Thema Drosselkom in kurze Worte gefasst

So Freunde des guten Surfens, Online Zockens und Medien-Streamings. Einen guten Monat ist es her, dass ein gewaltiger Shitstorm durch die Medienwelt lief und eine Debatte auslöste, die es bis dato nicht gab. Wovon ich spreche? Die Telekom gab bekannt, dass man ab dem 2. Mai diesen Jahres in neuen DSL-Verträgen eine Volumenbegrenzung eingebaut hat, welches eine Radikal-Drosselung der Brandbreite von 16, 25, 50 oder 100 Megabit pro Sekunde (je nachdem was beim Kunden anliegt) auf steinzeitliche 384 Kilobit pro Sekunde beinhaltet. Rein technisch soll dies allerdings vor 2016 nicht umsetzbar sein.

384 Kbit/s sind ja nicht gerade dicke!

Überhaupt nicht. Allerdings kennen wir Drosselungen. Jeder der ein eigenes Smartphone hat und schon einmal über seine Datentarif hinaus geschossen ist, der kennt das Prozedere der Drosselung auf abnormale ISDN-Geschwindigkeit, wo kein Facebook oder Surfen mehr geht.

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Nun soll das ganze auch noch für das heimische Netzwerk umgesetzt werden. Eine ganze vierköpfige Familie mit 384 Kilobit pro Sekunde Internet. Na dann warte mal schön!

Allerdings ist der Shitstorm um die Drosselung eigentlich nur halb so wild, da ein viel wichtigerer Punkt in den Mittelpunkt rückte: die Netzneutralität.

Was ist Netzneutralität und warum ist diese so wichtig?

Die Netzneutralität besagt, dass Datenpakete egal welcher Herkunft, Ziel oder Inhalt allesamt gleich behandelt werden müssen. Es sollte egal sein, ob es nun eine illegale Download-Datei, eine Webseite oder auch nur das Teilen eines Familienfotos ist. Keine Unterscheidung, Filterung oder Schranken. Sondern Freiheit, wie es die Basis des World Wide Web ist.

Ähnlich kann man sich das beim Versenden eines Briefes vorstellen. Man geht zu der Post und gibt ein Paket ab. Dank des Postgeheimnisses hat es weder die Post noch den Briefträger zu interessieren, was ich in diesem Paket versende. Ob nun nur Schokolade an Oma oder Schmuggelware an einen Hehler, der Briefträger darf per Gesetz einfach nicht hineinschauen!

Und das ist das Stichwort: Gesetz. Denn seit es das Internet gibt, ist die Netzneutralität ein ungeschriebenes Blatt. Jeder hält sich so gut wie es geht daran und es verfolgt den gleichen Ansatz wie beim Briefversenden. Allerdings ist das Postgeheimnis ein Gesetzestext, die Netzneutralität nicht.

Nun kommt die Telekom…

…und nutzt genau das aus. Denn gegen einen “kleinen” Aufpreis können sich große Firmen freikaufen von diesem Volumenbeschränkungen. So wurde vor kurzem eine Kooperation mit dem Musik-Streamingdienst Spotify geschlossen, der für 9,99 € feucht fröhlich seine Musik zu Telekom-Kunden streamt, ohne dass das Streamingvolumen auf das eigentliche Datenvolumen aufgeschlagen wird. Es ist nicht nur eine Frechheit, sondern auch schwierig für kleine Unternehmen, da Fuß zu fassen.

Nun gut, könnte man ja meinen, ich verbrauche nicht viel und sollen sie mal machen. Problem an der ganzen Thematik ist, dass die Telekom der Meinung ist der Otto-Normalverbraucher braucht nur 75 GB im Monat. Martin und ich gehören freilich nicht zu diesen und auch die Mehrheit, die über Internet Musik und (legale) Filme streamen dürften weit mehr als nur 75 GB verbrauchen.

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Ein weiteres Problem an der ganzen Sache ist, dass die übertragenen Datenpakete logischerweise von der Telekom auch analysiert werden müssen. Sprich, diese “schnüffelt” in euren Datenpaketen rum und sucht heraus, wieviel ihr was konsumiert habt, um zu erfahren, ob dies nun raufgerechnet wird und ignoriert werden kann. So etwas darf und sollte nicht bei meinem Internetanbieter zu finden sein. Sorry, aber da fehlt mir einfach das Verständnis für!

Was können wir dagegen tun!

Ihr könnt unterschreiben. Eine Online-Petition, die derzeit schon knapp 200.000 Unterschriften zusammen hat und die Politik dazu bewegen soll, die Netzneutralität in das Gesetz zu verankern!

Sprecht mit euren Bekannten, Freunden und Familien darüber und belest euch hier bei uns oder in anderen Blogs zu diesem Thema. Denn es ist ein Thema was uns ALLE betrifft.

Die Netzneutralität ist insofern wichtig, als dass durch sie das Internet, wie wir es kennen erst ermöglicht wurde und auch so bestehen bleiben sollte. Wir reden auf der Straße und im Reallife von Rassismus und Toleranz gegenüber anderen Kulturen, Hautfarben und Menschengeschichten, denken aber im Internet ist das anders? Leute, das Internet ist keine andere Welt, sondern nur eine Erweiterung unserer Realität. Wer das nicht verstanden hat, hat für mich im Internet absolut nichts verloren…Kämpfen wir also um unsere Freiheit!

Hier unterschreiben!

Und hier noch Lustiges zum Thema Drosselkom Zwinkerndes Smiley.

 

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