Macht das Internet uns zu Kriminellen?

Man kann jede beliebige Zeitug aufschlagen und sich fast sicher sein, eine Schlagzeile über Internetkriminalität zu finden. Immer öfter hören wir, dass die Behörden “den Kampf gegen Internetkriminalität verlieren”, dass wir auf der Hut sein müssen und dass jeder Opfer einer Attacke werden kann. Natürlich bestreitet das niemand, allerdings stellt sich doch die Frage, ob wir dieses Problem nicht manchmal ein wenig unnötig aufblasen. Lassen wir die Zahlen einmal außen vor – kann man wirklich sagen, dass Internetkriminalität gegenüber anderen Formen der Kriminalität in auffälligem Maße zunimmt?

Die meisten Artikel sagen aus, was gewiss viele fühlen: Das Internet ist immer noch neu, und das Mithalten mit globalen Entwicklungen nicht immer möglich. Dies gibt insbesondere organisierten Banden die Möglichkeit, dieses weltweite Netz nach Nutzerdaten zu durchforsten, um von diesen zu profitieren.

Wir nutzen das Internet ständing und überall. Computer und Laptops sind auf einem Stand, der es uns ermöglicht, so zu leben, wie es vor achtzig Jahren noch Bestandteil wildester Science Fiction Romane war. Tablet und Smartphone im Vergleich zum Notizbuch der letzten Jahrhunderte sind nun unsere konstanten Begleiter. Sie beinhalten all unsere Informationen – vom Zugriff auf das Bankkonto, über dienstliche Email-Kommunikationen, bis hin zu privaten Ferien- und Familienbildern. Doch macht der Besitz solcher elektronischer Geräte oder gar die Nutzung des Internets in Verbindung mit sensiblen privaten wie geschäfltichen Daten uns verwundbarer als wir es ohne sie waren?

Die Antwort lautet nein. Es ist immer einfach, das Neue für etwas verantwortlich zu machen, was wir eigentlich seit langem kennen: die Kriminalität. So wie Kriminelle bereits seit Menschengedenken gute Gelegenheiten nutzen, nutzen nun Hacker selbstverständlich auch das Internet. Die Sorge hier ist dieselbe, welche man noch aus den jungen Jahren der EC-Karten kennt. Es ist die gleiche Sorge, die hinter der jahrhundertelangen Tradition, Türen am Abend abzuschließen, steckt. Diese Sorge ist, genau wie Innovation und Fortschritt, Teil der menschlichen Natur.

Aus diesem Grund sollte die schiere Existenz der Internetkriminalität auf keinen Fall bedeuten, dass wir unsere Tablets nur noch zu Hause und offline benutzen können. Im Gegenteil – die meisten Smartphones und Tablets sind bereits mit exzellentem Schutz versehen, wenn sie aus der Fabrik kommen; der Heimcomputer kann mit Anti-Viren Programmen ebenso geschützt werden. Es ist in der Tat notwendig, dass der persönliche, berufliche, und insbesondere der finanzielle Werdegang eines jeden auch im Internet besser geschützt wird – doch das ist kein exklusives Problem des World Wide Web.