„Ein Jahr ohne Internet“ – mein Kommentar

„Ohje“ – mein Gedanke als ich diesen Artikel vorhin gelesen habe. Grob zusammengefasst, Paul Miller, Redakteur bei The Verge hat am 1. Mai dieses Jahres ein Experiment gestartet: ein Jahr lang ohne Internet.

Halte ich generell erstmal für keine schlechte Idee, ist es doch ein Suchtfaktor für sich: dieses Internet.

Aber könnte ich das?

Ich habe erst zur Abizeit meine Leidenschaft und mein Interesse für die Informatik und der Software-Entwicklung gefunden. In meiner Kindheit gab es keinen Gameboy, keinen Nintendo, keine Playstation, keinen Rechner mit Windows 95, 98 oder ME. Auch die Anfänge der Mobilfunkgeräte habe ich mit Freundetreffen, Kinobesuchen und sonstigem verpasst. Warum? Keine Ahnung, war nicht mein Ding und sicherlich auch ein Stück weit die Erziehung meiner Eltern. Es gab zwar einen Fernseher, aber auch KIKA war dort kein Standardprogramm. Tagesschau und das sonntägliche Familientreffen um 20:15 zum Tatort sind Ereignisse die mir als Erinnerung geblieben sind. Ich habe auch lieber Pokemon-Karten gesammelt, getauscht und gespielt als mir die Fernsehserie reinzuballern.

Dann kam die Sekundarstufe 2 und damit für mich die Chance einen Leistungskurs in Informatik zu besuchen, wo ich zum ersten Mal Kontakt mit der Materie Internet und Programmierung bekam. Und wola, ich konnte es und es fiel mir leicht. Tja erstes Handy, erster Familien-PC mit dem, in die Jahre gekommenen, Windows XP und die ersten Erfahrungen im Umgang mit TurboPascal und Delphi. Hach was für schöne Zeiten ;-). Internet? Immer nur ein Mittel zur Suche!

Durchbruch gab es dann durch die Ausbildung zum Informatikkaufmann, die nun schon einen Monat hinter mir liegt. Erst Jappy, dann schuelerVZ bzw. meinVZ allgemein und dann irgendwann Facebook. Mein Facebook-Konto sagt mir, dass es zum Anfang meiner Ausbildung vor drei Jahren eröffnet wurde ;-). Wusste ich so aus dem Kopf garnicht mehr. Danke Timeline :-). Joar, plötzlich war das Internet ein Ort wo ich meine Freunde aus der alten Heimat hatte, quatschen konnte, stupsen durfte und mir ihr Leben am Abend reinziehen konnte. Bilder, Postings, Likes, plötzlich wurden Interessen klar, die einem vorher garnicht aufgefallen sind, dass man die hatte. Irgendwann im letzten Jahr kam dann die komplette Google-Schiene dazu, die mich bis heute begeistert und mir den Wust an E-Mails intelligent abnimmt, mir mittels Google Reader alle Infos und Neuigkeiten liefert, meine Termine verwaltet und via Drive erlaubt, mit meinen Freunden Dokumente zu verwalten und gleichzeitig zu bearbeiten. Google+ als Netzwerk lasse ich noch aussen vor, da weiß ich nicht, inwiefern dieses mich irgendwann mal komplett gegenüber von Facebook begeistert.

Zudem ist der Markt der Smartphones gewachsen und ich bin seit August 2011 mit dem Samsung Galaxy S2 dabei und hellauf begeistert von der mobilen Nutzung: Alles immer dabei zu haben.

Um die Jahreswende kam dann noch die Idee dieses Blogs daher und hat sich bis dato zu einem festen Bestandteil meines Lebens und Tagesablaufs etabliert.

Was haben wir also?

Kontakt mit Freunden via Facebook und Google+, Dateiabgleich auf allen Geräten via Google Drive, SkyDrive und Dropbox, kompletter Nachrichtenverkehr und Terminverwaltung über Google und letztendlich dieses Blog.

Ohne Internet? Alles in diesem Umfang nicht möglich. Freilich frage ich mich manchmal wie es wäre, wenn es das Internet nicht gäbe! Mal abgesehen davon, dass ich arbeitslos wäre, nimmt mir das Web eigentlich nur Arbeit ab, die ohne dieses garnicht entstehen würde ;-). Kontakt zu Freunden? Telefonieren und Simsen brauchen bekanntlich kein Internet. Neuigkeiten? Es soll sie ja noch geben, diese Tagesschau am Abend. Dateiabgleich? Im internen WLAN braucht es dazu auch keinen Zugriff nach außen.

ABER! Es ist nunmal „erfunden“ worden und ich glaube es wäre eine unglaubliche Last für mich, jetzt auf die üblichen Mittel umzusteigen und komplett auf das Internet zu verzichten, auf diese Möglichkeit schnell Infos herbeizuholen, schnell mal eine Datei mobil aufzurufen, schnell mal dem Martin einen Link zu senden, den er sogleich unterwegs öffnen kann.

Ein Jahr ohne Internet!

Sicherlich ein Experiment und eine riesige Erfahrung für einen selber, um danach unsere heutigen Möglichkeiten viel besser schätzen zu lernen und wer weiß vielleicht kommt man auch mal in den Genuss, ein Jahr auf einer ruhigen Insel zu vegetieren, ohne Internet, Strom und den Kontakt in die weite Welt.

Ich wünsche jedenfalls Paul viel Erfolg bei seinem Vorhaben und ich habe einen riesigen Respekt vor ihm, wenn er das schafft und lese sehr gerne am 1. Mai 2013 einen ausführlichen Erfahrungsbericht ;-).

3 Responses to “„Ein Jahr ohne Internet“ – mein Kommentar”

  1. […] verbunden, sonst könntest Du diesen Beitrag nicht lesen. Wie sieht es bei Dir aus? Kannst Du Dir ein Leben ohne Internet vorstellen? Und hättest Du gedacht, dass es das Internet schon so lange […]

  2. […] Jahr ohne Internet? Paul versucht es! Ich möchte damit in nächster Zeit nicht anfangen und danke für das Lesen des langen […]

  3. […] ist es fast ein Jahr her, dass ich über einen Journalisten berichtet habe, welcher sich ein Jahr lang fernab dem Internet bewegen wollte. Ich habe zum jetzigen Zeitpunkt […]