Facebook Home – mein Kommentar

So Sonntagabend und Facebook Home ist auf meinem Samsung Galaxy S2 seit 24 Stunden aktiv. War aktiv! Denn ich habe es wieder deaktiviert, aber der Reihe nach!

Vorletzte Woche Donnerstag, dem 4.4, war die Präsentation von Facebook im Menlo Park zu Kalifornien. Fazit der Pressekonferenz? Facebook Home, ein Android-Launcher der aus eurem Phone ein Social Phone machen möchte. Das heißt, dein Gerät geht an und du siehst gleich deine Facebook-Feeds, also Beiträge deiner Freunden und Co.. Übrigens große Ankündigung am 4.4., dass die App am 12.4. weltweit zur Verfügung stehen wird.

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Pustekuchen! Am 12.4. konnten sich unsere Mitbürger auf der anderen Seite des großen Teiches freuen. Wir Deutschen durften in die Röhre gucken. Nachdem ich allerdings einen Artikel eines amerikanischen Tech-Blogger las, der meinte, dass lediglich das eingesetzte Gerät wichtig ist und die begrenzte Region durch eine modifizierte APK umgangen werden kann, habe ich meine Root-Erfahrungen rund um die build.prop-Datei herausgekramt und etwas versucht, was zu einem Erfolg geführt hat: die Installation von Facebook Home auf einem deutschen Device. Denn die build.prop-Datei regelt die Identifizierung des Gerätes gegenüber den Apps und kann auf gerooteten Geräten verändert werden. Sprich das Gerät gibt sich als ein anderes aus.

Probiert, funktioniert und nun im Einsatz gehabt. Facebook Home arbeitet im Dreigespann. Die offizielle Facebook-App, der Facebook Messenger und der Launcher Facebook Home sind allesamt nötig, um das komplette Feeling des neuen Launchers genießen zu können.

Was Facebook Home können soll? Das hatte ich hier bereits beschrieben!

Hier also das Fazit von mir. Nach der Installation präsentierte sich mir der letzte Beitrag aus meiner Facebook Timeline auf dem Lockscreen. Nicht klein wie man es gewohnt ist, sondern übergroß skaliert auf die Größe des Smartphone-Displays. In einigen Fällen überaus eklig anzusehen und fördert ungemein den Augenkrebs. Wie ich bereits vor wenigen Tagen schon verlauten liess, habe ich keine Freunde die stetig paradiesische Urlaubsfotos in die Pipeline schiessen, sondern eher ihr Essen, irgendwelche Witze oder Statusmeldungen ohne Bild (hierbei wird das Coverbild desjenigen genommen).

Also: Smartphone aus dem Standby geholt, bekommen wir die Anzeige unseres Facebook-Feeds dargestellt. Am unteren Displayrand wird uns ein Icon angezeigt, dessen Inhalt dein eigenes Profilbild bei Facebook ist. Hält man nun seinen Finger auf das Icon, so erscheinen drei Möglichkeiten. Links kann direkt zum Facebook Messenger gewechselt werden, rechts zur letzten aktiven App und nach oben kommt man zu den Anwendungen. 

Anwendungen heißt allerdings in erster Linie die Auswahl einen Status, ein Foto oder einen Ort zu posten. 

Macht man hier noch einen Wisch nach links, so erscheinen die installierten Apps in einer umfassenden, alphabetisch sortierten Liste. Nix mit Favouriten und Co.. Will ich dreimal zu WordPress, so muss ich mich dreimal durch dieses ellenlange Menü quälen. Minuspunkt und zwar deutlicher! Schnell mal ins Anrufmenü? Auch hier muss ich mich durchwühlen.

Einen Pluspunkt gibt es hier allerdings. Gaaaanz unten (und nein, es gibt kein schnelleren Weg als ellenlanges Herunterscrollen) befindet sich der Punkt “Mehr…”, der zu unserem gewohnten Homescreen führt. Hatte ich hier auch schon beschrieben. 

Jau, Einstellungen sind einige vorhanden. So kann die gewohnte Notificationbar aktiviert und auch das Anzeigen der Facebook-Feeds im Lockscreen kann deaktiviert werden. 

Mehrwert bisher? Nicht viel, aber dazu später. Vorerst noch ein paar Worte zu den Chat Heads.

Die Chat Heads verdienen ein wenig mehr Aufmerksamkeit, denn diese sind so ziemlich das coolste Feature was uns Facebook geliefert hat. Ich würde sogar fast meinen, dass sich Google da sicherlich in Zukunft noch ein wenig abgucken und in Android nativ einbauen darf.

Was Chat Heads sind? Hatte ich hier erwähnt und beschreiben lediglich das Aufpoppen des Profilbildes des Gegenüber egal in welcher Anwendung man sich gerade befindet. Das praktische daran? Öffnet man die Konversation, so öffnet diese sich Overlay der aktuellen App. Richtig heißer Schit! Kann übrigens schon für WhatsApp nachgerüstet werden. 

Funktionierten diese korrekt? Jau. Richtig tolles Feature, welches wieder frisches Feeling in den Facebook Chat bringt.

Fazit nach so vielen Worten?

So ein langer Text für so eine verhältnismäßig kleine Anwendung. Meine Meinung zu Facebook Home hat sich weitestgehend nicht von der letzter Woche geändert. Es gibt sie, die Hardcore-Facebook-Suchties und gerade dort wird der Launcher einschlagen wie eine Wucht.

Ich für meinen Teil und ich denke, da kann ich für viele Menschen in meiner Umgebung sprechen, werde Facebook Home nicht behalten. Dafür bietet mir mein Facebook-Feed einfach zu wenig Content. Die drei/vier Statusmeldungen am Tag, die mich interessieren, die kann ich auch abends gemütlich bei einer Tasse Kakao im Bett lesen und muss diese nicht den ganzen Tag auf meinem Lockscreen mit mir rumtragen. 

Also ein neutrales Fazit. Zu mindestens lasse ich eine Empfehlung dar, dass es sich jeder mal anschauen sollte, denn kompletter Quatsch/Mist ist es nicht. Nur muss jeder für sich selber den Mehrwert finden, denn jeder ist nun mal unterschiedlich aktiv in diesem Netzwerk, was sich Facebook schimpft!

Einzig die Chat Heads sind eine Alternative zum herkömmlichen Benachrichtungssystem und freilich ein cooles Feature. Wunsch an Google: für alle Benachrichtigen umsetzen, denn das Teil rockt richtig!

Aber nun zu euch! Habt ihr es schon ausprobiert? Wenn ja, wie gefällt es euch und lasst ihr es installiert? Wenn nein, was denkt ihr zu dem, was ihr hier schon alles lesen konntet? Lohnt sich eine Installation für euch oder lasst ihr gleich die Finger von? Lasst es uns wie immer in den Kommentaren wissen…