Internettrends 2020 – Auf was dürfen wir uns freuen?

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Neues Jahr, neue Trends. Das Internet tritt erfahrungsgemäß niemals auf der Stelle, sondern es schreitet stetig vorwärts. Das betrifft nicht nur die Technik, sondern auch die Inhalte. 2020 wird wieder einmal ein spannendes Jahr mit bereits absehbaren Entwicklungen und vielleicht auch einigen Überraschungen. Holen wir doch einmal die Glaskugel heraus und schauen ein kleines Stück nach vorn.

5G: Das hyperschnelle mobile Netz breitet sich in Deutschland aus

5G ist im Anmarsch und das sogar auch in Deutschland. Hierzulande hinkt das mobile Internet bekanntermaßen hinterher, nicht einmal 4G ist allerorts vorhanden und allzu oft ärgern wir uns über ellenlange Funklöcher. Doch nun fasst die Welt den Ausbau von 5G ins Auge, und auch unser Land hat sich allen Anzeichen zufolge dafür entschieden. Eine entscheidende Rolle spielen dabei Konzerne wie Huawei, Qualcomm und Samsung, die sich einen regelrechten Wettstreit auf diesem Gebiet liefern. 2020 werden wir zwar noch lange nicht flächendeckend mit 5G bestückt, doch ein Anfang ist gemacht. Berlin, Darmstadt, Köln und München genießen zum Beispiel bereits das hyperschnelle mobile Netz. Die Basisstationen sind allerdings sehr teuer, aus diesem Grund stehen die Großstädte an vorderster Front.

Online Casinos gewinnen weitere Punkte gegenüber analoger Konkurrenz

Online Casinos boomen, und das schon seit Jahren. Wie sich die Entwicklung in 2020 fortsetzen wird, lässt sich nicht mit absoluter Sicherheit voraussagen. Die Anbieter geben sich technisch und innovativ aber enorm anpassungsbereit, mittlerweile kümmern sich schon Live-Croupiers um möglichst authentische Nutzererfahrungen. Bald schon wird die Virtual-Reality-Technologie auch in diesem Sektor Einzug halten, damit ließe sich die Live-Erfahrung noch ein gutes Stück intensivieren. Die Prognose: Der Wettstreit zwischen den lokalen und den digitalen Casinos verschiebt sich auch 2020 weiter zugunsten der Online-Variante. Ganz einfach, weil sich entscheidende Vorteile des analogen Konkurrenten in Luft auflösen, während die Bequemlichkeit der Nutzer schon immer für das virtuelle Spiel sprach.

Kreditinstitute dürfen ab jetzt Kryptowährungen verwahren

Auch auf dem Bitcoin-Sektor gibt es Neuigkeiten: Ab diesem Jahr ist es den deutschen Banken erlaubt, Kryptowährungen im Auftrag ihrer Kunden zu verwahren. Dies besagt ein neues Gesetz, das den Krypto-Markt fördern soll. Zwar haben sich die Banken selbst noch nicht genau darüber geäußert, ob sie diese Möglichkeit auch wirklich wahrnehmen möchten, doch wird ein „Ja“ zur neuen Aufgabe sicher dazu führen, dass sich mehr Menschen für Kryptos entscheiden. Denn wenn die traditionellen Kreditinstitute ins Spiel kommen, dann ließe sich auch das Vertrauen eher konservativer Zeitgenossen gewinnen, denen Bitcoin und Co. bislang zu wenig greifbar waren. Die Aufsichtsbehörde BaFin ist angewiesen, entsprechende Lizenzen zu vergeben. Eventuell könnte sich mit der neuen Aufgabe auch der derzeit ziemlich erschöpfte Bankensektor wieder sanieren – zumindest zum Teil.

Weg vom Clickbaiting: Influencer müssen sich professionalisieren

Teilweise haben einige Medien das digitale Influencing bereits totgesagt, doch diese Prognosen waren nicht zu halten. Zwar gab es im letzten Jahr einige massive Skandale und die Glaubwürdigkeit der Social-Media-VIPs hat darunter gewaltig gelitten. Reines Clickbaiting nahm außerdem bei einigen Möchtegern-Promis überhand. Darum ist eines klar: Das Influencing muss neue, professionelle Wege gehen, um im Ansehen ihrer Follower wieder zu steigen. Das Jahr 2020 kann durchaus zur Wegmarke des Umschwungs werden. Lautes Munkeln ist zu hören, dass sich Marketing-Experten großer Konzerne wie Coca-Cola und Mediacom Schweiz bereits mit diesem Thema befassen. Sie tendieren in Richtung einer langfristigen Zusammenarbeit mit ins Konzept passenden Influencern, streben hochwertigen Content an und möchten den Zielgruppen möglichst transparent begegnen. Das klingt doch wie ein guter Weg hinaus aus der Vertrauenskrise.

Digitale Revolution: erste (kleine) Schritte zum Quantencomputer

Der Quantencomputer war bislang immer noch reine Utopie, obwohl sich mancher Entwickler danach ausstreckt, Träume Wirklichkeit werden zu lassen. Es handelt sich um einen Prozessor, der nicht mehr auf Basis der klassischen physikalischen Gesetze funktioniert, sondern auf reiner Quantenmechanik beruht. Im Ergebnis wäre ein solches Gerät leistungsfähiger als jeder bis dato bekannte Supercomputer. Laut eines kurzzeitig aus Versehen ins Netz gestellten Papiers hat Google in Zusammenarbeit mit der Nasa einen ersten Schritt in Richtung des Mega-Rechners getan. Die Forscher haben einen Chip mit dem Namen „Sycamore“ hergestellt, der 53 Qubits (Quantenbits) auf sich vereint. Normale Bits besitzen immer entweder den Wert 1 oder 0, Qubits jedoch können bis zum Ende der Rechnung einen Überlagerungszustand annehmen und erst dann auf einen der beiden Werte springen. Eine Vielzahl mathematischer Probleme ließe sich damit extrem viel schneller lösen. In diesem Jahr werden wir ganz sicher noch keine Quantencomputer mit uns herumtragen, aber hinter den Kulissen entwickelt sich wahrscheinlich so einiges.

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Autonome Geräte drängen allmählich in den öffentlichen Raum

Und noch etwas ist im Jahr 2020 zu erwarten: Die Welt der Dinge automatisiert sich weiter, das Smart Home und autonome gewerbliche Geräte drängen sich immer mehr in den Vordergrund. In geschlossenen Fabrikhallen läuft bereits vieles „von selbst“, gesteuert durch digitale Algorithmen. Viele Privatleute klimatisieren ihr Eigenheim schon per App oder sie nutzen Alexa, um das Licht oder Musik einzuschalten. Das 5G-Netz ermöglicht es nach und nach, dass autonome Geräte auch hinaus in den öffentlichen Raum drängen. Damit sind nicht nur selbstfahrende Autos gemeint, die die Testphase noch nicht überwunden haben. Auch E-Scooter könnten teil-autonom werden, ebenso wie E-Bikes und Auslieferungsdrohnen.

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