Sie haben einen Rebuy-Gutschein bekommen und werden ihn nie einlösen. Vielleicht haben Sie schon alle Geräte, die Sie brauchen, oder Rebuy führt gerade nicht das, was auf Ihrer Wunschliste steht. Wegwerfen wäre schade. Verschenken auch nicht immer die beste Lösung. Also verkaufen. Nur wie, und vor allem: wie viel Geld kommt dabei wirklich raus?

Die kurze Antwort: Verkaufen geht, aber Sie müssen mit einem Abschlag rechnen. Der volle Nennwert ist auf dem Weiterverkaufsmarkt so gut wie nie zu erzielen. Warum das so ist, welche Plattformen sich eignen und wie Sie sich vor den häufigsten Stolperfallen schützen, lesen Sie hier.

Welcher Verkaufskanal für Rebuy-Gutscheine taugt

Drei Wege dominieren den privaten Gutscheinverkauf: Online-Marktplätze mit integriertem Käuferschutz, Kleinanzeigen-Portale und spezialisierte Ankaufsdienste. Jeder hat seine eigene Logik, und Ihre Entscheidung hängt davon ab, wie schnell Sie verkaufen wollen und wie viel Sicherheit Sie brauchen.

Die großen Marktplätze mit Käuferschutz bieten dem Käufer die Gewissheit, dass der Code funktioniert. Das senkt das Risiko für ihn. Dafür zahlen Sie als Verkäufer eine Gebühr. Der Vorteil: Sie erreichen viele potenzielle Käufer und können den Gutschein oft innerhalb weniger Stunden loswerden. Der Nachteil: Der Preis, den Sie erzielen, liegt meist zehn bis zwanzig Prozent unter dem Nennwert, weil Käufer die Gebühren und das Restrisiko einkalkulieren.

Lokale Kleinanzeigen kommen ohne Gebühren aus. Der Käufer trifft Sie persönlich oder zahlt per Überweisung. Das klingt fair, ist aber auch deutlich riskanter, für beide Seiten. Ein gekaufter Gutscheincode kann schon eingelöst sein, und der Käufer bleibt auf dem Schaden sitzen. Umgekehrt kann ein Käufer behaupten, der Code habe nicht funktioniert, und Sie stehen ohne Beleg da. Wer diesen Weg geht, sollte den Gutschein unmittelbar vor der Übergabe prüfen und den gesamten Chat sowie den Zahlungsbeleg aufheben.

Spezialisierte Ankaufsdienste nehmen Ihnen die Arbeit ab. Sie geben den Gutschein ab, erhalten sofort Geld und müssen sich um nichts mehr kümmern. Dafür ist der Abschlag hier oft am höchsten. Solche Dienste leben von der Marge, die zwischen Ankaufspreis und Weiterverkauf liegt. Für einen 50-Euro-Rebuy-Gutschein bekommen Sie dort vielleicht 35 bis 40 Euro. Das klingt wenig, ist aber die stressfreieste Option, wenn Sie den Gutschein schnell und sicher loswerden wollen.

Den richtigen Preis finden, ohne den Kürzeren zu ziehen

Der Wert eines Rebuy-Gutscheins bemisst sich nicht an dem, was draufsteht. Ein 100-Euro-Code ist auf dem Zweitmarkt keine 100 Euro wert. Warum? Weil der Käufer ein Risiko eingeht und weil er den Gutschein nur bei Rebuy einlösen kann, also begrenzte Auswahl hat.

Ein fairer Preis liegt fast immer unter dem Nennwert. Wie weit darunter, hängt von drei Faktoren ab: der Höhe des Gutscheins, der Restlaufzeit und der Plattform, auf der Sie verkaufen. Ein kleiner Betrag von 10 oder 20 Euro lässt sich fast ohne Abschlag verkaufen, einfach weil das Risiko für den Käufer gering ist. Bei einem 200-Euro-Gutschein wird der Abschlag größer, denn kaum jemand legt 200 Euro hin, ohne einen deutlichen Vorteil zu sehen.

Eine realistische Orientierung: Wer auf einem großen Marktplatz mit Käuferschutz verkauft, erzielt in der Regel 80 bis 90 Prozent des Nennwerts. Bei einem Ankaufsdienst sind es eher 65 bis 75 Prozent. Kleinanzeigen liegen irgendwo dazwischen, wenn Sie einen vertrauenswürdigen Käufer finden.

Wenn Sie für 50 Euro Guthaben nur 30 Euro bekommen, lohnt die Frage, ob Sie das Guthaben nicht doch selbst nutzen oder gegen etwas eintauschen, das Sie später verschenken können.

Gutscheinverkauf ohne böse Überraschungen, so sichern Sie sich ab

Der Weiterverkauf von Gutscheinen bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone. Nicht weil es verboten wäre, sondern weil die Bedingungen des Ausstellers oft einschränken. Rebuy selbst gibt in seinen AGB vor, ob und wie Gutscheine übertragbar sind. Wer dagegen verstößt, riskiert, dass der Gutschein gesperrt wird und der Käufer leer ausgeht. Lesen Sie also vor dem Verkauf die aktuellen Bedingungen auf der Rebuy-Website.

Technisch gesehen ist ein Gutscheincode eine alphanumerische Zeichenkette. Wer ihn kennt, kann ihn einlösen. Deshalb schützen Sie den Code wie Bargeld. Zeigen Sie ihn niemals auf Fotos, die Sie in eine Anzeige stellen. Versenden Sie den Code erst, wenn das Geld auf Ihrem Konto ist oder der Käuferschutz greift.

Ein weit verbreiteter Betrug läuft so ab: Ein Käufer meldet sich, bezahlt und löst den Code sofort ein. Dann behauptet er beim Zahlungsdienstleister, die Ware sei nicht angekommen, und fordert das Geld zurück. Ohne Beleg haben Sie schlechte Karten. Führen Sie deshalb immer einen Screenshot des versendeten Codes mit Zeitstempel mit und dokumentieren Sie den Chat. Bei einem Treffen vor Ort lassen Sie sich den Personalausweis zeigen und notieren die Daten nicht, das wäre übergriffig, aber Sie können sich den Namen bestätigen lassen und einen kurzen schriftlichen Kaufvertrag aufsetzen.

Falls Sie mehrere Gutscheine auf einmal verkaufen, hilft eine kleine Excel-Tabelle mit Datum, Käufer und Status, den Überblick zu behalten. Wie Sie Spalten in Excel einfügen und eine Liste übersichtlich halten, haben wir an anderer Stelle beschrieben.

Warum ein Verkauf manchmal die zweitbeste Lösung ist

Rebuy verkauft gebrauchte Elektronik, Bücher und Medien. Der Gutschein lässt sich also nur für Dinge einlösen, die Sie tatsächlich brauchen. Bevor Sie ihn unter Wert abgeben: Könnte jemand in Ihrem Umfeld ihn zum vollen Wert nutzen? Verschenken oder tauschen unter Freunden ist fast immer lukrativer als ein öffentlicher Verkauf.

Eine andere Möglichkeit: Sie kaufen mit dem Gutschein ein Gerät bei Rebuy und verkaufen es weiter. Ein iPhone oder ein Kindle hat einen bekannten Marktwert, ein Gutschein nicht. Der Umweg über ein Gerät verringert den Abschlag, kostet aber Zeit: bestellen, auspacken, testen, neu inserieren. Für technisch Versierte lohnt sich das, für alle anderen bleibt der direkte Gutscheinverkauf der einfachere Weg.

Und die Zeit läuft mit. Ein Gutschein, der in drei Monaten abläuft, verliert mit jedem Tag an Wert. Dann ist ein schneller Verkauf mit höherem Abschlag oft besser, als auf einen besseren Preis zu warten und am Ende einen abgelaufenen Code in der Hand zu halten.

Was Sie tun können, wenn sich kein Käufer findet

Manchmal bleibt der Gutschein liegen. Der Markt für Rebuy-Gutscheine ist kleiner als der für Amazon. Meldet sich nach zwei Wochen kein seriöser Käufer, senken Sie den Preis oder wechseln die Plattform. Ein Ankaufsdienst, den Sie vorher gemieden haben, ist dann die letzte Rettung.

Eine Spende bringt kein Geld, aber bei einer Spendenquittung einen steuerlichen Vorteil. Und wer mehrere Gutscheine parallel verwaltet, behält mit einer Excel-Tabelle den Überblick. Wie Sie darin Zeilen und Spalten vertauschen, zeigen wir an anderer Stelle.

Fragen, die uns oft gestellt werden

Darf ich meinen Rebuy-Gutschein einfach so weiterverkaufen?

Das hängt von den aktuellen Geschäftsbedingungen von Rebuy ab. Viele Gutscheine sind offiziell nicht übertragbar. In der Praxis wird der Verkauf zwischen Privatpersonen meist toleriert, solange der Code nicht mehrfach eingelöst wird. Trotzdem tragen Sie das Risiko, falls Rebuy den Gutschein sperrt. Lesen Sie die AGB zum Zeitpunkt des Verkaufs.

Welche Plattform ist für Rebuy-Gutscheine am sichersten?

Große Marktplätze mit integriertem Käuferschutz bieten die meiste Sicherheit für beide Seiten. Der Käufer erhält den Code erst, wenn die Zahlung bestätigt ist, und Sie bekommen Ihr Geld auch dann, wenn der Käufer später Probleme meldet. Ankaufsdienste sind sicher, aber mit hohem Abschlag verbunden.

Wie erkenne ich einen unseriösen Käufer?

Wenn jemand den vollen Nennwert ohne Nachfrage akzeptiert, mit Druck zur Eile drängt oder vorschlägt, die Kommunikation auf einen anderen Kanal zu verlagern, sollten Sie vorsichtig sein. Seriöse Käufer stellen Fragen zur Gültigkeit und zum Restwert und akzeptieren die üblichen Abschläge. Bei persönlichen Übergaben bestehen Sie auf einen Treffpunkt mit Kameras oder an einem belebten Ort.

Kann ich einen teilweise genutzten Rebuy-Gutschein verkaufen?

Rebuy-Gutscheine lassen sich in der Regel nur vollständig einlösen. Ein Restguthaben bleibt als Code nicht erhalten. Deshalb ist ein Teilverkauf nicht möglich. Wenn Sie nur einen Teil des Gutscheins nutzen wollen, lösen Sie ihn ein und verkaufen den gekauften Artikel, nicht den Gutschein selbst.

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