Vom Zeitungslesen und RSS-Abonnements

In meiner Jugend gehörte die Zeitung zum Alltag. Mein Vater hatte, genauso wie die
meisten unserer Nachbarn, ein Zeitungs-Abonnement abgeschlossen und so lag jeden
Morgen eine Frankfurter Rundschau bei uns im Briefkasten. Und auch die Eltern meiner
Freunde lasen Zeitung. Ob auf Wohnzimmertischen, Schreibtischen oder Toiletten, überall
sah man Zeitungen liegen und fand daran nichts ungewöhnliches.

Zwanzig Jahre später. Die Frankfurter Rundschau hat Insolvenz angemeldet; die
Tageszeitung, die mein Vater einst so gerne las, gibt es nicht mehr. Und auch andere
deutsche Zeitungen mussten ihre Druckerpressen stoppen. Die Financial Times
Deutschland wird eingestellt und das Stadt-Magazin Prinz gibt es von nun an nur noch
online. Die Zeitungsverleger klagen laut über ihre Not. Die Zeiten haben sich geändert.

Liest denn niemand mehr Zeitung?

Was ist geschehen? Wollen wir Deutschen denn nicht mehr über aktuelle Ereignisse
informiert werden? Haben wir eine Zeitungs-Allergie entwickelt? Oder sind wir alle lesefaul
geworden?

Natürlich sind wir weder lesefaul noch allergisch gegen Druckerschwärze! Die Deutschen
wollen noch immer journalistische Texte lesen und Neuigkeiten aus der Politik,
der Wirtschaft und dem kulturellen Leben erfahren. Diese müssen nur nicht mehr
notwendigerweise aus einer Zeitung stammen. Dank der Technik gibt es heutzutage
viele Wege News zu konsumieren ohne dazu eine Zeitung aufzuschlagen. Ob Online-
Magazine, Blogs oder soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter – die Möglichkeiten
sind zahlreich und die Vorteile atemberaubend. Statt Leserbriefe an Verlage zu schicken,
kommentieren wir Artikel heute gleich nach dem Lesen im Internet und diskutieren direkt
mit den anderen Leser über die Themen, die uns interessieren. Neuigkeiten erreichen uns
nicht erst am Morgen, wenn der Briefträger die Zeitung einwirft, sondern dann, wenn wir
ins Internet gehen – brandaktuell. Und wir brauchen uns auch nicht mehr auf nur ein oder
zwei Presseverlage festzulegen, sondern können uns eine eigene „Zeitung“ aus vielen
Quellen unserer Wahl zusammenstellen, RSS sei dank.

Seiten per RSS abonnieren

Während mein Vater damals am Frühstückstisch noch seine riesige Zeitung vor sich hielt
und dahinter nicht mehr zu sehen war, sitze ich heute mit meinem Tablet im Sessel und
lese meine selbst zusammengestellte Zeitung. Ich nutze dafür einen sogenannten RSS-
Reader; ein Programm, das es mir ermöglicht, die neusten Artikel aller Webseiten zu
abonnieren, die mir gefallen. Dazu muss ich nur die RSS-Adressen der entsprechenden
Webseiten in meinen RSS-Reader eintragen. Auf den meisten Webseiten im Internet gibt
es ein orange-farbenes Zeichen mit einem weißen Radar-Symbol – dahinter verbirgt sich
die RSS-Adresse. Diese kopiere ich und füge sie meiner Lese-Liste hinzu.

Es gibt jede Menge RSS-Reader für Computer, Smartphones und auch Tablets. Um
interessante Online-Magazine und Blogs zu abonnieren, benutze ich persönlich den RSS-
Dienst von Google, den sogenannten Google-Reader. Ich
brauche mich nur bei Google anzumelden und kann dann online alle meine Lieblingsseiten
dem Google-Reader hinzufügen. Dieser ruft alle aktuellen Artikel der von mir abonnierten
Seiten ab und ordnet sie chronologisch. Ich könnte die Beiträge natürlich auch direkt im
Google-Reader auf der Internetseite in meinem Browser lesen, ich bevorzuge aber die
App Flipboard auf meinem iPad.

Meine Online-Zeitung auf dem Tablet

Flipboard ist sehr ansprechend gestaltet und macht
das „Zeitungslesen“ sehr komfortabel. Die App erlaubt es nicht nur einzelne Webseiten
und soziale Netzwerke anzuzeigen, es ist auch möglich auf den persönlichen Google
Reader zuzugreifen. Flipboard stellt die gesammelten Artikel wie eine Zeitung zusammen
– so macht News-Lesen Spaß! Und was mir besonders gut gefällt: ich kann in Flipboard
die Artikel nicht nur lesen, ich kann sie auch direkt auf Facebook, Google Plus oder Twitter
teilen. Zudem habe ich die Möglichkeit, einen Artikel per E-Mail zu verschicken und somit
Freunde, Familie oder Bekannte auf einen Beitrag aufmerksam zu machen, den ich für
lesenswert halte. Und natürlich kann ich über Flipboard auch die Kommentarfunktion
benutzen, wenn diese von der ursprünglichen Webseite zur Verfügung gestellt wird.

Das Lesen einer traditionellen Zeitung kommt für mich nicht mehr in Frage. Ich lege Wert
darauf, dass ich Informationen von vielen Quellen meiner Wahl beziehen kann, darunter
auch Blogs und Nachrichten von Twitter. Und ich möchte auch die vielen Funktionen des
Internets nicht mehr missen: vom Kommentieren eines interessanten Beitrags über das
Teilen in Facebook bis hin zum Versenden eines Artikels per E-Mail.

 

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Über die Autorin:
Katharina ist Bloggerin von Frisch-gebloggt.de und schreibt dort Kolumnen zu aktuellen Ereignissen und Internet-Themen. Sie arbeitet als Web Consultant auf Gran Canaria und geht als bekennender iNerd nur selten ohne ihr iPad aus dem Haus.