand 2026). Die genauen Konditionen finden Sie in der App. Für regelmäßige Auslandsgespräche eignen sich andere Anbieter oder Internettelefonie eher.

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