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Warum iOS immer mehr Android wird, Samsung-Geräte runde Ecken haben und Entwicklung ein freier Prozess ist (Meinung)

Nun ist die Keynote der WWDC 2013 rum und wir haben nicht nur neue Hardware rund um MacBook Air und Mac Pro, sondern auch ein neues Betriebssystem mit dem Namen Mac OS X Mavericks und eine neue Version von iOS präsentiert bekommen.

Warum iOS immer mehr Android wird, Samsung-Geräte runde Ecken haben und Entwicklung ein freier Prozess ist (Meinung)

Dieser Beitrag ist allerdings nicht zum Revue passieren gedacht und auch weniger als Sicht aus der Richtung eines Android-Fanboys zu sehen, sondern vielmehr eine Abrechnung bzw. Stellungnahme, dass auch ich mich als Android-Jünger für meine Kollegen schämen kann.

Was ist passiert?

Genauer gesagt, habe ich gestern zu später Stunde noch an einigen Chats teilgenommen und mit wenigen Leuten über das neue iOS diskutiert. Es waren Android- wie iOS-Nutzer anwesend und ich erwartete eine ernsthafte Diskussion. Ich wurde enttäuscht! Alles fing nämlich damit an, dass ein Nutzer schrieb: “Das Notification Center von iOS kommt mir irgendwie bekannt vor und auch das Design sieht sehr nach Google Now-Optik aus. Apple, jetzt klaust du aber!”. Damit war die objektive Diskussion in dem Hangout dahin und es folgte ein Sturm der Entrüstung über Software-Diebstahl hin zu runden Ecken bei Samsung-Geräten.

Apple klaut, Samsung klaut, alle klauen, aber ist das schlimm?

Schauen wir uns doch mal an, was eigentlich das Wort Klauen bedeutet. Klauen definiert doch nichts anderes, als das ich jemandem etwas wegnehme. Sei es ein Gegenstand, eine Idee oder generell geistiges Eigentum. Aber kann man Fortschritt wegnehmen? Kann man Entwicklung wegnehmen? Kann man BMW vorwerfen, dass sie auch vier Reifen am Auto haben wie Mercedes? Nein ist die Antwort auf alle genannten Fragen, denn Fortschritt ist gut und sollte nur in bestimmten Fällen aufgehalten werden.

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Seit Apple auf der Klagewelle reitet und Samsung das Leben schwer macht, bin ich in vielerlei Hinsicht objektiver geworden. Ich wollte nicht mehr alles aus der rosa-roten Brille des Android-Fans sehen, sondern ein Blick dafür bekommen, dass Menschen vielleicht auch mit anderen Betriebssystem wie iOS, Windows Phone oder Firefox OS zufrieden sein können. Wie die Software, so die Hardware, denn jeder sollte genau das benutzen, womit er glücklich ist und was ihm das Leben am besten erleichtert.

So kann ich nämlich auch die, etwas aus dem Ruder gelaufene, Diskussion von gestern nicht verstehen. Warum meinen die Android-Nutzer, dass iOS immer mehr Android wird? Warum meinen iOS-Nutzer, dass Android sich ebenfalls Sachen abkupfert? Warum meint Apple, Samsung würde Geräte im Apple-Stil nachbauen? Leute, dass ist Entwicklung!

Entwicklung bedeutet auch Gleichziehen und Abgucken

Entwicklung beziehungsweise ein gesunder Markt funktioniert nun mal so, dass es Konkurrenten gibt, die sich ähneln und manchmal eben auch gleichziehen. Andererseits aber nicht immer nur auf die gleiche Höhe, sondern immer ein Stück weiter als der Konkurrent.

So legte iOS 2007 vor und alle zogen mit der revolutionierenden Touch-Bedienung nach. Samsung baute größere Display-Diagonalen und Apple zog (teilweise) nach. Apple begann Siri zu integrieren, Google zog und überholte sogar mit Google Now. Spotify erlangte mit dem Musik-Streaming Erfolg, Google und Apple zogen nach. Android hat ein Notification Center, Apple zieht seit gestern (in dem Umfang) nach. Alle ziehen sie nach, legen aber meist ein Müh an Funktion vor, um sich abzuheben.

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Ihr seht – niemand nimmt sich hier was. Denn so sieht Fortschritt aus. Nokia und Microsoft machen ihr eigenen Süppchen und sind daher noch nicht so wirklich im Mainstream angelangt (ich hoffe, dass kommt noch!). Aber das Android und iOS sich immer mehr zueinander anlehnen, sollte nicht nur uns Android-Nutzer klar sein, sondern auch den Apple-Jüngern. Und somit kann ich es einfach nicht verstehen, wie man als Nutzer eines tollen Betriebssystems ständig alle anderen runtermachen kann. Wenn Freund X mit iOS besser kann, dann habe ich nichts dagegen, dass er stolz sein iPhone 5 präsentiert. Aber wenn Freund X mich herunterbuttert, weil ich Android nutze, dann hat dieser den Sinn von Fortschritt und Konkurrenz nicht ganz verstanden.

Aber sticheln macht doch Spaß…

Auch ich stichel gerne gegen Apple und das dürfte vielen nichts neues sein. Allerdings habe ich weniger an Apple-Geräten und an iOS7 etwas auszusetzen, denn wenn etwas flufft, dann das Zusammenspiel dieser Komponenten. Nein, es ist vielmehr mein innerer Geist, welcher nach Freiheit und Individualismus schreit und da würde ich mich bei Apple unwohl fühlen nur einer von Millionen zu sein. Bei Android kann ich Ich sein und mir mein Smartphone so individualisieren, dass es eine Erleichterung für viele alltägliche Sachen bietet. Mag für die meisten iOS-Nutzer sicherlich ebenso sein, aber ich finde Apple sollte euch auch mehr Freiheiten geben, um zu zeigen, was man alles mit einem Smartphone möglich ist. Denn den Spruch: “Was, warum geht das bei dir und nicht bei mir!” habe ich nun schon tausende Male gehört und was bleibt mir dann noch übrig als zu sagen, tjoar falsches Smartphone und falsches Betriebssystem mein Lieber.

Jeder hat die Wahl…

… und wir als Nutzer haben nicht nur eine Menge Auswahl an Geräten vor uns, sondern auch eine Menge mobile Betriebssysteme. Tizen, Ubuntu OS und Firefox OS sind nur grob die drei Größen, die dieses Jahr ebenfalls in den Handel kommen wollen. Konkurrenz belebt das Geschäft und natürlich haben sie alle einen App Store und eine ähnlich aussehende Oberfläche, was auch vollkommen ok ist. Einzig Apples Streitereien mit Samsung sind nicht nur Handbremsen des Fortschritts, sondern auch Innovationsbremsen und (ohne Apple-Nutzer angreifen zu wollen) Apple sollte einfach das nächste gute Ding aus dem Hut zaubern und nicht versuchen alle anderen mit Patentklagen niedrig zu halten. Denn so verliert man den Kampf auf Dauer und dann gibt es solche schönen Diskussionen wie gestern Abend irgendwann leider nicht mehr…

Spiegel Online: “Die vergessenen Krisen”–meine Meinung

Ich habe heute mal was ganz anderes für euch aus dem Netz. Ich bin nämlich ein Mensch, welcher ab und an versucht, die Zeit für sich selber zu stoppen. Die Welt da draußen dreht sich unglaublich schnell und täglich wühle ich mich durch knapp 50 Feeds und lese bzw. überfliege hunderte von Artikeln in der Mittagspause, auf dem Arbeitsweg, im Fitnessstudio und vor dem Zubettgehen. Inhalte, Beiträge, Kritiken, Meinungen, Ereignisse! All das muss der menschliche Kopf verarbeiten. Oftmals passieren in der Welt schlimme, gar katastrophale Dinge, die durch die Medien heruntergespielt, aufgebauscht, ausgewertet und analysiert werden.

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Aber es gibt meistens noch einen Hintergrund. Ein Nachleben nach dem Ereignis. Und genau hier versuche ich mir einmal in der Woche einen Artikel herauszunehmen und mir ein wenig Zeit zu nehmen um darüber zu lesen, wie es Menschen nach Katastrophen, ob Natur oder Menschen daran schuld sind, geht und wie sie ihren Alltag meistern oder wiedergefunden haben.

Beispiel? Haiti 2012. Ein starkes Erdbeben hat nicht nur hunderttausenden das Obdach genommen, sondern auch über 220.000 das Leben. Die Medien berichteten tagelang darüber, aber irgendwann hängt es den Leuten aus dem Hals und das Medieninteresse wird weniger. Spenden wurden gesammelt, aber wurden sie überhaupt für den Wiederaufbau verwendet? Und wie viel wurde schon wieder aufgebaut? Wer sind die tollen Helferlein dahinter? Und was für einzigartige Heldentaten gab es eigentlich seither. Menschen, die über sich hinaus wachsen, um für ein besseres Land, für eine bessere Wirtschaft und vor allem für ein besseres soziales Leben zu kämpfen. Dies alles interessiert die Medien nur noch vereinzelt. Ist ja auch nicht spannend für die Masse an Zuschauern.

 

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Für mich schon. Oder anders ausgedrückt: für euch vielleicht auch. Denn man kann nicht nur viel aus solchen Ereignissen und deren Folgen lernen, sondern auch verstehen, wie man in solchen Situationen handeln muss. Deshalb verweise ich mit großer Empfehlung auf den Spiegel und auf eine Seite mit dem Thema “Die vergessenen Krisen”. Die Reporter dort beschäftigen sich alleine mit den Folgen von Krisen, schlimmen Katastrophen und Ereignissen. Ich für meinen Teil picke mir jede Woche ein Ereignis heraus und belese mich dazu nochmals eine halbe Stunde. Was war nochmal? Wie war der Ablauf? Wurde ein Schuldiger gefasst? Was ist aus den Angehörigen, Opfern und mit den Schuldigen passiert? Oder was wurde nach einer Naturkatastrophe im Land gemacht? Welche Warnsystem gibt es für die Zukunft um bestimmte Sachen zu vermeiden? Und und und…

Nicht nur sehr interessant, sondern es sollte zu unserer gebildeten Kultur gehören, dass wir uns auch mit den hässlichen Dingen des Lebens beschäftigen. Auch wenn mal keine Super-Katastrophe im Fernsehen auseinandergenommen wird…

(Bildquelle: Screenshots)

Samsung Galaxy S4: meine längst überfällige Meinung

Seit nun zweieinhalb Wochen halte ich das Samsung Galaxy S4 in meinen Fingern und habe noch gar nicht meine Meinung dazu geäußert.

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Kurze technische Daten vorweg, damit ihr nochmal einen Eindruck von der Power von diesem Stück Technik bekommt:

  • zwei Farben – Black Mist und White Frost
  • 2 GB Arbeitsspeicher
  • LTE-fähig auch in Deutschland
  • FullHD-AMOLED-Display mit 441ppi und 5 Zoll Diagonale
  • 2.600 mAh Akku
  • 13 MP Kamer hinten und 2 MP vorne
  • Snapdragon 600-Quadcore-Prozessor
  • an Bord sind 16 GB interner Speicher, erweiterbar via MicroSD
  • Android 4.2.2

…und eigentlich will ich es kurz und schmerzlos machen – eine klare Kaufempfehlung! Zwinkerndes Smiley

Vielleicht noch vorher ein kurzer Abstecher zu meiner Smartphone-Vorgeschichte. Ich hatte bis zum 31. April ein Samsung Galaxy S2 in zweijähriger Benutzung und war rundum zufrieden. Einzig die Tatsache, dass man nach zwei Jahren als Informatiker und IT-Blogger mal das Smartphone wechseln sollte und sich die Gelegenheit eines neuen Premium-Gerätes nun gab, hat mich zu dieser Kaufentscheidung getrieben.

Ich hatte im März die Live-Show fleißig verfolgt und war schon angetan von dem Weg, den Samsung einschlägt. Denn Samsung hat das gleiche Problem wie Apple – man erwartet Jahr für Jahr Innovationen der Premiumklasse. Dass Apple die seit einiger Zeit nicht mehr liefert, dürfte kein wirkliches Geheimnis sein, aber auch Big Player Samsung kann nicht jedes Jahr immer und immer wieder alles toppen. Das funktioniert in der Wirtschaft nicht und wird auch so in der Technik niemals klappen. Umso schöner empfand ich es, dass Samsung mit seinem neuen Flaggschiff Akzente in der Hardware setzt, diese aber “nur” zeitgemäß sind und die wirklichen Killerfeatures in die Softwareschiene legt. Dienste! Dienste, die dem Benutzer das Leben erleichtern sollen, ihn unterstützen sollen und auch die Bedienung des Smartphones vereinfachen sollen.

Die einzelnen Funktionen werde ich allerdings jetzt nicht nochmal aufbröseln. Wenn es euch interessiert, dann schmeißt die Blogsuche an. Ein paar Sachen sind schon vorgestellt worden, vieles folgt aber noch.

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Kommen wir zu einigen Sachen, die mir etwas dumpf auf den Magen aufgeschlagen sind:

  • Das Display – ist draußen nicht wirklich der Brüller. Umso heller und sonniger es draußen wird, umso weniger kann ich auf dem Bildschirm erkennen. Und ich möchte meinen Akku nicht gleich leer haben, nur weil ich das Display auf 100% Bildschirmhelligkeit stellen muss. Also bitte! Minuspunkt!!!
  • Kommen wir zu etwas, was ich normalerweise bei Samsung nie kritisieren musste – die Standardtastatur. Mal ehrlich, ich habe mich unglaublich oft verschrieben und auch das swypen war nicht der Knaller. Ein Grund mal wieder zurück zu Swiftkey zu wechseln, die ich an dieser Stelle übrigens richtig doll ans Herz legen kann. So gut und schnell habe ich selten in meinem Leben geschrieben – Eingewöhnungsphase vorausgesetzt!
  • Die Standardgalerie könnt ihr übrigens ebenfalls knicken. Seit ich das erste Mal mein Galaxy angemacht habe, habe ich nicht einmal eine ordnungsgemäße Galerieansicht gehabt. Die App steigt – vermutlich an der schieren Datenmenge – einfach aus. Empfehlung an dieser Stelle die Medien-App QuickPic, die ich hier schon einmal erwähnt hatte.

Drei Punkte, die meines Erachtens nicht sein müssen und die man gut beheben kann. Zu mindestens die letzten beiden kann man sicherlich noch einmal softwareseitig updaten.

Ansonsten gibt es natürlich auch schöne Punkte zum erwähnen. 13 Megapixel starke Kamera mit einigen tollen Funktionen, die Kollege Sebastian von howiseeit in einem schönen Beitrag mal zusammengefasst hat.

Desweiteren läuft es einfach rund, es macht immer wieder Spaß Videos auf dem FullHD-Display zu schauen, auch die LTE-Fähigkeit kann ich hier dank Vodafones starkem Netz in Berlin gut ausnutzen und auch der Akku macht einen guten Tag mit.

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Apropos Akku. 2.600 mAh sind natürlich eine hohe Zahl. Allerdings darf man auf den ersten Blick auch das große Display nicht vergessen, welches viel Strom frisst. Trotz allem komme ich mit der Ladung einmal komplett über den Tag und habe das Gefühl, dass es deutlich länger hält als mein altes Samsung Galaxy S2.

Vielleicht noch ganz sinnvoll zu wissen. Das S4 hat die gleichen Maße wie sein Vorgänger, das Samsung Galaxy S3. Allerdings hat man einzig weniger Rahmen und mehr Display ermöglicht bekommen und kriegt dadurch die magischen 5 Zoll hin. Auch die Größe ist ja immer mal wieder ein großer Kritikpunkt bei Konsumenten,a ber ich muss sagen, dass die 5 Zoll für meine Hände irgendwie ideal sind. Man hat kaum, dass man in eine App mit seinem rechten Daumen ganz oben in die linke Ecke kommen muss und oftmals bediene ich mein Smartphone auch mit zwei Händen, was solche Diskussionen dann überflüssig macht.

Fazit

Wer ein Samsung Galaxy S3 sein eigen nennen kann, der sollte nicht wechseln. Denn die wirklichen revolutionären Punkte liegen in der Software und werden sicher bald für das S3 nachgeliefert. Hardwaretechnisch hat sich wie gesagt nicht viel getan und klare Kaufempfehlung für alle, die umsteigen wollen, aber noch kein S3 besitzen. Ich jedenfalls bin sehr glücklich mit dem Gerät und möchte es nicht wieder hergeben Zwinkerndes Smiley.

[Kommentar] Die Menschen und der Bildschirm – eine nervige Nebenwirkung der IT

Nun ist es fast ein Jahr her, dass ich über einen Journalisten berichtet habe, welcher sich ein Jahr lang fernab dem Internet bewegen wollte. Ich habe zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Infos wie es ihm ergangen ist, aber darum soll es hier auch nicht gehen.

Vielmehr darum, dass ich mich damals schon auf einen Standpunkt festgelegt hatte, dass ich es vermutlich nicht schaffen würde. Warum? Weil ich damit aufgewachsen bin oder wie Katharina sagen würde: ich bin ein Digital Native!

Mich würde manchmal echt interessieren, was ich geworden wäre, wenn ich vor zweihundert Jahren gelebt hätte. Heute bin ich Webentwickler. Programmiere auf Arbeit und zuhause, blogge in meiner Freizeit, baue Webseiten für ein Dankeschön oder einen Obolus. Ohne Computer und Internet? Nicht nur pure Arbeitslosigkeit würde mich begrüßen, sondern auch die Frage, was ich eigentlich sonst machen würde bzw. machen könnte. Wo wäre mein Talent, wenn es nicht diese 0- und 1-Technik gäbe?

Vollkommen unabhängig voneinander habe ich in den letzten Wochen mitbekommen, wie sich Menschen über andere Menschen beschweren, dass sie viel zu viel vor dem Bildschirm sitzen würden. Natürlich ist das eine reine subjektive Sichtweise, denn meistens gibt es ja Gründe weswegen sich Menschen darüber ärgern. Sei es zu wenig Zuneigung, wenn es den eigenen Partner betrifft oder die Unhöflichkeit, dass der Gegenüber mitten im Dialog sein Handy herausholt und wie verrückt auf die Tasten klimpert, um dann nach drei Sekunden das Gespräch zu unterbrechen und zu sagen: “Warte mal kurz, ich muss hier kurz antworten?”. Hä? Hab nicht ich gerade mit ihm geredet? Wer mischt sich da in unser Gespräch ein? Und vor allem ist man stets selbst der Bedepperte, denn man weiß ja nicht, wer ihm da geschrieben hat und kann im wahrsten Sinne des Wortes nicht “mitreden”.

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Aber ist es denn nicht wirklich so, dass wir eigentlich schon frühmorgens noch nicht mal die Augen vollkommen offen haben und der erste Griff geht zum Smartphone? Immer in Vorfreude darauf, dass uns noch jemand geschrieben hat? Die Enttäuschung wenn es nicht so ist oder die verschwundene halbe Stunde die darauf folgt, wenn doch eine Nachricht da ist und man sich bereits im Frühplausch mit demjenigen befindet! Ich für meinen Teil würde sagen, ich bin (ein wenig) internetsüchtig. Ich muss lesen, ich muss chatten, ich muss bloggen, sonst hab ich dsa Gefühl, ich hätte nichts zu tun. Habe ich Langeweile, dann geh ich ins Netz. Surfen schimpft sich das ganze dann. Aber ist das gut? Ist das gut, ständig das Gefühl zu haben, man sei wichtig? Oder man muss erreichbar sein? Bei der Langeweile ist das Surfen sicherlich besser als wenn ich mir eine “Fluppe anstecke”, aber könnte man die Zeit nicht sinnvoller nutzen? Was haben die Menschen “damals” gemacht? Muss das öde gewesen sein Zwinkerndes Smiley.

Egal wo ihr diesen Beitrag lest. Schaut euch mal um? Ob ihr daheim seid oder unterwegs. Überall sind Geräte, kleine Displays. In der Öffentlichkeit, im Berufsverkehr hängt jeder an seinem eigenen Smartphone. Liest, chattet, durchsucht die neueste Musik. Ich nehme mich nicht heraus, keinesfalls. Ich bin, seit ich hier in Berlin bin, schon einige Mal falsch oder zu spät ein- oder ausgestiegen, weil ich einen spannenden Artikel lese und einfach mal die Welt um mich herum vergesse. Soll auch mal gegönnt sein. Doch es gibt Menschen, die wissen noch nicht mal wie das Wetter draussen ist, wenn sie eigentlich nur am Bildschirm hängen und wie Maschinen durch die Gegend rennen. Bestes Beispiel bin ich gerade. Ich sitze in der S-Bahn auf dem Weg nach Hause zu meiner Familie. Statt rauszuschauen und die Natur zu bestaunen, den letzten Schnee für diesen Winter vielleicht, sitze ich hier und schreibe diesen Artikel. Personen um mich rum könnten aber auch denken, dass ich wie ein Verrückter chatte oder einfach nur Tippsüchtig bin.

Klar, ich schimpfe mich Blogger und ist nun auch eine Ausnahme, aber es geht ja eher um die Seltenheit, dass Menschen ihre Umgebung wahrnehmen. Frei nach dem Motto: “Google Maps sagt, da ist eine Straße, dann muss da auch eine Strasse sein!” Die seltensten Menschen gucken noch wirklich raus und genießen die wirkliche Sicht in die Natur oder nehmen ihre Umgebung mit ihren natürlich gegebenen Sinnen wahr.

Und noch eine Sache, die mir dazu einfällt. Ich habe Zeit meiner Ausbildung oftmals den Weg durch Berlin fahren müssen und war immer fest entschlossen, niemals nach Berlin zu ziehen. Der Grund ist recht einfach: ich muss eine Stadt kennen! Ich will eine Stadt kennen! Und das konnte ich mir bei Berlin durch die schiere Größe nicht vorstellen. Es ist gekommen, wie es kommen musste, mich hat es in die deutsche Hauptstadt gezogen und ich bin sehr glücklich darüber. Denn was den Reiz für mich ausmacht, ist das ständige WOW, was einem hier über den Weg läuft. Hinter jeder Ecke ist die Welt ganz anders, einfach ganz andere Menschentypen und das reizt unglaublich (ich bin ein Dorfjunge und Cottbus(Kaff)-Geschädigter, daher ist das beschriebene sicherlich in jeder Millionenstadt ähnlich).

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Umso schlimmer sind dann die Banausen, die der Ansicht sind, ihr Display ist wichtiger als die Schönheit der Stadt zu genießen (auch wenn man dort geboren ist und alles soooo gut kennt). Ich hab das sooft und da übertreibe ich nicht, dass ich mit Leuten unterwegs bin und es eine Phase gibt, wo plötzlich jeder sein Smartphone herausholt und Selbstbeschäftigung angesagt ist! Warum? Oder ich mir etwas anschauen möchte, weil ich es vielleicht noch nicht kenne und andere auch nicht, sie es aber als langweilig empfinden. Viel spannender ist doch der Chatpartner am anderen Ende der WhatsApp-Leitung, der sowieso nie komplett befriedigt werden kann, denn er wird immer wieder zurückschreiben.Und das herrliche ist dann, wenn sich der Blick vom Smartphone hebt, der gegenüber mir in die Augen schaut und fragt: “Wo sind wir eigentlich gerade?”. Aber schön, dass ich mit ihm unterwegs bin! –.-

Kommen wir langsam zur Pointe des Beitrags, sonst verliere ich mich hier echt noch Zwinkerndes Smiley. Mitte Mai geht es in die Türkei für mich. 8 Tage Strand, Sonne und … Smiley. Und ich werde es auch versuchen,

DAS SMARTPHONE BLEIBT AUS!!!

7 effektive Tage ohne Smartphone! Für mich gerade undenkbar und wenn man bedenkt, dass zu der Zeit die Google I/O sein wird und ich vermutlich eine Woche davor das neue Samsung Galaxy S 4 in die Finger bekommen werde, wird es besonders schwer. Aber es muss machbar sein und ich will das für euch und mich mal testen.

Handyverbot

Wenn ich mich so umschaue, dann sieht es nicht mal nach Frühling aus, aber eigentlich soll bald der Sommer kommen und vielleicht nehmt ihr euch diesen Beitrag auch mal zu Herzen. Schaut vielleicht jetzt kurz mal von eurem Smartphone hoch und seht kurz raus, lächelt den Gegenüber an oder geht eine Runde raus! Denn es ist heutzutage sehr wichtig zu wissen, dass Technik einem das Leben in vielen Sachen sicherlich erleichtern kann, aber niemals Freundschaften ersetzen oder der Partner fürs Leben sein sollte. Also selbst ausprobieren und ich werde euch im Mai den Bericht liefern, wie für mich die Woche ohne Technik war. Vielleicht mag ja jemand auch seine Meinung zu dem Thema unten in den Kommentaren zum Besten geben. Würde mich freuen!

Und nun schöne Ostern, gesegnete Feiertage und dass der Osterhase auch Winterschuhe im Schuhschrank hat!

Dropbox 2.0: Das würde ich mir wünschen!

Wenn ich hier gerade sowieso in Wünsch-dir-was-Laune bin, kann ich ja gleich noch den nächsten Wunsch loswerden. Dies betrifft nämlich mein allzeits geliebten Cloud-Dienst Dropbox. Ähnlich wie Android hat auch dieser im letzten Jahr eher kleinere Sprünge gemacht. Immer mal hier das 1.3er Update eingespielt, dort die experimentielle 1.5er Version, aber so wirklich den Sprung auf 2.0 hat es noch nicht geschafft.

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Facebook: Meine Antwort auf die Suchmöglichkeitsänderung

Facebook gab gestern etwas bekannt, was viele meiner Freunde und Bekannte aufhorchen ließ und ich gestern wahrlich eine Flut an Nachrichten bekam, wie ich das ganze denn sehen würde. Ums kurz zu machen, Facebook möchte eine datenschutzfreundliche Funktion abschaffen: die Möglichkeit, dass man über das blaue Netzwerk und Suchmaschinen like Google, Bing etc. gefunden werden kann. Sprich, bist du mit einem meiner Facebook-Freunde befreundet und tippelst „Kilian“ in die Facebook-Suche ein, dann werd ich da vermutlich irgendwo erscheinen. Es sei denn, ich habe die Möglichkeit abgehakt. Gleiches geschieht bei Suche meines Namens über Google.

Problem ist also klar, oder? Plötzlich ist jeder auffindbar. Wollte man sich vor dem Chef verstecken, dann war das noch eine gute Option. Klarnamenpflicht herrscht ja sowieso beim US-Riesen!

Zahlreiche Fragen und hiermit eine klare Antwort zu meinem Standpunkt: Bullshit.

Klar, die Fakten grob betrachtet, wirken alarmierend. Da möchte jemand eine Funktion ausbauen, die euch bisher „Schutz“ gegeben hat. Unsinn!!! Ja, vielleicht ward ihr nicht innerhalb des Netzwerks auffindbar und auch bei Google nicht gleich ganz oben gelistet, aber wer dich sucht, der findet dich. Zumindestens dann, wenn du in einem dieser sozialen Netzwerke aktiv bist und mit Klarnamen durch die Glasfaserkabel läufst.

Man kann natürlich jetzt mit dem Finger auf Facebook zeigen und sagen: „Sie sind böse und die werden das immer sein.“, aber mal ehrlich, das Internet kann nur das verwerten, analysieren, anzeigen und finden, was DU ihm zur Verfügung stellst. Also liegt die Ursache nicht im Netz, sondern am Client. Also an dir vor deinem Smartphone, Laptop, PC oder Tablet.

Bleiben wir mal beim Thema Chef und stellen uns doch mal die Frage: „Warum möchte ich nicht, dass mein Chef mich bei Facebook findet?“. Weil ich ein abgefahrenes Profilbild habe, Saufaktivitaeten stetig öffentlich poste, Partybilder für jedermann sichtbar hochlade? Och kommt, dafür gibts einen Privatsphäre-Modus, dass Beiträge nur an Freunde raus gehen und beim Profil- und Coverbild muss man eben ein wenig aufpassen, was da zu sehen ist.

Soziales Netzwerk! Netzwerk! Viele Menschen verbinden sich miteinander und wenn ich nicht möchte, dass ich mit meinem Profil gefunden werde, dann brauche ich auch kein Profil. Es gibt ja zahlreiche Möglichkeiten die Sachen, die andere, fremde Menschen sehen können, einzuschränken. Du bist für deine Inhalte selbst verantwortlich, die Ursache von vielen Peinlichkeiten sitzt gerade vor dem Gerät und liest diesen Beitrag hier und das Internet vergisst nie! Diese drei Punkte solltet ihr niemals vergessen. Das Internet ist schon lange kein Ort mehr für Anonymität. Es ist das reale Leben, etwas anders und etwas vernetzter, aber Gesetze gelten genauso wie der Umgang mit den eigenen Daten.

Ich möchte mich nicht Pro Facebook stellen. Ich finde es unter aller Sau, wie Facebook mit seinen Nutzern umgeht und über solche Funktionen nicht aufklärt, aber gut, sind wir nicht anders gewohnt :-(.

Aber, wir können uns anpassen und unser eigenes Handeln hinterfragen. Wer dich im Netz sucht, der findet dich. Und dann musst du dafür sorgen, dass der Suchende möglichst wenig von dir sieht bevor du ihn nicht als Freund addest. Und bitte! Kein Mensch hat 300+ Freunde! Also wer sich angesprochen fühlt, ab und an ein Frühjahrsputz durch die eigenen Facebook-Freunde hat noch nie geschadet. Frühjahrsputz heißt übrigens nicht, einmal putzen und dann wieder jeden adden ne? Ihr solltet die Menschen schon wirklich sehr gut kennen. Man weiss nie, wieviel Vor-/Nachteil es bringen kann, wenn ein Partybild von dir in die falschen Händen geraet.

Fazit also: Facebook wird die Moeglichkeit abschalten, dagegen koennen wir nichts machen. Aber wir koennen am Ende der langen Schlange aktiv werden, indem wir möglichst wenig öffentlich teilen, wissen wem wir was teilen und vielleicht nicht jeden Mist teilen! Unser eigenes Handeln. Wie im realen, so auch in der virtuellen Welt!

Euch ein tolles Wochenende – Dresden naht – Sightseeing steht an und wer Zeit hat, Facebook möchte geputzt werden ;-).