Sie haben sich entschieden, Ihr Volksbank-Konto zu kündigen. Vielleicht sind Sie zu einer Direktbank gewechselt, vielleicht stört Sie die neue Gebührenstruktur, oder Sie ziehen ins Ausland. Der Gedanke an Papierkram und Fristen schreckt kurz auf, aber das Ganze ist überschaubarer, als es klingt. In den ersten fünf Minuten wissen Sie, was zu tun ist. Den Rest erklären wir Ihnen, damit Sie nichts übersehen.

Was Sie vor der Kündigung unbedingt regeln sollten

Eine Kontoschließung ist mehr als ein Brief. Damit Sie nicht plötzlich ohne Zahlungsverkehr dastehen, erledigen Sie drei Dinge, bevor Sie die Kündigung losschicken.

Erstens: Eröffnen Sie ein neues Konto, falls Sie das noch nicht getan haben. Das klingt banal, aber viele unterschätzen die Zeit, bis alle Lastschriften und Daueraufträge umgeleitet sind. Zweitens: Informieren Sie alle Zahlungspartner über Ihre neue IBAN. Dazu gehören Arbeitgeber, Vermieter, Versicherungen, Streamingdienste, die Liste ist länger, als man denkt. Drittens: Sorgen Sie dafür, dass Ihr Onlinebanking-Zugang noch aktiv ist, bis wirklich alles abgeschlossen ist. Kündigen Sie also nicht zu früh, solange noch Buchungen eingehen oder ausstehen.

Ein Punkt, der oft vergessen wird: das Postfach. Die meisten Volksbanken versenden Kontoauszüge und Kündigungsbestätigungen digital, aber prüfen Sie zur Sicherheit, ob bei Ihrem Institut noch Papierdokumente kommen. Lieber eine Woche länger warten, als eine Mahnung wegen einer versehentlich abgelehnten Lastschrift zu kassieren.

Die schriftliche Kündigung: Form, Frist und Musterschreiben

Die Kündigung eines Girokontos bei der Volksbank ist gesetzlich an keine besondere Form gebunden. Ein einfaches Schreiben, unterschrieben und per Post oder als eingescanntes PDF an Ihre Filiale geschickt, genügt. Eine E-Mail ohne Unterschrift reicht meist nicht aus, weil die Bank Ihre Identität prüfen muss. Manche Institute bieten inzwischen eine Kündigung direkt im Onlinebanking an, fragen Sie in Ihrer Filiale nach, ob das möglich ist.

Das Schreiben muss Ihren Namen, Ihre Kontonummer oder IBAN, Ihre Adresse und das gewünschte Kündigungsdatum enthalten. Der Satz «Hiermit kündige ich mein Konto mit der Nummer DE… zum nächstmöglichen Zeitpunkt» ist juristisch wirksam. Falls Sie ein konkretes Datum nennen, achten Sie auf die Frist. Die normale Kündigungsfrist bei Girokonten beträgt zwei Monate zum Quartalsende. Kündigen Sie also am 10. April, wird das Konto frühestens Ende Juni geschlossen. Manche Verträge haben abweichende Regelungen, ein Blick ins Vertragsdokument oder in die AGB schafft Klarheit.

Eine Besonderheit ist das Sonderkündigungsrecht. Wenn die Volksbank Ihre Kontogebühren erhöht oder Leistungen einschränkt, können Sie innerhalb von zwei Monaten nach Bekanntgabe der Änderung ohne Einhaltung der normalen Frist kündigen. Die Kündigung wird dann zu dem Zeitpunkt wirksam, zu dem die Änderung in Kraft treten soll. Dieses Recht gilt auch dann, wenn Sie ein gebührenfreies Konto hatten und plötzlich Gebühren anfallen.

Praktisch: Die Verbraucherzentrale stellt kostenlose Musterbriefe für Kontokündigungen bereit. Sie können die Vorlage auf Ihr Institut anpassen und müssen nur noch die persönlichen Daten ergänzen. Wer Zeit sparen will, kann auch einen Kündigungsservice nutzen, aber wir raten zur direkten Kommunikation mit der Bank, dann haben Sie die Bestätigung schneller und können Missverständnisse direkt klären.

Kontoauszüge und Transaktionsdaten retten

Bevor der letzte Tag kommt, ziehen Sie alle Kontoauszüge der letzten Jahre im PDF-Format. Bewahren Sie diese Unterlagen steuerrechtlich mindestens zehn Jahre auf, falls das Finanzamt Fragen hat. Noch besser: Exportieren Sie Ihre Umsatzdaten als CSV-Datei. Damit können Sie in Excel oder einem anderen Tabellenprogramm Ausgaben auswerten, Belege zuordnen und eine saubere Übersicht behalten.

Wer die Daten später noch braucht, sollte sie nicht nur speichern, sondern auch strukturieren. Sortieren Sie die exportierte Liste nach Datum, um einen lückenlosen Verlauf zu erhalten, unser Ratgeber zum Excel nach Datum sortieren zeigt, wie das mit wenigen Klicks klappt. Und wenn die CSV-Werte als Text importiert werden und sich nicht summieren lassen, hilft Ihnen der Beitrag Excel Text in Zahl umwandeln weiter. Eine saubere Tabelle ist Gold wert, wenn Sie Jahre später einen einzelnen Beleg suchen.

Sichern Sie die Export-Dateien an einem Ort, den Sie auch ohne das alte Onlinebanking erreichen: extern auf einer Festplatte, in einer Cloud oder auf einem lokalen Server. Sobald das Konto geschlossen ist, haben Sie keinen Zugriff mehr auf die Transaktionshistorie, und die Bank ist nicht verpflichtet, Ihnen dann noch Unterlagen auszuhändigen. Ein kurzer Test: Versuchen Sie, sich mit Ihrem Zugang einzuloggen, nachdem das Konto angeblich geschlossen wurde. Wenn Sie noch reinkommen, ist die Schließung nicht abgeschlossen. Erst wenn der Zugang gesperrt ist, ist alles erledigt.

Wohin mit Daueraufträgen und Lastschriften?

Das ist der aufwändigste Teil eines Kontowechsels, denn die Bank führt keine automatische Umschreibung durch. Sie müssen jeden Dauerauftrag einzeln im Onlinebanking oder in der Filiale löschen und im neuen Konto neu einrichten. Gleiches gilt für Lastschriftmandate: Jedes Unternehmen, das bisher von Ihrem alten Konto abbucht, braucht eine neue Einzugsermächtigung mit Ihrer neuen IBAN.

Erstellen Sie eine Liste aller Abbuchungen der letzten zwölf Monate. Filtern Sie zuerst die regelmäßigen Zahlungen heraus, Miete, Strom, Telefon, Versicherungen, Abos. Informieren Sie diese Partner schriftlich oder über deren Kundenportal. Bei vielen Dienstleistern können Sie die IBAN direkt online ändern, was den Aufwand erheblich senkt. Denken Sie auch an seltene Abbuchungen, etwa die jährliche Kfz-Steuer oder Mitgliedsbeiträge.

Ein Tipp: Lassen Sie das alte Konto noch einen Monat nach der Umstellung geöffnet, falls eine Lastschrift doch noch auf das alte Konto zugreift. So vermeiden Sie Rücklastschriften und Mahngebühren. Erst wenn alle Zahlungen vom neuen Konto abgehen und Sie die Bestätigung haben, beantragen Sie die endgültige Schließung.

Was passiert mit dem Dispokredit oder einem Rahmenkredit?

Wenn Sie Ihr Girokonto kündigen, erlischt auch der eingeräumte Dispositionskredit. Sind Sie zum Zeitpunkt der Kündigung im Minus, müssen Sie den Saldo ausgleichen, sonst verweigert die Bank die Auflösung. Das gilt auch für einen eventuell noch laufenden Rahmenkredit. Die Bank wird die Schließung nur dann vollziehen, wenn das Konto einen positiven Saldo aufweist oder Sie eine Vereinbarung zur Rückzahlung getroffen haben.

Klären Sie offene Beträge daher frühzeitig. Wenn Sie das Konto wegen hoher Schulden kündigen möchten, sprechen Sie mit Ihrer Beraterin oder Ihrem Berater, eine Umschuldung oder ein Ratenplan können helfen, die Verbindlichkeiten zu ordnen, bevor Sie das Konto auflösen. Lassen Sie sich eine schriftliche Bestätigung geben, dass nach Ausgleich alle Forderungen abgegolten sind.

Alternativen: Konto ruhend stellen statt kündigen

Nicht immer ist eine vollständige Kündigung nötig. Wenn Sie nur für eine Weile kein Girokonto bei der Volksbank brauchen, können Sie es auf ein reines Guthabenkonto umstellen oder ruhend stellen lassen. Dabei bleibt die IBAN erhalten, aber Sie verzichten auf Dispo, Karten und Zahlungsverkehr. Die Bank verlangt dann meist niedrigere oder gar keine monatlichen Gebühren.

Diese Variante lohnt sich, wenn Sie später vielleicht wieder auf das Konto zurückgreifen möchten, etwa weil Sie in die Region zurückziehen oder eine Immobilienfinanzierung ansteht. Der große Vorteil: Sie müssen nicht alle Daueraufträge und Lastschriften ändern, sondern pausieren das Konto lediglich. Fragen Sie Ihre Filiale nach den Konditionen, denn nicht jedes Institut bietet ein echtes Ruhendstellungsmodell an.

Eine weitere Möglichkeit ist der Wechselservice der Bank. Immer mehr Institute helfen beim Kontoumzug und leiten Gutschriften sowie Lastschriften weiter. Die gesetzliche Kontowechselhilfe verpflichtet Banken, innerhalb von zwei Geschäftstagen eine Übersicht der Daueraufträge und Lastschriften zu liefern, damit Sie den Umzug sauber planen können. Nutzen Sie diesen Service, er spart Zeit und verhindert vergessene Buchungen.

Was die Kündigung kostet und worauf Sie achten müssen

Die reine Kündigung eines Kontos ist in Deutschland grundsätzlich kostenlos. Es darf kein Bußgeld oder eine Extragebühr dafür anfallen, dass Sie Ihr Konto schließen. Allerdings können Kosten entstehen, wenn Sie Ihr Konto im Minus kündigen oder eine Kreditkarte mit Zusatzfunktionen besitzen, die Sie separat kündigen müssen. Prüfen Sie, ob mit Ihrem Girokonto verknüpfte Produkte wie eine Kreditkarte, ein Depot oder ein Bausparvertrag eigene Kündigungsfristen haben. Diese Verträge sind meist unabhängig vom Girokonto und laufen weiter, auch wenn das Basiskonto nicht mehr existiert.

Achten Sie auf den letzten Kontoauszug nach der Schließung. Die Bank muss eine Schlussrechnung erstellen und ein eventuell noch vorhandenes Guthaben auf Ihr neues Konto überweisen oder per Scheck auszahlen. Lassen Sie sich diesen letzten Auszug zusenden und heften Sie ihn ab. Sollten Monate später Rückfragen auftauchen, haben Sie einen Beleg.

Ein eher technischer Punkt, der aber oft unterschätzt wird: E-Mails zur Bestätigung der Kündigung kommen an die bei der Bank hinterlegte Adresse. Ist Ihr Postfach voll, die Adresse falsch oder das Passwort für das E-Mail-Konto vergessen, verzögert sich alles. Unser Artikel zum Outlook Passwort auslesen hilft, wenn Sie Ihr Konto nicht mehr entsperren können. Sorgen Sie dafür, dass Sie Zugriff auf Ihre Mails haben, bis die letzte Bestätigung da ist.

Verpasste Fristen und häufige ärgerliche Fehler

Der klassische Fehler ist die falsche Frist. Wer heute kündigt und denkt, das Konto sei morgen zu, wird enttäuscht. Planen Sie mit den zwei Monaten zum Quartalsende, und erkundigen Sie sich zur Sicherheit bei Ihrer Filiale, ob es Sonderregelungen gibt, die ein anderes Datum ergeben. Ein weiterer Fehler ist die Kündigung ohne vorherige Sicherung der Kontoauszüge. Einmal geschlossen, kommen Sie an die Historie nicht mehr heran, und das kann bei Steuerfragen oder als Nachweis für Zahlungen kritisch werden.

Viele vergessen auch, das Konto nach erfolgreicher Umschaltung noch einmal zu prüfen: Ist der Zugang wirklich gesperrt? Kommt eine schriftliche Schließungsbestätigung? Ohne dieses Dokument können Sie nicht beweisen, dass das Konto tatsächlich aufgelöst wurde. Bestehen Sie auf einer schriftlichen Bestätigung per Post oder als PDF. Ein kurzer Anruf in der Filiale schafft Sicherheit.

Fragen zur Sicherheit: Wer hat Zugriff auf Ihre Daten?

Mit der Kontokündigung endet nicht automatisch die Speicherung Ihrer personenbezogenen Daten bei der Volksbank. Sie haben jedoch das Recht auf Löschung nach der DSGVO, sobald keine gesetzlichen Aufbewahrungspflichten mehr bestehen. Die Bank muss Ihre Daten für steuerlich relevante Unterlagen zehn Jahre aufheben, für andere Zwecke in der Regel drei bis fünf Jahre nach Vertragsende. Sie können eine Datenlöschung beantragen, mit Ausnahme der gesetzlich vorgeschriebenen Aufbewahrung.

Verlangen Sie eine Bestätigung über die Löschung, wenn Sie sichergehen wollen, dass Ihre Bonitätsdaten oder persönlichen Angaben nicht länger als nötig gespeichert bleiben. Das ist besonders dann relevant, wenn Sie mit der Bank nicht gerade im Guten auseinandergehen.

Fragen zur Volksbank-Mitgliedschaft: Trennt sich die Kündigung vom Konto?

Ein besonderer Punkt bei der Volksbank: Sie sind möglicherweise auch Genossenschaftsmitglied und halten Geschäftsanteile. Die Kündigung des Girokontos bedeutet nicht automatisch das Ende der Mitgliedschaft. Möchten Sie auch die Anteile kündigen, müssen Sie dies gegenüber der Genossenschaft separat erklären. Dann erhalten Sie Ihre Geschäftsguthaben zurück, sofern die Satzung keine Sperrfrist vorsieht. Informieren Sie sich in Ihrer Filiale über die nötigen Schritte.

Diese Trennung wird oft übersehen. Wer einfach nur das Konto kündigt und weiterhin Anteile hält, zahlt unter Umständen den jährlichen Mindestbeitrag und bleibt Mitglied, obwohl er kein Interesse mehr hat. Die separate Kündigung der Mitgliedschaft ist meist mit einer Frist von drei Monaten zum Geschäftsjahresende verbunden, kann aber je nach Satzung abweichen.

Fragen häufiger gestellt

Wie lange dauert es, bis mein Volksbank-Konto nach der Kündigung geschlossen ist?

Die meisten Volksbanken arbeiten zügig, sobald die Frist abgelaufen ist und keine offenen Posten mehr existieren. In der Regel erhalten Sie die Schließungsbestätigung einige Tage nach dem Wirksamwerden der Kündigung. Rechnen Sie mit etwa zwei bis drei Wochen, bis der letzte Auszug da ist und das Guthaben auf Ihr neues Konto überwiesen wurde.

Kann ich mein Konto auch während eines laufenden Kredits kündigen?

Nein, ein Girokonto, das mit einem Kredit verbunden ist, kann nur dann geschlossen werden, wenn der Kredit vollständig abgelöst oder eine andere Tilgungsvereinbarung getroffen wurde. Die Bank wird die Kündigung ablehnen, solange Sicherheiten oder Zahlungsverpflichtungen an das Konto gebunden sind. Sprechen Sie mit Ihrem Berater, bevor Sie handeln.

Was passiert, wenn ich vergesse, eine Lastschrift umzuleiten?

Dann kann der Einzug scheitern, und es entstehen Rücklastschriftgebühren. Außerdem riskieren Sie eine Mahnung des Zahlungsempfängers. Lassen Sie das alte Konto einen Übergangsmonat geöffnet, um solche Fehler aufzufangen. Sobald eine Lastschrift auf das geschlossene Konto zugreift, wird sie abgelehnt, und Sie müssen sich selbst um die Zahlung kümmern.

Kann ich auch per Telefon oder E-Mail kündigen?

Eine mündliche Kündigung per Telefon ist nicht rechtswirksam, weil die Bank Ihre Identität nicht zweifelsfrei prüfen kann. Eine E-Mail ohne qualifizierte elektronische Signatur wird meist nicht akzeptiert. Der sicherste Weg bleibt der Brief mit Unterschrift oder die Online-Kündigung über eine gesicherte Umgebung Ihrer Bank. Fragen Sie im Zweifel bei Ihrer Filiale nach, welche digitalen Wege sie anbietet.

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