Der neue Drucker steht ausgepackt auf dem Schreibtisch, aber das WLAN-Passwort haben Sie vor zwei Jahren auf einen Zettel gekritzelt, der jetzt unauffindbar ist. In solchen Momenten ist die WPS-Taste an Ihrer Fritzbox Gold wert. Sie drücken kurz darauf, und das Gerät verbindet sich ohne Passworteingabe. Fertig.

So weit die Theorie. In der Praxis gibt es ein paar Dinge, die Sie wissen sollten, nicht nur, wie es funktioniert, sondern auch, welche Risiken Sie eingehen und wo der Haken bei älteren Geräten sitzt.

WPS in zwei Sätzen, und warum die Taste trotzdem Fragen aufwirft

WPS steht für Wi-Fi Protected Setup. Das Verfahren wurde vor über 15 Jahren eingeführt, um den Aufbau einer WLAN-Verbindung so einfach wie möglich zu machen: Gerät suchen, Knopf drücken, verbunden. Kein Tippen von 20-stelligen Schlüsseln, keine versteckten Menüs.

An der Fritzbox ist WPS standardmäßig aktiv. Die dazugehörige Taste trägt je nach Modell unterschiedliche Beschriftungen, mal „WPS“, mal „WLAN/WPS“ oder nur ein Doppelpfeil-Symbol. Das Prinzip ist immer dasselbe: Kurz drücken, und der Router öffnet für zwei Minuten ein zeitlich befristetes Fenster, in dem sich ein einziges Gerät anmelden darf. Danach schließt sich das Tor wieder.

Was in der Theorie glatt klingt, scheitert im Alltag manchmal an Kleinigkeiten. Nicht jedes Endgerät unterstützt die Knopf-Methode. Manche verlangen stattdessen eine PIN-Eingabe, und genau dort wird es spannend, und im schlimmsten Fall unsicher.

Den WPS-Knopf finden: eine kleine Typenkunde, ganz ohne Modellliste

Die Position der WPS-Taste hat AVM über die Jahre mehrfach verändert. Bei den klassischen, flachen Fritzbox-Modellen sitzt sie oft auf der Oberseite, nahe der Lämpchen, manchmal als separater Taster neben einer „DECT“- oder „WLAN“-Taste. Bei den senkrecht stehenden Modellen wie der Fritzbox 7590 oder 7530 AX ist sie eher an der Vorderseite untergebracht, leicht erhaben und gut ertastbar. Wenn Sie gar nichts beschriftet finden, hilft nur der Blick ins Handbuch oder ein kurzer Check in der Benutzeroberfläche unter „WLAN > Sicherheit > WPS-Schnellverbindung“. Dort sehen Sie auch gleich, ob die Funktion gerade aktiv ist.

Haben Sie eine Fritzbox, die älter als zehn Jahre ist, gibt es den Knopf manchmal nur virtuell: in der Software, anwählbar über einen Button auf der Startseite der Fritzbox-Oberfläche. Das ist ein bisschen umständlicher, funktioniert aber genauso.

💡 Tipp: Wenn Sie Ihre Netzwerkeinstellungen gern dokumentieren, lohnt sich ein kleines Tabellendokument. Wie Sie solche Listen mit ein paar Klicks übersichtlich gruppieren, zeigt unser Artikel zu Excel-Gruppieren. So behalten Sie den Überblick, falls Sie später mehrere Geräte verwalten wollen.

Schritt für Schritt: ein Gerät per WPS-Taste anmelden

Die Mechanik ist simpel, aber die Reihenfolge entscheidet über Erfolg oder Frust:

  1. Versetzen Sie das neue Gerät (Drucker, Repeater, Smart-Tv) in den WPS-Kopplungsmodus. Meist heißt der Menüpunkt „WPS-Taste drücken“, „Per Tastendruck verbinden“ oder ähnlich.
  2. Drücken Sie innerhalb von zwei Minuten die WPS-Taste Ihrer Fritzbox. Halten Sie die Taste nicht länger als eine Sekunde, ein längerer Druck startet bei vielen Modellen gar nicht erst den Verbindungsvorgang, sondern schaltet das WLAN komplett aus.
  3. Warten Sie, bis die WLAN-LED an der Fritzbox kurz blinkt und dann dauerhaft leuchtet. Das Endgerät sollte jetzt eine Verbindungsbestätigung anzeigen.

Ein häufiger Stolperstein: Einige Fritzbox-Modelle unterscheiden zwischen einem kurzen Druck (WPS) und einem langen Druck (WLAN ein/aus). Wenn nach dem Drücken plötzlich das WLAN aus ist, haben Sie zu lange gehalten. Kein Drama, einfach noch einmal kurz tippen, das ist der typische Anfängerfehler, den fast jeder einmal macht.

WPS 2.0, PIN-Verfahren und die Sicherheit: worauf Sie achten sollten

Das ursprüngliche WPS-Verfahren, wie es in vielen Router-Generationen steckt, hat eine bekannte Schwachstelle: die PIN-Methode. Statt eines Tastendrucks tippen Sie eine achtstellige Nummer ein, die auf dem Router-Gehäuse klebt. Klingt sicher, ist es aber nicht. Die PIN ist in zwei Blöcke aufgeteilt, und ein Angreifer muss nur den ersten Block knacken, um die restlichen Ziffern zu errechnen. Das dauert im schlimmsten Fall nur wenige Stunden.

AVM hat deshalb schon vor Jahren bei der Fritzbox nachgelegt. Moderne Modelle unterstützen WPS 2.0 mit der sogenannten Push-Button-Methode, bei der die PIN-Abfrage im Hintergrund bleibt. Solange Sie ausschließlich die Taste drücken und keine PIN eingeben, ist das Risiko minimal. Zusätzlich deaktiviert die Fritzbox die WPS-PIN automatisch, sobald eine Verbindung über die Taste zustande gekommen ist. Auch das ist eine wirksame Bremse gegen ungebetene Gäste.

Bleibt die Frage, ob Sie WPS überhaupt brauchen. Für ein Gerät, das nur gelegentlich ins Netz soll, etwa der Drucker, der 360 Tage im Jahr im Standby döst, ist die Taste eine saubere Lösung. Für Geräte, die sensible Daten bewegen, wie ein Arbeitslaptop, empfehlen wir eher den klassischen Weg: WPA3-Passwort vergeben und gut ist. Denn bei aller Bequemlichkeit: Ein starkes, einmalig eingegebenes Passwort ist immer noch die sicherste Methode.

WPS abschalten, und was dann mit den verbundenen Geräten passiert

Wenn Sie WPS komplett deaktivieren, brechen keine bestehenden Verbindungen ab. Ihr Drucker oder Repeater bleibt ganz normal im Netz, nur neue Anmeldungen per Knopfdruck sind nicht mehr möglich. Die Einstellung finden Sie in der Fritzbox-Oberfläche unter:

  • „WLAN“ klicken,
  • dann „Sicherheit“,
  • den Reiter „WPS-Schnellverbindung“ wählen,
  • Haken bei „WPS-Schnellverbindung aktiv“ entfernen,
  • auf „Übernehmen“ klicken.

Ab sofort ist der Zugang nur noch per Passworteingabe möglich. Wenn Sie später doch wieder per Knopfdruck ein Gerät anmelden wollen, schalten Sie die Option einfach wieder ein, verbinden das Gerät und deaktivieren WPS danach erneut. Ein bisschen umständlich, aber für alle, die das Thema Sicherheit ernst nehmen, eine gute Angewohnheit.

WPS-Alternativen: der Umweg über den Gastzugang

Eine oft übersehene Alternative ist das Fritzbox-Gastnetz. Gerade für Besuch oder Geräte, die nur kurz ins Internet müssen, können Sie ein separates WLAN einrichten, das vom restlichen Heimnetz abgeschottet ist. Die Verbindung läuft dann zwar wieder über ein Passwort, aber Sie können das Gastnetz dauerhaft aktivieren und nur bei Bedarf einschalten. WPS ist für das Gastnetz übrigens genauso verfügbar, eine Kombination, die im Alltag oft praktischer ist als gedacht.

Ein weiteres Szenario: Viele Mesh-Repeater von AVM verbinden sich per Knopfdruck über ein eigenes, abgesichertes Verfahren, das nichts mit WPS zu tun hat. Die Fritzbox erkennt einen AVM-Repeater in der Nähe und schaltet automatisch eine verschlüsselte Brücke. Wer im AVM-Kosmos bleibt, bekommt also mehr Komfort, ohne das WPS-Sicherheitsniveau zu strapazieren.

Zusammengefasst: WPS ist ein Werkzeug, kein Feind. Es macht das Einrichten einfacher, und mit etwas Köpfchen eingesetzt entstehen daraus keine Sicherheitslücken.

Fragen zur WPS-Taste an der Fritzbox

Muss ich nach einem Firmware-Update WPS neu aktivieren?

Normalerweise nicht. Ein Firmware-Update ändert die WPS-Einstellungen nicht, solange Sie kein komplettes Zurücksetzen auf Werkseinstellungen vornehmen. Allerdings prüft AVM bei größeren Sprüngen gelegentlich die Sicherheitseinstellungen, sodass es nicht schadet, nach einem Update kurz in der Oberfläche nachzusehen.

Was tun, wenn das Gerät per WPS nicht an der Fritzbox andocken will?

Liegt meist nicht an der Fritzbox, sondern am Endgerät oder an der Zeitüberschreitung. Öffnen Sie das WPS-Fenster an der Fritzbox erst, wenn das Gerät bereits im Kopplungsmodus wartet. Hilft das nicht, schalten Sie am Endgerät kurz das WLAN aus und wieder ein und versuchen Sie es erneut.

Erkennt meine Fritzbox, wenn jemand unbefugt per WPS eindringt?

Die Fritzbox protokolliert alle Anmeldungen. Unter „System > Ereignisse“ sehen Sie Datum und Uhrzeit jeder neuen WLAN-Verbindung. Ein unbekannter Gerätename fällt dort schnell auf. Wer ganz sicher gehen will, kann die WPS-PIN-Methode im gleichen Menü deaktivieren, ohne die Taste abzuschalten.

Kann ich mit WPS mehrere Geräte gleichzeitig koppeln?

Nein. Die Fritzbox bearbeitet immer nur eine WPS-Anfrage innerhalb des zweiminütigen Zeitfensters. Für jedes weitere Gerät müssen Sie die Taste erneut drücken oder den Vorgang in der Oberfläche manuell starten.

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