Facebook richtig konfigurieren!

Ich erlebe es tagtäglich, dass Freunde Beiträge bei Facebook posten, wo ich letztendlich sage: Jau ist ja nett zu wissen, aber warum müsst ihr das öffentlich posten, so das euer aktueller bzw. vielleicht auch zukünftiger Arbeitgeber oder auch nicht geaddete Kollegen, Eltern und Verwandte es lesen können, ohne das ihr darauf Einfluss habt, welche Schlüsse auch manchmal aus einer banalen Meldung geschlossen werden können.

Facebook zählt nun knapp über 900 Millionen Nutzer weltweit und hat sich zum größten sozialen Netzwerk unserer Zeit etabliert (Stand: Ende Juli 2012).

Viele sind dort, weil ihre Freunde dort sind. Oder weil die Studentengruppe sich sonst so garnicht anders organisieren könnte. Oder weil man ja auch sonst keine anderen Nachrichten aus der Welt mitbekäme. Alles Ausreden, denn diesen Input bekommt ihr zum Teil viel schneller und leichter, wenn ihr andere Wege im Netz geht. Aber hier soll es keinen kritischen Beitrag zum blauen Netzwerk aus den USA geben und ich selber bin ja schließlich auch bei Facebook, um Freundesaktivitäten zu konsumieren und Kontakte zu pflegen.

Aber worum es hier gehen soll, ist der Umgang mit den eigenen Posts bzw. Fotouploads etc.. Was teile ich mit wem bzw. wer kann diese Aktivität sehen und das sollte man möglichst überlegen, bevor man etwas postet, teilt oder likt.

Für Statistikfreaks mal einen kurzen Punkt dazwischen, weil es mich auch in den Fingern gekribbelt hat und ich das gerne mal wissen wollte:

  • 6 Milliarden Bilder werden monatlich hochgeladen
  • über 900 Millionen Nutzer davon rund 500 Millionen täglich aktiv
  • 23 Millionen Deutsche sind dort registriert

Der Witz ist, wir leben ja in Deutschland. Wir, da meine ich mich und den Großteil der Leser dieses Blogs, zumindest wenn ich Google Analytics trauen darf. Wir Deutschen sind wirklich sehr zimperlich, wenn es um das Thema Datenschutz geht. Ist gut, keine Frage, aber kann an bestimmten Punkten auch richtig nerven. Facebook ist solch ein Dorn für deutsche Datenschützer. Die Server sammeln unendlich viele Daten, verknüpfen sie mit Likes und anderen Vorliebenserkennungen, schalten dazu Werbung und machen uns letztendlich zu einem gläsernen Benutzer.

Aber: Facebook weiß nur das, was wir Facebook auch sagen und da liegt die Schuld. Wir sind letztendlich selber Schuld und machen uns selber zum gläsernen Menschen für das Internet und genau dort können wir eingreifen, indem wir einfach einige Einstellungen bei Facebook tätigen, die ein wenig mehr Privatsphäre in unser Facebook-Profil bringen sollen.

Allerdings muss man vorweg sagen, dass Facebook für solche Feinjustierungen nicht geschaffen ist und viele Option entweder nicht genügend vorhanden sind oder gut versteckt sind und das liegt nicht daran, dass sie es nicht können beziehungsweise nicht wollen. Nein. Facebook kommt nunmal aus den USA und dort gibt es eine andere Mentalität, was die Privatsphäre anbelangt. In einem Land, wo man gegen Zahlung den Fahrzeughalter ermitteln kann. In Deutschland? Unmöglich bzw. wir würden uns zum Protest vor die Fahrzeuge und Polizeistationen legen/ketten ;-) . Wie wir sicherlich alle aus dem Film “Social Network” kennen, ist die Webseite nun einmal von einem alleine geschrieben/entwickelt worden und im Laufe der Zeit ist ein riesiges Unternehmen mit vielen weiteren Einstellungsmöglichkeiten und Optionen drumherum gewachsen. Logo, dass man sich da in dem Wust von Einstellungen verlaufen kann. Aber dafür gibts ja uns Blogger, die euch einen Weg zeigen.

Privatsphäre-Einstellungen

In den Privatsphäre-Einstellungen unterscheidet Facebook in drei Modi. Öffentlich, sprich jeder Internetbenutzer, auch unregistrierte, können alles sehen, Freunde, also alle deine Freunde können alles sehen und Benutzerdefiniert, wo wahlweise nur eine bestimmte Gruppe von Kontakten deine Beiträge sehen dürfen. Dort lassen sich natürlich auch nur bestimmte Nutzer ausschließen und es wäre empfehlenswert vorher deine Freunde in Gruppen zu unterteilen, um diese Einstellung auch optimal nutzen zu können.

Sichtbarkeit beim Posting einstellen

Selbst beim Posting eines Beitrages kann jeweils vor dem Abschicken bestimmt werden, wer diesen jetzt sehen darf. Ebenfalls sind hier die Einstellungen Öffentlich, Privat und Benutzerdefiniert vorhanden. Soll nur eine bestimmte Person oder Zielgruppe diesen Beitrag zu Gesicht bekommen, so kann dies unter Benutzerdefiniert umgesetzt werden. Dies lässt sich auch im Nachhinein noch ändern.

Freundschaftsauswahl eingrenzen

Standardmäßig kann dir jeder registrierte Facebook-Nutzer eine Freundschaftsanfrage senden. Auf Wunsch kann dies unter Privatsphäre-Einstellungen -> Einstellungen bearbeiten -> Funktionsweise von Verbindungen nur auf Freundesfreunde beschränkt werden. Wem das lieber ist, der soll es ruhig einstellen, aber ich lerne auch oft so Menschen mal am Wochenende abends kennen, die natürlich noch nicht in meinem Freundeskreis sind und auch nicht unter den Freunden meiner Freunde zu finden sind und ehe die mich umständlich anschreiben, lasse ich sowas dann lieber zu. Ob ich ihn letztendlich bestätige oder es bei der Anfrage bleibt, ist ja dann noch ein weiterer Schritt auf den ich ja weiterhin volle Kontrolle habe.

E-Mails nur von Freunden erhalten

Im gleichen Punkt “Funktionsweise von Verbindungen” gibt es die Auswahl, wer euch Nachrichten senden darf. Auch hier darf es generell erstmal jeder registrierte Facebookler. Nachrichten von Freunden und Freunden derer landen im Posteingang, alles andere wandert in den Ordner “Sonstiges”. Müsst ihr halt wissen, wieviel Spam euch so überfällt und welche Einstellung dann am besten zu eurem Profil passt. Ich habe damit bis dato kein großes Problem, ab und an von einer hübschen Unbekannten angeschrieben zu werden.

Auffindbarkeit via Suche einstellen

Wenn ich mich in einer Datenbank eines Unternehmens befinde und eine Suche über diese bereitgestellt wird, so kann ich auch über meinen Namen und bei Facebook auch über eine eventuell freigegebene E-Mailadresse bzw. Handynummer gefunden werden. Im Punkt “Funktionsweise von Verbindungen” kann dies auch eingestellt werden. Generell ist die Einstellung “ALLE” gut. Man muss halt nur darauf achten, was man eben öffentlich postet. Da neben dem Namen, dem Profilbild, Geschlecht und Nutzername auch alle öffentlichen Beiträge für alle Nutzer sichtbar sind.

Sichtbarkeit von Fotos und Videos

Gleiches Prinzip nur andere Medien. Drei Sichtbarkeits-Modi gibts auch für hochgeladene Bilder und Videos und auch die können nachträglich nochmals korrigiert werden. Also Partyfotos lieber nur für die eigenen Freunde oder eine bestimmte Freundesgruppe ;-) . Ausgenommen sind die Titelbilder. Diese sind immer öffentlich.

Installierte Facebook-Anwendungen überprüfen

Viele meiner Freunde nutzen ja so gerne die App “Glücksnuss” oder “Farmville”, welches ich auch in den Anfängen oft und viel gespielt habe. Apps, die Daten von euch abgreifen und diese auf externe Server schaffen. Muss nicht sein und man sollte stetig ein waches Auge darauf werfen, ob man die App wirklich noch braucht oder ob man ihr die Berechtigungen auch mal wieder entziehen kann.

Sooo….alle Einstellungen durchgeschaut und eventuelle Änderungen getätigt? Kompliziert oder? Vorallem das man sich heutzutage nicht einfach an das Lieblingsgerät eurer Wahl setzt, Facebook via Browser oder App startet, postet und dann wieder offline geht. Nein. Im Standard, also sprich nach Eröffnung eines Facebook-Kontos, geht erstmal alles öffentlich raus. Oft ein Grund, weswegen Nachrichtensender Schreckensmeldungen bringen, wieviele Accounts doch gehackt wurden, Facebook-Partys stattfinden oder Einbrecher irgendwo eingebrochen sind, weil die Tochter öffentlich gepostet hat, dass man ja voll reich wäre und drei Wochen wohin fliegen würde und vielleicht noch den Entsperrcode der Sicherheitsanlage.

Folge? Der Otto-Normalverbraucher sieht rot und zieht den Stecker, sprich Account löschen/deaktivieren.
Dabei muss man sich nur an wenige Regeln halten, so wie es im “normalen” Reallife auch ist. Regeln, Gesetze und Vorsicht. Das Internet ist lange kein virtueller Raum mehr, wo man als Schwarzvermummter Schabbernack treiben kann. Nein. Baust du Mist? Musst du die Suppe auch auslöffeln und Verantwortung dafür übernehmen. Und wer das verstanden hat, dass das Internet kein Spielplatz, sondern ein ernstzunehmender erweiterter Raum der Realität ist, mit den selben Regeln und Grundsätzen, der kann sich darin auch bewegen und die vielfältigen Möglichkeiten nutzen, die es uns heute gibt und die zumindest ich nicht mehr missen möchte.

1 Jahr ohne Internet? Paul versucht es! Ich möchte damit in nächster Zeit nicht anfangen und danke für das Lesen des langen Beitrages.

2 Responses to “Facebook richtig konfigurieren!”

  1. […] Facewash regelt das über diverse Filter für Wörter und Bilder, allerdings hauptsächlich englisch. Das führt hier bei uns oft zu relativ sauberen Ergebnissen. Ihr könnt auf Facewash allerdings eigene Filter mit deutschen Wörtern, zum Beispiel Schimpfwörter anlegen. Anhand der Liste könnt ihr dann Inhalte auf Facebook löschen. Spätestens nachdem ihr aufgeräumt habt, solltet ihr euer Facebook dann richtig konfigurieren. […]

  2. […] Wer sich die Werte mal auf der Zunge zergehen lässt, der dürfte schnell wissen, dass das ein Potenzial an Big Data ist, was ein anderes soziales Netzwerk erstmal schaffen muss. Kein Wunder also das sich heutzutage alles um Facebook dreht und selbst in jeder kleinen Fernseh- und Kinowerbung irgendwo rechts oben oder unten ein Facebook-Logo klebt . Gerade aus diesem Grund solltet ihr wachsam sein, was ihr dem Zuckerbergschen Unternehmen alles zusteckt und diese Tipps hier beherzigen! […]