Felix Welt der Filme

Felix Welt der Filme: Die besten Filme 2013

Zunächst muss ich zugeben, dass ich nicht all zu viele Filme geschaut habe- dazu fehlte mir einfach die Zeit. Deswegen vermisst die Liste eventuell den einen oder anderen potenziellen Kandidaten, wie zum Beispiel Zero Dark Thirty, Der Geschmack von Rost und Knochen, The Act of Killing, Inside Llewyn Davis,  und/oder Liebe (Wird alles in den nächsten Wochen nachgeholt!). Ich hoffe, nächstes Jahr wieder mehr Filme schauen zu können, damit mir eine größere Auswahl zur Verfügung steht.

Nun zur Liste der meiner Meinung nach besten Filme 2013:

1. Prisoners

Intensives, intelligentes, nachwirkendes  und wunderschön fotografiertes Krimidrama auf Fincher-Niveau! Jake Gyllenhaal in Höchstform.

[tl-film 10. Oktober 2013#Denis Villeneuve#Jake Gyllenhaal, Hugh Jackman, Viola Davis#4,5#Thriller]>

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2. Gravity

Vom Gesamtpaket her der beste Kinofilm – reine Magie, was Alfonso Cuaron abgeliefert hat! Danke!

[tl-film 03. Oktober 2013#Alfonso Cuarón#Sandra Bullock, George Clooney#5#Sci-Fi]

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3. American Hustle

Ulkig, unterhaltsam, traurig, einfach anders- mit einem Christian Bale der Extraklasse (inkl. dickem Bauch!)!

[tl-film 14. Februar 2014#David O. Russel#Christian Bale, Bradley Cooper, Amy Adams#4,5#Thriller, Drama]

4. The Master

Ein Film, der viele Fragen stellt, und nicht gewillt ist, sie zu beantworten. Ein („typischer“) Film vom Genie Paul Thomas Anderson (PTA) mit einem Weltklasse Cast erzählt in unglaublich schönen Bildern!

[tl-film 21. Februar 2013#Paul Thomas Anderson#Joaquin Phoenix, Phillip Seymour Hoffman, Amy Adams#4,5#Drama]

5. Don Jon

Mutig, selbstbewusst,frech und erfrischend ehrlich- leider nicht immer konsequent, aber dennoch ein gelungenes Regiedebüt von Joseph Gordon Levitt!

[tl-film 14. November 2013#Josep Gordon-Levitt#Joseph Gordon-Levitt, Scarlett Johansson, Julianne Moore#3#Komödie, Drama, Romanze]

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6. Place Beyond The Pines

Ein sehr amerikanischer Film über Handlung und Effekt, Söhne und Väter, Pech und Glück, Schuld und Vergebung. Das Ende ist leider etwas zu konstruiert.

[tl-film 24. Januar 2013#Derek Cianfrance#Ryan Gosling, Bradley Cooper, Eva Mendes#3,5#Thriller, Drama]

7. Flight

Packendes und rührendes Alkoholdrama mit einem starken Denzel Washington. Zudem der realistischste Flugzeugabsturz der Filmgeschichte.

[tl-film 24. Januar 2013#Robert Zemeckis#Denzel Washington, Don Cheadle, Kelly Reilly#4#Drama]

8. The Spectacular Now

Ein Jugendfilme mit Sinn und Verstand- und ganz viel Herz. Die beiden Hauptdarsteller brillieren- von denen wird man noch einiges sehen! Bester Abspann-Song des Jahres!

[tl-film bisher unbekannt#James Ponsoldt#Miles Teller, Shailene Woodley, Brie Larson#3,5#Komödie, Drama]

9. Das ist das Ende

Gross-Out-Comedy à la Seth Rogen. Ich liebe es!

[tl-film 08. August 2013#Seth Rogan, Evan Goldberg#James Franco, Jonah Hill, Seth Rogen#3,5#Komödie, Fantasy]

10. 42

Bewegender Film über den ersten schwarzen Spieler in der höchsten amerikanischen Baseballliga. Die Tunnelszene lässt kein Auge trocken!

[tl-film 08. August 2013#Brian Helgeland#Chadwick Boseman, Harrison Ford, Christopher Meloni#3,5#Biografie, Drama]

10. Captain Philips

Spannender Film im Semi-Dokumentations-Stil über die Entführung eines Cargo-Schiffs vor der Küste Somalias. Tom Hanks ist schier grandios- die letzten 5 Minuten vergrößern seinen bereits immensen Legenden-Status um ein weiteres!

[tl-film 14. November 2013#Paul Greengass#Tom Hanks, Catherine Keener, Barkhad Adi#3,5#Drama, Thriller]

Nichtsdestotrotz muss man sagen, dass es ein Kinojahr war, das zu viel Einheitsbrei und viele gescheiterte Blockbuster bot. In den USA sieht es anders aus. Um bei den Oscars konkurrieren zu können, wurden sämtliche potenzielle Kracher (American Hustle, 12 Years A Slave, The Wolf of Wall Street, Her) noch im Jahr 2013 in die Kinos gebracht. Bei uns ist also noch warten angesagt.Das lässt aber auf ein tolles Kinojahr 2014 hoffen!

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Filmkritik: Hobbit 2 – Schönes Dahinplätschern

„Herr der Ringe“ hat viele, besonders die männliche Zunft, in unserer Jugend begleitet. Es war immer ein Highlight, ins Kino zu strömen und sich den neuesten Teil der Fantasy-Saga um Mittelerde anzuschauen. Es war eine Trilogie über Freundschaft, Mut, Sühne, Macht, Verlust, Liebe, Sehnsucht, Verlangen, Gier, Krieg und Frieden. Kurz gesagt: Peter Jackson erschuf ein zeitloses Meisterwerk.

Dass „Der Hobbit“ eines Tages verfilmt wird, war nur eine Frage der Zeit. So biete sich Tolkiens eigentlich kurzes Kinderbuch förmlich dazu an, es als Vorgeschichte auf die Leinwand zu bringen. Ähnliches funktionierte ja bereits bei „Star Wars“- über die filmische Qualität der Prequels scheiden sich allerdings bis heute die Geister. Um den „Hobbit“ in dreien Teilen bringen zu können (Geld!), verarbeitete Jackson zudem noch weitere Bücher und Erzählungen zu Mittelerde und fügt zudem noch eigenes hinzu (Wiedersehen mit alten Charakteren), damit „Herr der Ringe“-Fans auf ihre Kosten kommen.

Doch funktioniert alles so gut, wie es sich auf dem Papier anhört?

Die Zwergengruppe samt Bilbo, welcher langsam die Auswirkungen des Ringes spürt, sind immer noch auf dem weg zu den Nebelbergen, um das ehemalige Königreich (in Form von Minen) der Zwerge, Erebor, wieder zurückzuerobern. Einziger Haken: Die Minen werden von einem Drachen names Smaug besetzt, der einst die Zwerge von dort vertrieb und unzähliges Leid den herumliegenden Dörfern hinzufügte.

Zur selben Zeit braut sich etwas Böses zusammen. Dieser Handlungsstrang gehört ganz allein Gandalf. Er spürt das etwas Bösartiges aus längst vergangenen Tagen wieder dabei ist, aufzukeimen, um ein neues dunkles Zeitalter einzuläuten. Peter Jackson ist also drauf bedacht, eine Brücke zu seiner „Ringe“-Trilogie zu bauen. Das macht durchaus Sinn und wird auch geschickt umgesetzt.

[youtube=http:// .com/watch?v=wmmTIRAg5K0]

Zum Film. Das Ganze sieht gut aus und fühlt sich auch durchaus stimmig an. Es gibt etliche Sequenzen und Szenerien mit hohem Schauwert- besonders die Begegnung mit Smaug ist großes Kino (Benedict Cumbatcher- großartig vertont auf Englisch). Hier wurde mit CGI alles herausgeholt. Die Kamera is tadellos, genau wie die Ausstattung und das 3D wird sinnvoll und trickreich verwendet, was eher selten vorkommt. Der Cast spielt auf durchaus hohem Niveau, auch wenn sicherlich keinen einen Oscar oder sonstige Auszeichnungen erhalten wird.


Dennoch hat der Film -sein Vorgänger ebenfalls- ein Problem: die „Herr der Ringe“-Trilogie. Konnte sie auf allen Ebenen berühren, lässt der Hobbit eher einen kalt. Der Geschichte um die Zwerge fehlt es einfach an Größe und Wichtigkeit. Das führt dazu, dass die Filme durchaus langatmig wirken und man sich die Frage stellt, ob es ein oder zwei Film/e auch getan hätten.

Sinnbildlich für den Film steht die Musik. Eigentlich ganz nett, aber sobald  man den Kinosaal verlässt, ist die Melodie auch schon wieder aus dem Kopf.

Kurz und knapp gesagt:


Der Film sieht toll aus, bietet durchaus tolle Szenen (Stadt auf dem See) und beglückt den Zuschauer mit dem ein oder anderen Wiedersehen- Stichwort: Legolas. ABER: Er steht einfach vollkommen im Schatten der vorigen Jackson-Trilogie und kann sowohl emotional und atmosphärisch als auch erzählerisch nicht mithalten. Dafür fehlt es der Geschichte an Dringlichkeit und Signifikanz.

[tl-film 12.Dezember 2013#Peter Jackson#Sir Ian McKellen, Luke Evans, Orlando Bloom#3,5#Fantasy]

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Filmtipp am Freitag: La Haine – Hass

Paris ist bekannt für seine Problembezirke. In einem eben solchen spielt „Hass“. 1995 wacht ein jugendlicher Araber schwer verletzt im Krankenhaus auf, während draußen in „Freiheit“ seine Freunde nach einer Krawall-Nacht beginnen, Hass gegen das System zu entwickeln und eine Waffe finden, die im Todesfall ihres Freundes im Krankenhaus noch wichtig sein kann…

Mathieu Kassovitz’ Erstlingswerk, dass 24 Stunden im Leben dreier Jugendlichen aus einem Pariser Vorort erzählt. Die Performances sind allesamt beeindruckend und Kassowitz’ Schwarweiß-Bilder entwickeln eine unheimliche Wucht und Intensität. – Felix Hahn

[youtube=http:// .com/watch?v=q70QQj0KHwQ]

[tl-film 26.10.1995#Matthieu Kassovitz#Vincent Cassel, Hubert Koundé, Said Taghmaoui#5#Drama]

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Filmtipp am Freitag: Star Wars

2 Wochen war Pause war jetzt Filmtipp-Pause, ab heute geht es wieder regelmäßig weiter – mit einem absoluten Klassiker. Bei jedem geplanten Filmeabend darf es nicht fehlen, zumindest darüber nachzudenken, einen Abend über Star Wars draus zu machen.

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Story: Kult. Charaktere: Kult. Musik: Kult. Keine Filmreihe ist so tief verankert in der heutigen Popkultur wie Star Wars. Die Reihe, welche vor mehr als 30 Jahre begann, hat bis heute nichts an seinen Charme und Reiz verloren. – Felix Hahn

Mehr kann man zu Star Wars eigentlich nicht sagen. Wenn man an solch einer Filmserie etwas zu kritisieren sucht, dann findet man es höchstens in ein paar witzigen Filmfehlern. Dazu habe ich euch mal ein Video herausgesucht, einfach als kleiner Spaß.

[youtube=http:// .com/watch?v=owH54AiCheg]

Wie gesagt, Star Wars gehört zu den absoluten Tops in der Filmeweilt und gehört deshalb auch in die Überlegungen für jeden Filmeabend. Auch deshalb kommt der Krieg der Sterne mit in diese Kategorie, auch wenn das Megaerfolg von George Lucas nicht unbedingt zu den Geheimtipps gehört.

[tl-film ab 1978#George Lucas#u.a. Harrison Ford, Natalie Portman, Ewan McGregor, Christopher Lee, Samuel L. Jackson, #5#Fantasy, Science Fiction]

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Filmkritik: Don Jon – Unausgegorene Offenheit

Joseph-Gordon Levitt, einer der beliebtesten Schauspieler unserer Zeit (man möge mal bei Imgur und 9Gag stöbern), hat nicht nur das Drehbuch zu „Don Jon“ verfasst und die Hauptfigur Johnny gespielt, sondern stand auch erstmals hinter der Kamera. Dass das gut gehen kann zeigte jüngst Ben Affleck (Oscar für Argo). Mit Julianne Moore und Scarlett Johansson steht ihm zudem noch eine geballte Ladung namenhafte Frauenpower  zur Seite. Doch reicht es, um ein gutes Debüt zu feiern?

[youtube=http:// .com/watch?v=JZ90BpxweQU]

Triff Johnny. Ein junger, in New Jersey lebender Italo-Amerikaner, dessen Leben sich auf wenige Dinge beschränkt. Freunde, putzen (Ja, putzen. Warum? Keine Ahnung.), Fitness, Frauen, Kirche. Und Pornos. Diese haben es ihm besonders angetan. Es geht soweit, dass man ihn durchaus als pornosüchtig bezeichnen könnte. Nun bringt das einige Probleme mit sich. Erstens, mag es seine neue heiße Freundin (Scarlett Johansson) nicht. Zweitens, Johnny glaube das richtiger Sex einem Porno gleichkommen sollte. Tut es in seinem Fall aber nicht, weshalb er –sagen wir es mal- digitalen Sex dem realen vorzieht (Ich befürchte, davon gibt es einige). Schließlich verlässt ihn Barbara (er schaut zu viele Pornos) und ihm leuchtet ein, dass er möglicherweise sein Weltbild (ein mittlerweile verbreitetes), nicht nur bezüglich Pornos, überdenken muss, wobei er ungeahnte Unterstützung von der etwas älteren Esther (Juianne Moore), einer schleierhaften Kommilitonin in der Abendschule, bekommt.

Positives zuerst

Der größte Pluspunkt ist die Kameraarbeit, die den repetitiven Lebensstil Johnnys durchaus gekonnt aufzeigt. Auch der Schnitt ist gut, die Hip-Hop-Montagen, beim Schauen der Pornos, (Erinnerungen an „Reqiuem for a Dream“ werden wach) sind ein Stilmittel, dass hier geschickt und passend eingesetzt wurde. Ansonsten setzt der Filme keine Maßstäbe. Will er auch nicht. Und muss er auch nicht. Hier handelt es sich schließlich um leichte Unterhaltung.

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[tl-bildquelle http://www.donjon-derfilm.de/index.php donjon-derfilm.de]

Aber kann der Film auch unterhalten?

Die ersten 20 Minuten sind sehr kurzweilig und der durchaus ironische Erzzählstil (ach ja, Generation Jersey Shore) sitzt. Danach aber verheddert sich der Film und kann das Anfangsniveau bei weitem nicht halten. Schade. Es wird zäh und manche Szene erscheint deplatziert (gar absurd) oder es mangelt ihr an Witz und Bissigkeit. Das ist vor allem den teils steifen Dialogen zuzuschreiben.

Generell mag der Film sich nicht so recht entscheiden, was er möchte. Satire oder Drama oder doch Charakterstudie? Oder alles auf einmal?  Das ganze könnte ja auch durchaus funktionieren, bei „Don Jon“ tut es das aber nur bedingt. Dass bissige Satire funktioniert, bewies Ben Stiller mit „Tropic Thunder“ vor einigen Jahren. Dennoch ist es bei weitem kein schlechter Film. Die Schauspielerleistungen sind grundsolide und auch die Kernaussage des Films ist ehrlich, sympathisch und vor allem aktuell. Die aufgegriffene Thematik ist mutig. Einzig die Frage stellt sich, warum erst jetzt  (2013) dieses Thema so offen und schonungslos angeschnitten wird.

Esthers Aussage, dass es beim Sex darum geht, dass zwei Menschen sich ineinander verlieren, beschreibt den Film treffend. Denn der Film verliert sich. Doch leider nicht in den Zuschauer oder umgekehrt. Nein, er verliert sich in sich selbst. Überspitzt gesagt: Er betreibt seine eigene Art von Selbstbefriedigung, bei der man irgendwann etwas gelangweilt (trotz kurzer Spielfilmlänge) zuschaut, weil das Ende so hervorsehbar ist wie in einem Porno. 

Schade. Schade. Schade. Denn eigentlich hat der Film einiges zu sagen, aber irgendwie wirkt das alles unausgegoren.

[tl-film 14.11.2013#Joseph-Gordon Levitt#Joseph-Gorden Levitt, Scarlett Johannson, Julianne Moore#3#Komödie, Romanze, Drama]

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Filmtipp am Freitag: There Will Be Blood

There Will Be Blood ist kein Film, der sich mit großem Unterhaltungswert und viel Gerede die Aufmerksamkeit der Zuschauer erarbeitet. Er ist viel mehr ein extrem gutes Werk über den Traum vom großen Geld, Macht, Glaube und Hass. Der Zuschauer wird dadurch in den Bann des Films gezogen, dass er miterlebt wie die Sucht nach immer mehr Geld den Verlust der Menschlichkeit bedeuten kann.

[youtube=http:// .com/watch?v=4DkFIGdy_60]
Den ganzen Film bei iTunes kaufen: There Will Be Blood

Felix sagt:

Paul Thomas Anderson’s optisch beeindruckender Film über die Anfänge des Kapitalismus. Dabei spricht der Film Themen an, die bis heute nichts an ihrer Aktualität verloren haben. Greenwoods Score elektrisiert dabei genauso wie Daniel Day Lewis, welcher zu Recht für sein Schauspiel mit dem Oscar als Bester Hauptdarsteller prämiert wurde.

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[tl-bildquelle http://1.bp.blogspot.com/-mnWReD-8wAU/T5QXgwvy2tI/AAAAAAAAA70/HdGi3OdHfj4/s640/There%252BWill%252BBe%252BBlood%252Bscreen5.jpg weltamdraht.blogspot.com]

[tl-film 14.02.2008#Paul Thomas Anderson#Daniel Day-Lewis, Paul Dano, Dillon Freasier#5,0#Drama]

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Filmtipp am Freitag: Watchmen – die Wächter

Watchmen ist ein etwas anderer Superheldenfilm. Die Handlung spielt in einer alternativen Welt zu unserer Geschichte, die durch die Watchmen verändert wird…

[youtube=http:// .com/watch?v=hEujb5Q9nso]

„Das Jahr 1985 in einer alternativen Realität: Richard Nixon (Robert Wisden) ist zum fünften Mal in Folge Präsident, in Vietnam haben die USA gewonnen. Die durchs nukleare Wettrüsten herbeigeführte Eskalation steht kurz bevor – niemand ist in der Lage, die drohende Apokalypse abzuwenden. Weder der durch einen Strahlenunfall zum gottgleichen Dr. Manhattan (Billy Crudup, Der gute Hirte, Almost Famous) mutierte Physiker Jon Osterman, noch die maskierten Watchmen, die durch einen Staatserlass in den Ruhestand gezwungen wurden. Damit ist es jedoch abrupt vorbei, als ein vermummter Attentäter auftaucht und den Comedian (Jeffrey Dean Morgan) aus dem Fenster eines Wolkenkratzers wirft. Der letzte noch aktive Vigilant, der Soziopath Rorschach (Jackie Earle Haley), sieht darin einen Angriff auf alle noch verbliebenen Watchmen und begibt sich auf die Jagd nach dem Mörder. Mit der Hilfe seiner Ex-Kollegen Dan Dreiberg alias Night Owl II (Patrick Wilson), Laurie Juspeczyk alias Silk Spectre II (Malin Akerman) und Adrian Veidt (Matthew Goode), dem klügsten Mann der Welt, deckt Rorschach eine schreckliche Verschwörung auf…“ (Filmstarts.de)

Felix sagt:

Eine Verfilmung von Alan Moores Graphic Novel, die in allen Bereichen zu beeindrucken weiß. Sicherlich schwere Kost, aber ein Muss. Der bis dato beste Superhelden-Film!

[tl-film 2009#Zack Snyder#Jackie Earle Haley, Patrick Wilson, Malin Akerman#4,5]

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Filmtipp am Freitag: Matchpoint

Der Film beginnt mit der Zeitlupenaufnahme eines Tennisballs, der die Netzkante trifft und senkrecht in die Höhe springt – dann wird das Bild angehalten und somit bleibt unklar, in welchem Feld der Ball landen wird… 

[youtube=http:// .com/watch?v=8AAuMrSygno]

Gerade ist Chris Wilson (Jonathan Rhys-Meyers) von einem Londoner Elite-Club als Tennislehrer eingestellt worden, da lernt er Tom Hewett (Matthew Goode) kennen, der ihn in den Kreis seiner schwerreichen Familie einführt. Tom bahnt damit ein Verhältnis zwischen Chris und seiner Schwester Chloe (Emily Mortimer) an. Überraschend schnell wird der höfliche junge Mann von der Familie Hewett als künftiger Schwiegersohn gesehen. Seit Chris jedoch Nola (Scarlett Johansson), Toms Verlobte, zum ersten Mal gesehen hat, fühlt er sich unwiderstehlich zu ihr hingezogen. Nola, ein erfolgloses amerikanisches Starlet, wird von Toms Eltern als nicht standesgemäß abgelehnt. Nach der Heirat von Chloe und Chris wendet sich Tom von Nola ab und heiratet kurz darauf eine Frau aus seinen eigenen Kreisen. Nola scheint verschwunden, doch dann begegnet Chris ihr zufällig und die beiden beginnen eine Affäre. Dadurch gerät der verheiratete Chris jedoch bald in eine Zwickmühle, die ihn zu drastischen Mitteln greifen lässt. Wird Scotland Yard ihm auf die Schliche kommen?

Felix sagt:

Ein Film über Liebe, Lust, Macht, Glück und Opfer, die man bringen muss. In Woody Allens Film überzeugt der komplette Cast auf ganzer Linie, vor allem Scarlett Johansson. Ein intelligenter Film, der auf ganzer Linie unterhält. – Felix Hahn (Felix‘ Welt der Filme)

 [tl-film 2005#Woody Allen#Scarlett Johansson, Jonathan Rhys Meyers, Emily Mortimer#3]

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Filmkritik: Prisoners – beklemmend gut

Ich oute mich hiermit als Fan des Krimis. Dabei meine ich nicht, bei allem Respekt, einen 08/15-„Tatort“ oder sonstige Kriminalfilme, die heutzutage in Dauerschlaufe auf der Mattscheibe laufen. Dabei zeichnet sie oft Folgendes auf: formelhafte und voraussehbare Drehbücher, dürftige Schauspielerleistungen und mangelnde handwerkliche Umsetzung (allgemein bei den öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten, trotz GEZ-Milliarden). Im Kino ist der Krimi leider eine aussterbende Art bzw. verkommen viele Filme zu Slasher- und Actionhrillern (I, Robot), offenbaren ein Logikloch nach dem anderen oder fungieren nur als billiger „Sieben“-Abklatsch, DEM Kriminalfilm schlechthin. Somit bleibt die Liste guter Krimis leider recht überschaubar. Hier ein paar Empfehlungen: Zodiac, Sieben, Verblendung, L.A. Confidential, Roter Drache, Blutmond, Das Schweigen der Lämmer, Im Tal von Elah, Chinatown, Blade Runner.

Doch was zeichnet  diese Filme aus? Eine intensive Atmosphäre, herausragende Darstellerleistungen und packende Geschichten, die fesseln und nachwirken. Ein guter Krimi lässt einen miträtseln und sobald man erlöst wird, wünscht man sich, man könne die Zeit zurückdrehen und wieder von vorne anfangen (ähnlich ergeht es mir beim Essen).

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 Mit „Prisoners“ bekommt der Zuschauer endlich wieder solch einen Film. Es wurde auch mal Zeit!

Die zwei Nachbarsfamilien Dover und Birch treffen sich zum Thanksgiving. Als die beiden kleinen Töchter Anna Dover and Joy Birch nach dem Essen spurlos verschwinden, bricht Panik aus. Schnell wird der Fahrer bzw. die Fahrerin eines Wohnwagens als Verdächtige/r ausgemacht, nachdem jener Wohnwagen in der behutsamen Kleinstadt gesichtet wurde. Detective Loki (Jake Gyllenhaal) kann den Fahrer names Alex Jones (Paul Dano) schließlich festnehmen. Von den beiden Mädchen fehlt jedoch weiterhin jede Spur und Jones beteuert seine Unschuld. Pikant ist dabei, dass Jones den IQ eines 10-Jährigen besitzt und man ihm solch eine Tat aus polizeilicher Sicht nicht zutraut und auch nicht nachweisen kann. Als er schließlich wieder freigelassen wird, konfrontiert ihn Keller Dover (Hugh Jackman) gewaltsam, wobei Jones ihm etwas zuflüstert. Überzeugt von Alex’ Schuld nimmt Dover das Gesetz selber in die Hand und das Unheil nimmt seinen Lauf.

„Prisoners“ ist nicht nur gänzlich ein Krimi, es handelt sich auch um eine Charakterstudie. Wozu ist ein scheinbar guter Mensch in der Lage, wenn dieser in eine Ausnahmesituation versetzt wird? Wie weit würdest du gehen, um deine Tochter zu retten? Hat ein potentieller Mörder Rechte? Und was ist mit christlichen Werten wie die Nächstenliebe, gelten sie in manchen Situationen nicht mehr (religiöse Heuchlerei?)? Ist Folter zu rechtfertigen (Verweis auf Guantanamo?)?

An dieser Stelle soll nicht ungesagt bleiben, dass jeder Charakter in diesem Film etwas verbirgt, eine dunkle Seite in sich hat, welche in jeweiliger Extremsituation –oft zum Leid eines anderen- zum Vorschein kommt. Es ist förmlich erschreckend, wie schnell jegliche Moralvorstellung von Board geschmissen wird. Doch würden wir nicht genau so handeln? Sinnbildlich steht dafür die trügerische Kleinstadt, in denen sich an der Oberfläche ein Häuschen nach dem anderen idyllisch aneinander reiht. In den Kellern aber, offenbaren sich die abgründigen Seiten oder Ängste der Personen. Es stellt sich die Frage: Ist die Gesellschaft nur ein oberflächliches Gefüge?

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Dieser Krimi hinterlässt beim Zuschauer viele Fragen. Mit den Credits ist der Film nicht zu Ende, ganz im Gegenteil, dann fängt er im Kopf des Zuschauers erst richtig an. Großartig!

Schauspielerisch befindet sich der Film auf aller höchstem Niveau. Paul Dano (verstörend) und Melissa Leo (beklemmend) brillieren in ihren Nebenrollen. Hugh Jackman überzeugt als manischer, mit Gottesfurcht geplagter Do-It-Yourself-Man, kratzt aber ab und an der Grenze zum Over-Acting. Terrence Howard, Viola Davis und Maria Bello haben eher kleine Parts, können jene aber Tiefe verleihen. Der wirkliche Star ist aber Jake Gyllenhaal. Der von ihm gespielte Polizist wirkt bedrohlich und verwundbar, stoisch und explosiv zugleich. Man spürt förmlich, dass etwas in ihm brodelt, was auch im zweiten Drittel des Films in einer Szene zum Vorschein kommt. Abermals beweist Jake Gyllenhaal (Jarhead, Zodiac, Donnie Darko, Brokeback Mountain, Brothers, Source Code), dass er zu den besten und vielseitigsten Darstellern seiner Generation gehört.

Interessant ist, dass man bis auf die Geschichte nicht viel über die Personen erfährt. So einiges bleibt dem Betrachtenden und seiner eigenen Interpretation überlassen. Zum Beispiel. Wurde Keller Dover als Kind geschlagen? Hatte er einst ein Alkoholproblem? War Detective Loki Opfer von Missbrauch in seiner Zeit an einer katholischen Schule? 

„Prisoners“ ist der erste Hollywood-Film des franko-kanadischen Regisseurs Dennis Villeneuve, der zuvor mit Filmen wie „Die Frau, die singt“ (Oscarnominierung als Bester Ausländischer Film 2011) „Polytechnique“ für Aufsehen sorgte.
Es wird bei „Prisoners“ ganz schnell klar: Dieser Mann hat Talent. Der Film sieht klasse aus und die spannende und aufwühlende Geschichte wurde in beklemmenden und beunruhigenden Bildern eingefangen. Sonnenschein? Fehlanzeige. Schnee und Regen dominieren die Szenerie. Insbesondere die Kameraarbeit (stoisch und still, was den beobachtenden Charakter unterstreicht) und das Editing sind großartig.  Kein Krimi sah nach „Sieben“ so gut aus und fühlte sich bedrückend und spannend an.

Scheinbar durfte Villeneuve seine Visionen durchsetzten und wurde von den Studios (Warner Bros./Paramount) nicht beschnitten (Gut so!), denn die Story ist stets konsequent und kompromisslos erzählt und nimmt sich auch ausreichend Zeit (153 Minuten!), sich zu entwickeln, ohne dabei jemals an Spannung und Brisanz zu verlieren.
Möglicherweise ist das Ende für den einen oder anderen etwas zu unspektakulär. Wer ein Ende á la „Sieben“ erwartet, wird hier leider enttäuscht. Das Böse steckt hier in einer scheinbar normalen und unscheinbaren Person. Es ist dem Film auch nicht wichtig, den Täter zu dämonisieren oder zu etwas Größerem hervorzuheben , denn diese Geschichte erzählt von normalen und vermeintlich guten Menschen, die in der Lage sind, Schreckliches tun. Aber wären wir das nicht alle?

[youtube=http:// .com/watch?v=_SW4ptK8CkI] 

Fazit

Villneuves Hollywooddebüt ist Krimi und Charakterstudie zugleich. Dabei entfaltet er eine verstörende und beunruhigende Grundstimmung, die noch lange nachwirkt. Man kann nur hoffen, dass nicht wieder Jahre vergehen müssen, bis ein Krimi dieser Art seinen Weg in unsere Kinos findet.

 [tl-film 10.Oktober 2013#Denis Villneuve#Hugh Jackman, Jake Gyllenhall, Paul Dano, Terrence Howard, Maria Bello, Viola Davis#4,5#Krimi/Drama/Thriller]

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Filmkritik: Gravity – das Kino hat seine Anziehungskraft noch nicht verloren

Im heutigen Zeitalter der Streams, des Video-on-Demand und sämtlich anderen Videobeschaffungsmaßnahmen gibt es eher selten noch einen Grund den Weg ins Kino zu finden. Dennoch wurden in den letzten Jahren immer wieder neue Einspielrekorde aufgestellt, was aber eher den stetig steigenden Preisen der Eintrittskarten zuzuordnen ist als einer steigenden Affinität fürs Kino. En vogue ist auch der 3D-Aufschlag. Sämtliche Filme werden nur noch in der dritten Dimension angeboten. Ein cleverer Schachtzug der Filmindustrie; so ist die Raubkopie von 3D-Film um ein Vielfaches schwerer, wenn nicht gar unmöglich.

Der künstlerische Effekt der Anwendung der zusätzlichen, dritten Dimension ist wiederrum zumeist ernüchternd. Nicht selten verlässt man den Kinosaal mit dem Gefühl, dass es in nur 2 Dimensionen mindestens genau so gut oder schlecht gewesen wäre. Des Öfteren wirkt das 3D zerfahren, der Hintergrund verschwimmt regelrecht und mancher Zuschauer hat mit Übelkeit und Kopfschmerzen zu kämpfen. Aber es gibt Außnahmen. Manche Filme wissen die 3D-Technik zu nutzen und zeigen der Filmwelt wie man es machen könnte. Man denke da nur an Avatar, Hugo Cabret, Tim und Struppi oder Life of Pi. Auffällig ist, dass jene Filme allesamt von absoluten Meistern ihres Fachs gemacht wurden (Cameron, Scorsese, Spielberg, Lee). Insofern kann man sagen, dass 3D die Fähigkeit, Visionen in Bildern zu fassen, noch deutlicher zum Vorschein bringt – sowohl im guten als auch im schlechten.

Ein weiterer Ausnahmeregisseur  ist der Mexikaner Alfonso Cuarón. Das er zu der höchsten Garde der Filmemacherriege gehört, bewies er spätestens mit seinem düsteren Science-Fiction -Drama „Children of Men“ im Jahre 2006.  Desweiteren führte unter anderem er beim mexikanischen Meilenstein „Y Tu Mamá También“ und beim dritten (und –wie ich finde-  besten) Teil der Harry Potter-Saga („Harry Potter und der Gefangene von Askaban“) Regie.

Nach einer 7-jährigen Unterbrechung folgt nun sein neuester Streich: Gravity, ein Science-Fiction-Film. Wer dachte, dass dieses Genre bereits ausgereizt ist, irrt sich gewaltig. Gravity ist ein Film voller Schönheit, Gefühl und Wucht, der nebenbei die Möglichkeiten des 3D neu definiert. Man sieht die Protagonisten nicht um ihr Leben kämpfen. Man ist förmlich dabei. Aber erstmal eins nach dem anderen.

Dr. Ryan Stone (Sandra Bullock) befindet sich auf ihrer ersten Space-Shuttle-Mission und soll bei einem Außeneinsatz Reparaturarbeiten an einem Weltraummikroskop vollführen. Begleitet wird sie von vier weiteren Astronauten, wobei nur Matt Kowalkski (Georg Clooney) für den Zuschauer von Bedeutung ist.

Doch es kommt zu einem Unglück. Teile eines zerstörten russischen Satelliten fügen großen Schaden an, den bis auf Kowalksi und Stone niemand (Shuttle eingeschlossen) überlebt. Von und geht es ums nackte Überleben, ein Survival-Movie im All, der mit einer schier unendlichen Intensität und Spannung aufwartet. Überschattet wird das ganze noch mit dem Tod von Stone’s Tochter, der ursprüngliche Antrieb Stones ins All zu flüchten, um all Trauer und Schmerz auf dem Planeten Erde zurückzulassen. Zugegebenerweise bedient sich Cuarón hier genre-typischen Elementen, dies tut er allerdings überragend. Der verzweifelte Kampf ums Überleben und Stone’s inneres Ringen darum, ob es sich überhaupt lohnt, für das von Leid geplagte Leben zu kämpfen, sind schlicht herzergreifend.

Und genau das macht den Film aus. Trotz aller Technik und Action und des großem Nichts im All , hat der Film vor allem eins : Herz. Dabei geht der Film über Genre-Konventionen hinaus und stellt auch Bezüge zu religiösen Themen her (Ähnlichkeiten zu Stanley Kubricks „2001-Odysee im Weltraum“ (1968) sind zu erkennen). Muss so etwas Schönes wie den Planeten Erde nicht von einer höheren Macht erschaffen worden sein? Ist der Mensch nicht das einzigartigste Wesen, da er in der Lage ist den blauen Planeten betrachten zu können? Aber auch die evolutionäre Theorie wird in der Schlusssequenz aufgegriffen. Der Film regt zum Denken an und wird auch Nahrung für die eine oder andere philosophische Diskussion liefern.

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Der Film wird nur von einer Person getragen, Dr. Ryan Stone, meisterlich gespielt von Sandra Bullock. Durch den eingeschränkten Bewegungsradius (Stichwort Astronautenanzug) ist die Mimik in diesem Film von noch größerer Wichtigkeit. Doch Bullock hält dem Druck stand und wartet mit einem stets nuancierten Spiel auf, welches sämtlichen Zuschauern die eine oder andere Träne abgewinnen wird. Unterstützt wird sie am Anfang von George Clooney, der seine Rolle wie gewohnt souverän meistert, in dem er sich einfach selbst spielt. Cool, selbstbewusst und immer für einen charmanten Spruch gut. Bullock bleibt aber Herz und Seele des Films. Eine Oscar-Nominierung scheint durchaus wahrscheinlich!

Es gibt nur noch einen größeren Star und das ist der Look. Was dem Kinogänger hier präsentiert wird, ist bahnbrechend. Die visuelle Wucht führt zu vielen Gänsehautmomenten (Stichwort Ganges). Nicht umsonst sagt James Cameron, Mr. Science Fiction Himself, dass Gravity der „beste Weltraumfilm aller Zeiten“ sei. Die Kameraführung (Emmanuel Lubezki)  setzt dabei neue Maßstäbe (mein Tipp: klarer Oscarfavorit für Beste Kamera). Alleine die ersten 13 Minuten haben keinen sichtbaren Schnitt. Einfach meisterhaft! Damit dies möglich ist, entwickelten Cuarón und Lubezki eine neuartige Technik, um lange, „schwerelose Aufnahmen“ (für „Apollo 13“ (1995) musste die Filmcrew gerüchterweise bis zu 600 Parabelflüge über sich ergehen lassen) montieren zu können. Diese aufwendige Technik erklärt auch die Produktionszeit von 4 (!!) Jahren. Sandra Bullock musste bei den Dreharbeiten an ihre körperliche Grenzen gehen, weshalb ihre schauspielerische Leistung noch höher einzuschätzen ist. Untermalt wird das ganze Spektakel von einem Score (Steven Price), der unter die Haut geht und das Gezeigte optimal einfängt. (Hierbei sei noch angemerkt, dass die Actionsequenzen keinen Sound haben, da es im All keinen Schall gibt). Sowohl auf technischer als auch darstellerischer Ebene stimmt einfach alles. Und das bei einem vergleichbar geringen Produktionsbudget von 100 Millionen Dollar (im Vergleich: Amazing Spiderman 230 Millioen $).

Fazit

„Gravity“ ist ein wunderschöner Film, der trotz seiner simplen Handlung existenzielle Fragen aufwirft und den Zuschauer mitnimmt und dabei zum Denken anregt. Dieses Meisterwerk von Film schafft einen beeindruckenden Mix aus Optik (3D ein Muss, am besten IMAX), Anspruch und Unterhaltung. Dieser Film beweist, dass das Kino noch seine Daseinsberechtigung hat. Denn kein Laptop, TV, PC oder Tablet dieser Welt könnte diesen Film auf selbige Art und Weise wirken lassen. „Gravity“ beweist, dass das Kino noch nicht all seine Magie verloren hat. Und dafür möchte ich Alfonso Cuarón danken.

 [tl-film 03.Oktober 2013#Alfonso Curaón#Sandra Bullock#5,0#Science Fiction]

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