Ein Stapel Zeitschriften, der langsam umfällt. Eine Lastschrift, die jeden Monat abgebucht wird, obwohl das Heft längst in der Ecke liegt. Sie wollen Ihr Burda-Abo kündigen, aber der Gedanke an Formulare und Widerspruchsfristen nervt. Verständlich. Die gute Nachricht: Es geht schneller, als Sie denken, und Sie können Fehler vermeiden, die die Kündigung sonst verzögern. Wir führen Sie durch den ganzen Prozess, vom richtigen Zeitpunkt bis zur Bestätigung.

Den Kündigungstermin sofort klären

Wer kündigt, muss die Frist kennen. Bei Abonnements des Burda Verlags, das betrifft Titel wie «Freizeit Revue», «Bunte», «Mein schöner Garten» oder «Lisa», gilt fast immer eine Kündigungsfrist von sechs Wochen zum Ende der bezahlten Laufzeit. Die Laufzeit selbst ist meist ein Jahr, manchmal auch kürzer, zum Beispiel bei einem Geschenkabo oder einem zeitlich befristeten Angebot.

Was das konkret bedeutet: Wenn Ihr Jahresabo am 31. Dezember endet, muss die Kündigung spätestens Mitte November beim Verlag eingehen. Verpassen Sie dieses Datum, verlängert sich der Vertrag automatisch um ein weiteres Jahr, es sei denn, Sie haben ein monatlich kündbares Abo abgeschlossen, das kommt aber seltener vor. Ein Blick in Ihre Vertragsunterlagen oder auf die letzte Rechnung zeigt, welche Laufzeit für Ihr Abo gilt. Notieren Sie sich den Stichtag. Viele Leser legen sich dafür einen einfachen Kalendereintrag an, der sie drei Wochen vorher erinnert. Wer den Überblick über mehrere Abos behalten will, kann auch eine simple Excel-Tabelle führen, zur Not lässt sich sogar eine Zeiterfassung Excel Vorlage zweckentfremden, um Fristen zu listen.

Sonderfall Sonderkündigung

In bestimmten Situationen können Sie außerordentlich und ohne die reguläre Frist kündigen. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn der Verlag die Bezugspreise erhöht oder die Erscheinungsweise ändert. Dann haben Sie ein Sonderkündigungsrecht. In der Regel informiert Sie der Verlag mit der Preiserhöhung auch über Ihr außerordentliches Kündigungsrecht. Die Frist dafür liegt meist bei vier bis sechs Wochen ab Bekanntgabe. Ein formloser Brief genügt, Sie sollten sich aber auf die Preiserhöhung beziehen.

Die richtige Adresse und der richtige Weg

Eine Kündigung braucht Textform. Ein Telefonat genügt nicht, ein Chat mit dem Kundenservice auch nicht. Sie müssen Ihr Anliegen schriftlich erklären, handschriftlich auf Papier, per E‑Mail oder über ein Online-Formular, falls der Verlag eines anbietet. Wir zeigen die drei Optionen mit ihren Vor- und Nachteilen.

Per Post, sicher und nachweisbar

Der sicherste Weg ist ein Brief an:

Burda Direkt Services

77649 Offenburg

Keine komplizierte Straße, keine Hausnummer. Die Postleitzahl genügt. Versenden Sie das Schreiben idealerweise per Einwurf-Einschreiben. Dann haben Sie einen Beleg, dass der Brief angekommen ist. Ein einfacher Brief reicht zwar rechtlich ebenfalls, aber ohne Sendungsverfolgung bleiben Sie im Zweifel ohne Nachweis. Nennen Sie im Schreiben immer Ihre Kundennummer, die vollständige Anschrift und das betroffene Abo (Hefttitel). Diese Daten finden Sie auf Ihrer Rechnung oder auf dem Adressaufkleber des Hefts.

Per E‑Mail, schnell, aber ohne Empfangsbestätigung

Viele Verlage akzeptieren Kündigungen per E‑Mail. Burda Verlag gibt dafür oft die Adresse kundenservice@burda.com oder eine ähnliche Serviceadresse an. Prüfen Sie vorab auf der Website des Verlags, ob die genannte E‑Mail-Adresse noch aktuell ist und ob ausdrücklich Kündigungen auf diesem Weg entgegengenommen werden. Hängen Sie eine PDF Ihres unterschriebenen Kündigungsschreibens an, um die Textform zu wahren. Nachteil: Sie erhalten nicht automatisch eine Empfangsbestätigung. Fordern Sie eine Lesebestätigung an, die der Verlag aber nicht zurückschicken muss. Bleibt der Empfang unklar, ist der Postweg die sicherere Variante.

Online-Kündigung, praktisch, aber oft versteckt

Einige große Verlage bieten mittlerweile ein Online-Kündigungsportal an. Sie geben Ihre Kundennummer und Vertragsdaten ein und erhalten eine Bestätigungsmail. Der Vorteil: keine Porto-Kosten, schnelle Rückmeldung. Allerdings ist das Formular manchmal im Untermenü des Kundenkontos versteckt. Suchen Sie nach «Vertrag kündigen» oder «Abo beenden». Falls Sie den Button nicht finden, weichen Sie auf den Postweg aus.

Mustervorlage für das Kündigungsschreiben

Sie müssen keine juristischen Formulierungen erfinden. Ein klares Schreiben genügt. Kopieren Sie diese Vorlage, passen Sie die markierten Felder an und schicken Sie sie ab.

[Bitte Ihren Vor- und Nachnamen]
[Ihre Straße und Hausnummer]
[Ihre Postleitzahl und Ort]
[Optional: Ihre E‑Mail-Adresse]

Burda Direkt Services
77649 Offenburg

Ort, Datum

Kündigung meines Abonnements [Titel des Magazins, z. B. «Bunte»]

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit kündige ich meinen Abonnement-Vertrag für die Zeitschrift [Titel] zum nächstmöglichen Zeitpunkt, hilfsweise zum Ende der regulären Vertragslaufzeit.

Meine Kundennummer: [Ihre Kundennummer]

Bitte bestätigen Sie mir die Kündigung schriftlich und nennen Sie mir das genaue Vertragsende. Widersprechen Sie bitte jeglicher Werbung oder Zusendung weiterer Angebote nach Vertragsende.

Mit freundlichen Grüßen
[Ihre Unterschrift]

Zwei Punkte sind hier wichtig. Erstens: «Hilfsweise zum Ende der regulären Vertragslaufzeit» stellen Sie klar, dass Sie notfalls erst zum nächsten zulässigen Termin kündigen wollen, falls der Wunschtermin nicht greift. Zweitens: Die Bitte um Kündigungsbestätigung ist kein juristischer Zauber, sondern ein praktisches Instrument. Kommt die Bestätigung nicht, haken Sie nach.

Kündigung ist raus, was dann?

Der Brief ist abgeschickt, die E‑Mail im Ausgang. Jetzt heißt es: Ruhe bewahren und nicht noch einmal voreilig kündigen, nur weil keine sofortige Antwort kommt. Einige typische Stationen nach der Absendung.

Die Bestätigung abwarten

Burda Direkt Services verschickt in der Regel innerhalb von zwei bis drei Wochen eine schriftliche Kündigungsbestätigung. Darin steht das exakte Vertragsende. Heben Sie dieses Schreiben gut auf, digital oder in einem Ordner. Bewahren Sie auch den Einlieferungsbeleg des Einschreibens auf, so sind Sie auf der sicheren Seite, falls doch eine Abbuchung nach dem Vertragsende auftaucht.

Lastschrift prüfen

Nach dem bestätigten Kündigungstermin darf nichts mehr abgebucht werden. Kontrollieren Sie Ihr Konto in den ersten ein bis zwei Monaten nach dem Ende. Wird noch einmal abgebucht, widersprechen Sie der Lastschrift bei Ihrer Bank und schicken Sie dem Verlag eine Kopie der Kündigungsbestätigung mit der Bitte um Rückerstattung. In der Praxis regelt sich das meist unkompliziert, vorausgesetzt, Sie haben den Nachweis.

Unerwünschte Werbung stoppen

Manchmal schickt der Verlag nach der Kündigung noch Werbebriefe oder Anrufe, um Sie zurückzugewinnen. Dem können Sie im Kündigungsschreiben bereits widersprechen, wie in der Vorlage oben. Falls die Werbung nicht aufhört, reicht ein kurzer Hinweis per E‑Mail oder Post auf Ihr bestehendes Werbewiderspruchsrecht. Der Verlag ist dann verpflichtet, die Kontaktaufnahme einzustellen.

Fehler, die Sie umgehen sollten

Eine Kündigung scheitert nicht an bösem Willen des Verlags, sondern fast immer an kleinen Formfehlern. Diese drei sind die häufigsten.

Falsche Adresse

Schicken Sie die Kündigung nicht an den Redaktionssitz oder an irgendeine Burda-Zentrale, sondern ausschließlich an Burda Direkt Services, 77649 Offenburg. Adressen wie «Hubert-Burda-Platz 1, 77652 Offenburg» sind für Vertragskündigungen nicht zuständig. Ihr Brief landet dann im internen Postumlauf und verpasst die Frist.

Fehlende Kundennummer

Ohne Kundennummer braucht der Verlag länger, um Ihr Abo zuzuordnen. Die Nummer steht auf jeder Rechnung, auf dem Adressaufkleber des Hefts und meist in der Kopfzeile von E‑Mails des Kundenservice. Notieren Sie sie im Brief und im Betreff Ihrer E-Mail. Es geht nicht um Pingeligkeit, die Nummer beschleunigt die Bearbeitung um Tage.

Kein Nachweis, keine Bestätigung verlangt

Verzichten Sie auf das Einschreiben und bitten Sie nicht um eine Bestätigung, stehen Sie im Zweifel ohne Beleg da. Sie haben dann keine Handhabe, wenn der Verlag behauptet, die Kündigung sei nie angekommen. Die zwei Euro für das Einschreiben sind gut investiert, vor allem bei einem Abo, das noch über Monate läuft.

Wer seine Kündigung digital verwaltet, sollte darauf achten, dass die gescannten Belege nicht auf einem veralteten Rechner liegen, der demnächst den Geist aufgibt. Ein Nebeneffekt: Ein aktuelles Betriebssystem macht die Ablage weniger fehleranfällig. Windows 11 lässt sich oft auch auf älteren PCs installieren, wenn man ein paar Voraussetzungen beachtet.

Wenn Sie doch nicht kündigen wollen: Pause oder Upgrade

Vielleicht wollen Sie das Abo gar nicht komplett loswerden. Vielleicht geht es nur um den Preis, die Häufigkeit oder eine digitale Alternative. Zwei Wege, bevor Sie voreilig kündigen.

Abo pausieren

Einige Abos lassen sich für einen festen Zeitraum unterbrechen, etwa bei einem Umzug oder wenn Sie mehrere Monate verreisen. Die Pausierung erfolgt meist kulanzweise, ein gesetzlicher Anspruch darauf besteht nicht. Rufen Sie den Kundenservice an oder schreiben Sie eine formlose Mail mit der Bitte um Pausierung. Nennen Sie den gewünschten Zeitraum. Im Idealfall werden die bezahlten Hefte nachgeliefert oder die Laufzeit verlängert sich entsprechend.

Auf ein Digital-Abo umsteigen

Wer nur das Papier loswerden will, kann prüfen, ob Burda Verlag für den gewünschten Titel ein reines Digital-Abo anbietet. Oft ist es günstiger und Sie lesen die Hefte auf dem Tablet. Der Wechsel ist meist einfacher als eine komplette Neubestellung. Fragen Sie beim Kundenservice nach einem Umstellungsangebot, bevor Sie das Print-Abo kündigen. In vielen Fällen gibt es sogar vergünstigte Konditionen für Bestandskunden.

Häufige Fragen

Kann ich mein Burda Abo auch telefonisch kündigen?

Nein, eine schriftliche Kündigung ist gesetzlich vorgeschrieben, weil der Vertrag eine Textform verlangt. Ein Anruf kann den Prozess nicht ersetzen, sondern allenfalls vorbereitend sein. Sie erhalten dann meist eine E‑Mail-Adresse, an die Sie die schriftliche Kündigung schicken müssen. Verlassen Sie sich nicht auf mündliche Zusagen, sie sind nicht bindend.

Gilt die Kündigung auch für ein Geschenkabo?

Ja, auch ein befristetes Geschenkabo endet automatisch, wenn Sie nichts unternehmen. Soll das Abo vor Ende der vereinbarten Laufzeit beendet werden, müssen Sie ebenfalls aktiv kündigen, meist mit der gleichen Frist. Achten Sie darauf, dass bei einem Geschenkabo oft der Schenker Vertragspartner ist, nicht der Beschenkte. Klären Sie also, wer die Kündigung unterschreiben muss.

Was passiert, wenn ich während der Laufzeit sterbe?

Im Erbfall können die Erben den Abonnementvertrag innerhalb eines Monats nach Kenntnis des Todes kündigen, unabhängig von der regulären Frist. Das Bürgerliche Gesetzbuch räumt ihnen ein außerordentliches Kündigungsrecht ein. Ein formloses Schreiben an Burda Direkt Services mit einem Nachweis (Sterbeurkunde) genügt. Die Bankverbindung wird dann totgesperrt.

Bekomme ich nach der Kündigung Geld zurück?

Normalerweise nicht. Sie kündigen zum Ende der bezahlten Laufzeit, danach werden keine Beträge mehr fällig. Haben Sie jedoch aus Versehen für einen Zeitraum nach dem Vertragsende bezahlt, etwa weil das Jahresabo bereits im Voraus abgebucht wurde, die Kündigung aber vor dem Ende dieses Zeitraums wirkt, müssen Sie die Rückerstattung beantragen. Der Verlag ist verpflichtet, diesen Betrag unverzüglich zu erstatten.

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