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Das Threema-Experiment – Teil 3: Threema ohne Kreditkarte kaufen

Ursprünglich wollte ich in diesem Teil meine lange Suche nach einer WhatsApp-Alternative und meine Gründe für das Verwenden von Threema offenlegen. Allerdings werde ich seit dem Hype um die Alternativen zu WhatsApp mit E-Mails überschüttet, wie man Threema auch ohne Kreditkarte aus dem Google Play Store herunterladen kann. Ich möchte ich euch also im dritten Teil flott zeigen, wie ihr Threema auch ohne Kreditkarte bezahlen und nutzen könnt.

Der Entwickler, übrigens ein 29-jähriger Informatiker, der die Server selber hostet und Threema als Hobby-Projekt sieht, hat auf seiner Webseite eine eigene Shopmöglichkeit geschaffen.

Hier ist es nun möglich die App für Android entweder über PayPal, clickandbuy (wie im AppStore) oder in bitcoins zu bezahlen. Nach der Bezahlung erhaltet ihr einen Lizenzschlüssel und könnt diesen auf der Downloadseite eingeben. Herunterladen, das “Installieren aus unbekannten Quellen” (in den Systemeinstellungen) erlauben und fröhliches Chatten.

[tl-hinweis Da die Installation nicht über den Google Play Store erfolgt, werden zukünftige Updates direkt in der App angezeigt und können nicht über den Google Play Store bezogen werden. Zudem ist Android 4.0 und höher erforderlich und die Google Apps sollten installiert sein, ansonsten werden keine Benachrichtigungen über neue Nachrichten angezeigt.]

Das Threema-Experiment – Teil 2: Threema – simpel eingerichtet, aber schwer verschlüsselt

Durch den Kauf von WhatsApp durch Facebook hat Threema in den vergangenen Tagen eine ungeahnte Zuwanderung neuer Nutzer bekommen. Laut eigenen Angaben hat man seine Nutzerzahlen über Nacht verdoppeln können. Dass ich gerade umgestiegen bin und das Experiment Threema durchführe, hat rein gar nichts mit dem Aufkauf von WhatsApp zu tun. Ich habe diesen weder geahnt, noch das Experiment erst danach gestartet. Ich habe mich von WhatsApp aus den vorhergehenden Gründen getrennt und bereue bis heute nichts. Im heutigen Artikel möchte ich euch kurz erklären, was Threema ist, wie es funktioniert und wie ihr es einrichtet.

Was ist Threema

Threema ist ein ganz gewöhnlicher Messenger, wie der Messenger von Facebook, WhatsApp, Lime, Telegram und wie sie alle heißen. Letztlich hast du eine Liste mit all deinen Kontakten, kannst Einzelnachrichten und Gruppenchats führen, Dateien hin und her senden und das ganze via Internet. Dabei werden deine Nachrichten ähnlich WhatsApp nur solange auf den Servern gespeichert, wie sie nicht zugestellt wurden. Kommt der Kontakt online und ruft seine Nachrichten ab, so werden diese auch von den Servern gelöscht (da traue ich Threema aber mehr als WhatsApp, dass es wirklich geschieht -.-).

Threema setzt seinen Fokus allerdings ganz klar auf die Sicherheit und Verschlüsselung der Nachrichten und möchte sich dadurch hervorheben. Hierbei kommt den Entwicklern nicht nur zugute, dass sie aus der Schweiz kommen, die Server für den Nachrichtenversand in der Schweiz stehen und somit noch strengere Datenschutzbestimmungen als in Deutschland zu berücksichtigen haben, sondern auch das Setzen auf eine End-zu-End-Verschlüsselung. Das heißt also, dass eure Nachrichten auf eurem Smartphone verschlüsselt, dann an den Server gesendet und erst wieder beim Chatpartner auf dem Gerät entschlüsselt werden.

Da man hier auf eine asymmetrische ECC-Verschlüsselung, mit einer Stärke von 255 Bits setzt, kann niemand zwischen dem Sender und dem Empfänger diese Nachrichten entschlüsseln. Das heißt, dass nicht mal die Entwickler selber auf dem Server Zugriff auf die Klartext-Nachrichten haben.

Funktionsweise

Wie bereits erwähnt, wird bei Threema ein großer Wert auf Verschlüsselung gesetzt. Hierbei kommen sogenannte öffentliche und private Schlüssel zur Anwendung. Beim Einrichten von Threema (siehe weiter unten) wird praktisch ein vollkommen willkürlicher und individueller privater Schlüssel aus Zahlen und Buchstaben generiert, der theoratisch und auch unter normalen Verhältnissen praktisch unerratbar ist.

Im weiteren Verlauf der Einrichtung meldet man sich dann bei den Threema-Servern an und bekommt eine achtstellige Identifikationsnummer zugewiesen. Diese ID ist mit einem öffentlichen Schlüssel verknüpft, der auf den Servern von Threema liegt.

Nun hat man auch die Möglichkeit seine Telefonnummer beziehungsweise eine Email-Adresse bei Threema zu registrieren, was den Vorteil hat, dass andere dich in ihrer Liste finden, wenn sie eins von beiden in deinen Kontaktdaten gespeichert haben.

Die Nachrichten werden also generell mit der starken Standard-ECC-Verschlüsselung verschlüsselt. Um allerdings wirklich zu verhindern, dass die Daten unterwegs geknackt werden, werden die Nachrichten auch in Kombination mit dem öffentlichen und dem privaten Schlüssel vercryptet. Sprich, der Postbote sieht zwar auch nie was in einem Paket enthalten ist, weil im Standard Paketpapier drum herum ist, aber wenn das Päckchen zusätzlich ein Schloss hat, wozu nur die beiden Chatteilnehmer den Schlüssel besitzen, kann auch der Postbote nicht heimlich lunschen :-).

Damit ist schon fast das ganze Prinzip erklärt. Threema setzt jetzt nämlich auf drei Sicherheitsstufen, die letztlich ebendiese Vertrauenswürdigkeit des Nachrichtenverkehrs widerspiegeln sollen.

Rot:

Die rote Sicherheitsstufe erscheint dann, wenn ich keinerlei Daten von dem Gegenüber habe. Ich habe ihn also über seine achtstellige ID hinzugefügt und habe somit weder den öffentlichen, noch den privaten Schlüssel von ihm. Somit wird der Nachrichtenverlauf zwar mit dem Standard verschlüsselt, aber es ist und bleibt der Standard.

Orange:

Diese Stufe wird so ziemlich die häufigste in eurer Kontaktliste sein. Diese sagt aus, dass die Threema-Server Daten haben, die auch bei dir lokal vorliegen. Ob nun die Handynummer oder die Email-Adresse des Nutzers, aber somit ist es schon mal möglich, den öffentlichen Schlüssel vom Server herunterzuladen und euren Nachrichtenversand in Kombination mit dem Standard zu verschlüsseln.

Grün:

Die grüne Stufe heißt, widererwarten, dass ihr auf höchster Sicherheitsstufe miteinander kommuniziert. Das bedeutet also, dass man den anderen mal getroffen hat und seine ID abgescannt oder abgetippt hat und sie dem eigenen lokalen Kontakt zugeordnet hat. Somit hat man also den privaten Schlüssel des anderen und die künftigen Nachrichten werden mit ECC-Standard, dem öffentlichen Schlüssel und dem privaten Schlüssel kombiniert verschlüsselt.

[tl-hinweis Der private Schlüssel verlässt euer Gerät niemals! Nicht mal Threema weiß ihn. Er wird lokal erstellt und sollte daher niemals über das Netz verschickt werden. Orange reicht vollkommen aus und für grün solltet ihr euch wirklich beim nächsten Treffen kurz zusammensetzen und euch gegenseitig abscannen!!!]

Einrichtung

Anfangen müssen wir logischerweise mit dem Herunterladen und Installieren von Threema.

Threema
Threema
Entwickler: Threema GmbH
Preis: 3,99 €
‎Threema
‎Threema
Entwickler: Threema GmbH
Preis: 3,99 €

[tl-hinweis Ja die App kostet einmalig 1,79 €. Da allerdings Threema damit im Gegensatz zu WhatsApp gleich von Anfang an ein Finanzierungskonzept vorgestellt hat, kann man sich schon ein wenig sicherer sein, dass da keine Daten verkauft werden und nicht irgendwann Werbeeinblenungen erscheinen. Sicherheit sollte einem das wenige Geld wert sein!]

Nach der erfolgreichen Installation begrüßt euch der erste Bildschirm, wo ihr mit einem eurer Finger einen ganz persönlichen Schlüssel generieren müsst. Hier einfach ein wenig den Finger bewegen bis der Balken oben voll ist.

Im nächsten Bildschirm wird euch eure ID angezeigt, die ihr euch zwar merken könnt, aber nicht unbedingt braucht.

Nun könnt ihr noch Threema die Erlaubnis erteilen, euer Telefonbuch zu durchsuchen.

[tl-hinweis Hierbei werden die Daten nur kurz auf den Servern abgeglichen und sofort wieder gelöscht. Sprich, es findet nach eigenen Angaben keine Langzeitspeicherung statt. Aus diesem Grund kann es vorkommen, dass neu hinzugefügte Kontakte erst nach 24 Stunden korrekt angezeigt werden (also auch wenn Handynummer oder Email-Adresse eigentlich im Telefonbuch vorhanden sind). Denn der Abgleich erfolgt nur alle 24 Stunden.]

Also Empfehlung? Schaltet es an!

Im nächsten Schritt könnt ihr euch nun über eure Handynummer und/oder Email-Adresse authentifizieren. Hier müsst ihr einfach abwägen, was eure Kontakte im meisten Falle von euch haben. Ihr solltet aber auf jeden fall eines von beiden machen.

Nach der Registrierung eines Datensatzes könnt ihr euch noch einen öffentlichen Nicknamen ausdenken, der bis dato allerdings nur bei iOS-Geräten angezeigt wird.

Im letzten Schritt könnt ihr noch überlegen, ob ihr ein Passwort erstellen wollt zum Schutze der Threema-App. Diese muss wie die PIN-Nummer beim Neustart des Gerätes erneut eingeben werden. Muss nicht, solltet ihr aber vergeben. Allerdings solltet ihr euch das Passwort gut merken, denn ohne kommt ihr da nicht mehr ran und wäre ja schade um die Nachrichten.

Fertig? Fertig. Das war´s auch schon. Nicht schlimm oder? 🙂

Besonderheiten

Joar, Threema ist eben kein WhatsApp. Weder hat man eine fünfjährige Bestehensgeschichte zu verzeichnen, noch die große Nutzerschaft bisher. Das muss man sich immer wieder vor Augen führen und auch ich entdecke bis heute immer wieder neue Eigenarten oder Funktionen, die diese App mit sich bringt. Der Mensch ist eben ein Gewohnheitstier und man sollte Threema nicht gleich abstempeln, nur weil da einige Sachen anders sind als beim geliebten WhatsApp. Gebt dem ganzen eine Chance.

Einige Dinge habe ich den Threema-Entwicklern bereits geschrieben und ich hoffe, dass alsbald ein Update mit den Umsetzungen herauskommt.

Bisherige Fehlerliste bzw. fehlende Funktionen, die mir aufgefallen sind:

Teilnehmer nachträglich zum Gruppenchat hinzufügen

Man kann zwar Gruppenchats erstellen, allerdings keine Teilnehmer mehr nachträglich hinzufügen. Hierbei muss man immer wieder eine neue Gruppe erstellen, was natürlich nicht nur den Nachrichtenverlauf nichtig macht, sondern auch ein bisschen Arbeit bedeutet. Dringende Umsetzung erwünscht

Bestätigung auch als Push

Man kann sich das “Joar”, “Jo”, “Ok” und “Jop” als Bestätigung des Nachrichtenlesens bei Threema sparen, denn bei langem Druck auf eine Nachricht bekommt diese einen Haken und suggeriert dem Gegenüber eine Bestätigung, dass man die Nachricht gelesen und verstanden habe. Problem ist nur, dass man nicht ständig wieder reinschaut und vielleicht auf eine Antwort wartet und dann reinschauen muss um das Häkchen zu sehen. Besser wäre hier eine Benachrichtigung, dass die Nachricht bestätigt wurde. Ebenfalls dringende Umsetzung erwünscht.

Dateiversand unterstützt bisher nicht alle Dateien

Der Dateiversand unterstützt derzeit leider nicht jeden Dateityp. Sollte ebenfalls dringend aktualisiert werden.

Medien-Dateien nicht als im Dateisystem bei Android

Bei WhatsApp habe ich mir mit Tasker meine erhaltenen Bilder und Videos via WhatsApp immer auf dem PC abgespeichert, um diese auch irgendwie zu archivieren. Bei Threema gibt es die Möglichkeit nur in der iOS-Version. Bei Android kann man nur die Auflösung einstellen, aber nicht dass man die Mediendateien herunterladen kann.

Fazit

Kurzes Fazit – gebt Threema eine Chance. Teilt diesen Beitrag, redet mit Freunden über Verschlüsselung und Co. und beschäftigt euch mit dieser oder anderen Apps, die ihren Fokus auf Sicherheit der Nutzerdaten gelegt haben. Threema war für mich die wirklich sinnvollste Alternative, aber das erfahrt ihr im nächsten Teil der Serie. Also folgt uns fleißig und verpasst nicht die Fortsetzung.

Das Threema-Experiment – Teil 1: Bye bye WhatsApp

WhatsApp hat weltweit mehr als 400 Millionen Nutzer, davon alleine 30 Millionen in Deutschland. Damit ist der Messenger hierzulande beliebter als Facebook, was angesichts der Schwächen und Nachteile für mich schwer verständlich ist.

[perma-whatsapp-webseite]

Ich nutze WhatsApp seit ich vor drei Jahren mein erstes Android-Smartphone in den Händen halten durfte. Seither war es für mich die Zentrale meiner Kommunikation zu Familie und Freunden. Aber ich bin in letzter Zeit immer wieder enttäuscht worden, was die Sicherheit und vor allem den Umgang mit diesem Thema bei dieser App anging. Somit habe ich vor etwa einer Woche damit begonnen, ein Experiment zu starten. Ich habe mich bei WhatsApp gelöscht und mich nach einer besseren Alternative umgeschaut. Das Ergebnis war Threema, die nicht nur einen europäischen Sitz in der Schweiz vorweisen können, sondern deren Augenmerk auch auf der verschlüsselten Kommunikation liegt.

In diesem Beitrag möchte ich allerdings erstmal auf die Gründe eingehen, warum ich WhatsApp Lebewohl gesagt habe.

Ursache 1: WhatsApp ist unsicher

Wer viele Nutzer hat, kommt auch schneller in die Medien. Das ist leider Gottes so und wird sich wohl auch nie ändern, denn das Interesse an Nachrichten um ein begehrtes Objekt sind immer interessanter als über ein Nischenprodukt. Wenn man sich allerdings Kritik anhören muss, sollte man auch darauf reagieren und transparent informieren. Dies ist bei WhatsApp leider zu keiner Zeit der Fall gewesen.

Ich habe euch mal ein paar Vorkommnisse zusammengetragen. Sicherlich nicht vollständig, aber es sollte mal jedem vor Augen geführt werden.

[perma-whatsapp-iosapp]

31.07.2012 – “WhatsApp bleibt unsicher” – ntv.de

Mit der im Internet kursierenden Android-App „WhatsApp Sniffer“ ist es möglich, innerhalb eines WLAN-Netzes den kostenlosen Nachrichtenverkehr von WhatsApp-Nutzern auszuspähen. Möglich ist dies, weil WhatsApp die Nachrichten unverschlüsselt übers Internet verschickt. Besonders kritisch ist das Problem in öffentlichen WLAN-Netzwerken, sogenannten Hotspots.

WhatsApp Sniffer war nur kurz in Googles Play Store, wird aber noch auf zahlreichen Webseiten zum Download angeboten.

WhatsApp hatte zwar kurz nach der Sicherheitswarnung ein Pflicht-Update verteilt. Doch GDATA stellte fest, dass die App Nachrichten immer noch unverschlüsselt sendet.

01.08.2012 – “Spionage-App liest Whatsapp-Gespräche mit” – focus.de

Doch immer wieder gibt es Ärger um die beliebte Anwendung: Sie geriet in Verruf, weil sie unbemerkt Daten der User sammelte und an die Entwickler weitergab. Ein Update der App für iPhone-User brachte das Programm zum Absturz.

25.12.2012 – “WhatsApp erneut unsicher” – t-online.de

Laut Heise wurden die WhatsApp-Hersteller bereits über die Sicherheitslücke informiert. Auf ein Angebot alle Informationen aus den Tests und das Passwort-Skript bereitzustellen, habe bisher allerdings keine Reaktion gegeben. Da die WhatsApp-Hersteller in der Vergangenheit zwischen der Entdeckung einer Schwachstelle und einem entsprechenden Sicherheits-Update mehrere Monate verstreichen ließen, ist ein schneller Fix des aktuellen Fehlers unwahrscheinlich.

26.07.2013 – “Kritische Sicherheitslücke in WhatsApp“ – giga.de

Möchte man sein Abo verlängern, so wird der Nutzer auf eine Website weitergeleitet. Dort soll nun die gewünschte Zahlungsart ausgewählt werden. Hier befindet sich der Haken. Der Bezahlprozess wird nicht durchgehend in HTTPS geschützt, sondern setzt stellenweise auf HTTP. An diesen Punkten können Hacker als “Man-in-the-Middle” eingreifen und den Nutzer unbemerkt auf nachgeahmte Fake-Versionen der eigentlichen Website lotsen, wo ahnungslos vertrauliche PayPal- und Kreditkartendaten eingegeben werden.

08.10.2013 – “Verschlüsselung von Whatsapp ist unsicher” – golem.de

Das Problem: Whatsapp nutzt den Stromverschlüsselungsalgorithmus RC4 und verwendet für die Kommunikation in beide Richtungen den identischen Schlüssel. Eigentlich ein trivialer Anfängerfehler, denn eine Stromverschlüsselung darf niemals mehrfach mit demselben Schlüssel genutzt werden.

[…]

Jenseits der von Alkemade gezeigten Probleme ist auch unklar, warum Whatsapp überhaupt RC4 als Verschlüsselungsalgorithmus einsetzt. RC4 gilt seit langem als unsicher und bei der IETF wird zurzeit diskutiert, ob man die Nutzung von RC4 im Rahmen von TLS generell für unzulässig erklären sollte.

17.10.2013 – “Größter Knackpunkt in der WhatsApp-Sicherheit ist die Verschlüsselung” – giga.de

Aktuell wird die Stromverschlüsselung RC4 eingesetzt. Sowohl für ein-, als auch für ausgehende Nachrichten wird hierbei der identische Schlüssel verwendet. Demniederländischen Mathe- und Informatikstudent Thijs Alkemade ist es gelungen, die Verschlüsselung zu umgehen und Nachrichten abzufangen.

14.02.2014 – “Wie die „Super-Wanze“ Whatsapp die Privatsphäre aushöhlt” – derwesten.de

Die App kann Gespräche und Telefongespräche mitschneiden, sie kann Fotos einsehen, mit dem aktuellen Standort versehen und hochladen. Diese Daten werden, wie niederländische Behörden nachgewiesen haben, auf amerikanische Server übertragen, ohne dass man es merkt.

Am 13.02.2014 erschien übrigens ein vierminütiger Beitrag mit dem Titel “WhatsApp und Co. – Kostenlos und unsicher” in der ARD Mediathek. Dort wurde berichtet, dass die angebliche Firmendresse von WhatsApp ein Sushi-Restaurant ist. Kanadische wie niederländische Behörden ermitteln zudem derzeit gegen WhatsApp mit dem Vorwurf des Verstoßes gegen Datenschutzbestimmungen. Sorry, aber in Zeiten von Enthüllungen rund um NSA und Co. und dem scheinbar schutzlosem Ausliefern der privaten Daten, macht mich ein solcher Fakt einfach nur noch wütend.

[perma-whatsapp]

Des Weiteren ist WhatsApp eine amerikanische Firma, deren Server auch unter amerikanisches Datenschutzrecht fallen. Da dieses bekanntlich etwas lockerer ist, als die deutschen/europäischen Gesetze, kann man sich nicht ganz sicher sein, wer wann Zugriff auf die privaten Chatnachrichten und Dateien bekommt. Es ist naiv und töricht zu glauben, man habe nichts zu verbergen, denn es geht um das Prinzip der Privatsphäre.

Ursache 2: WhatsApp ist unflexibel

Umso größer eine Anwendung ist, umso schwerfälliger wird sie. Das merkt man nicht nur an Microsoft und Facebook, sondern auch an WhatsApp. Man möchte nicht zu viele Änderungen pro Update einbringen, denn das könnte die zahlreichen Nutzer ja verwirren und schlussendlich vertreiben.

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WhatsApp allerdings fehlen einfach seit jeher grundlegende Funktionen, die dem Dienst einen gewissen Schub geben würden. So ist es bis heute nur möglich, die App auf einem Gerät gleichzeitig auszuführen. Auch das Einloggen via PC oder Tablet ist nur über inoffizielle Hacks möglich. Zum Vergleich: Facebook, Google Hangouts, ICQ und Co. können das seit Jahren!

Fazit

WhatsApp hat mich einfach zutiefst enttäuscht. Man reagiert weder auf Kundenwünsche, noch auf die relevante Beachtung von Privatsphäre. Ich habe dem Dienst Lebewohl gesagt und werde nunmehr auf die Alternative Threema setzen. Im nächsten Beitrag zu der Serie wird es dann also um die Einrichtung von Threema gehen.

[tl-follow Bleibt also auf dem Laufenden und folgt uns einfach bei %socials%.]

Wie seht ihr das? Seid ihr noch bei WhatsApp und ist euch die Weitergabe eurer vertraulichen Daten wirklich so egal?

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[Update] Threema: die bessere Alternative zu WhatsApp

Aus aktuellem Anlass will ich mich heute nochmal dem Thema Threema widmen. Nicht, wir überall zu sehen, weil die App ein Update rausgebracht hat, sondern weil ich Threema klasse finde und es gern weiterempfehlen will. Warum? Weil es sich in wichtigen Punkten von WhatsApp unterscheidet.

[perma-threema]

Zuerst aber doch ein kurzes Abdriften zur Update-Problematik. Gestern habe ich darüber geschrieben, dass WhatsApp noch diesen Monat endlich sein Update für iOS 7 plant. Funktionen werden wohl keine hinzukommen, nur die Optik wird angepasst.  Und praktischerweise hat Threema genau einen Tag später ein Update veröffentlicht, mit dem es funktional mit WhatsApp gleichzieht und sogar schon optisch für iOS 7 hergerichtet ist. 

WhatsApp muss etwas tun

Vielleicht dauert es mit dem Update von WhatsApp aber auch solange, weil sie etwas gegen die Konkurrenz tun wollen. Nun kam die Tage ja auch noch heraus, dass WhatsApp das Backup, was ihr in die iCloud legen könnt, nicht einmal verschlüsselt. Da liegt alles schön im Klartext. Sicherheit weg – willkommen NSA. Oder so ähnlich. Vielleicht versuchen die Entwickler viel auf einmal zu verbessern und lassen sich deshalb Zeit.

Vorteile von Threema

Und genau beim Thema Sicherheit liegt der große Vorteil von Threema. Denn hier verknüpft ihr zwar auch eure Telefonnummer mit der App, die Kontaktaufnahme passiert aber über eine zufällig generierte ID. Und nur mit dieser kann eine andere Person Kontakt zu euch aufnehmen. Außerdem arbeitet Threema mit einer End-to-End-Verschlüsselung

Insachen Datenschutz hat Threema also einiges Vorsprung vor WhatsApp. Dazu kommt, dass die Server in der Schweiz stehen und somit den europäischen statt den amerikanischen Datenschutzrichtlinien unterliegen. 

Threema’s Problem

Threema hat eigentlich nur ein Problem. WhatsApp hat eine unfassbar große Userzahl. Jeder hat WhatsApp, weil es ursprünglich kostenlos war. Alle kommunizieren darüber. Und nicht viele sind dazu bereit, WhatsApp für andere Messenger aufzugeben. Denn dann fehlen ja die Kontakte. Das ist leider das Schicksal von Threema. Man sieht ja auch nicht anhand der Telefonnummer, wem man alles schreiben kann. Bei WhatsApp funktioniert das. Threema setzt voraus, dass ihr eure ID tauscht, wenn ihr nebeneinander sitzt. 

[tl-update 21.11.2013 Zu dem Thema, dass man anhand der Telefonnummer nicht sieht, wem man alles schreiben kann, muss noch gesagt werden, dass das nur bedingt richtig ist. Jeder Nutzer kann beim Einrichten der App festlegen, ob er über die eigenen Telefonnummer „gefunden“ werden möchte oder nicht. Erlaubt man dies, ist die Funktion genauso wie auch bei WhatsApp. Danke an nomo für diesen Hinweis.]

‎Threema
‎Threema
Entwickler: Threema GmbH
Preis: 3,99 €

Mich persönlich würde es freuen, wenn ich demnächst mit dem ein oder anderen Kontakt per Threema statt per WhatsApp schreiben könnte. Denn momentan ist meine Kontaktliste dort leider leer. Threema kostet übrigens 1,79 € im AppStore. Also doppelt so viel wie WhatsApp. Geht man allerdings mit seinen Daten und Nachrichten etwas sensibel um, lohnt sich dieses Geld auf jeden Fall.

Threema
Threema
Entwickler: Threema GmbH
Preis: 3,99 €

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