Digitale Gesichtserkennung

In Zeiten der fortschreitenden Technologien haben es sowohl Unternehmen als auch Politiker in Regierungspositionen nicht einfach, über richtig und falsch zu entscheiden. Privatsphäre ist ein Thema, das aktueller nicht sein könnte: Vorratsdatenspeicherung, Nacktscanner an Flughäfen, Unternehmen die Daten über ihre User speichern und dann für Werbezwecke verkaufen. Kaum eine Bevölkerungsgruppe hat nicht schon unzählige AGs gegründet und sich gegen den “Big Data”-Wahnsinn gewehrt. 

In Deutschland ist das Thema vor allem mit dem Unternehmen Google an die Bildfläche der Medien gekommen. Spätestens, als die kamerabepackten Google-Autos durch deutsche Städte fuhren und jede Ecke und Kante des Landes verzeichneten, um sie in ihre “Street View” Applikation einzufügen, wurde es kritisch: das wollten manche deutsche Bürger nicht, dass man ihre Häuser im Internet anschauen kann. 

Dass diese Daten-Sammlung über den Bürger aber auch zu ihrem Schutz und Nutzen sein kann wollen viele Unternehmen dem Kampf entgegensetzen. Unter diese Kategorie fällt auch der umstrittene Nacktscanner an amerikanischen (und teils auch europäischen Flughäfen), der die Passagiere großer Flughäfen gründlich durchcheckt. Aber auch Casino-Besucher könnten nun eine Art “Big Brother” bekommen, der auf sie aufpasst: eine neue Gesichtserkennung könnte in Casinos dafür sorgen, dass Problemspieler und Süchtige keinen Zugang mehr zu den Pokertischen haben. 

Dabei ist es allerdings nicht so, dass diese Spieler von offizieller Stelle identifiziert werden. Vielmehr setzen sich die erkrankten Spieler selber und freiwillig auf eine Sperrliste. Mit Hilfe der digitalen Gesichtserkennung können nun Mitarbeiter von Casinos die rückfälligen Spieler identifizieren und dafür sorgen, dass sie in Sicherheit das Casino-Gelände wieder verlassen. 

Diese Art des Identitäten-Check gibt es auch bei anderen Sicherheitsvorkehrungen, wie etwa bei Alarmanlagen für das eigene zu Hause und bei anderen offiziellen Institutionen mit größter Sicherheitsstufe. Für Casinos ist das ganze bisher allerdings noch viel zu teuer und dem Aufwand nicht entsprechend. Es müsste sich ein weiterer (profitabler) Grund finden, diese Gesichtserkennung zu installieren. Auch hier haben Kritiker ihren Finger drauf gelegt: könnten die Casinos mit Hilfe dieser Technik eine Art “Profiling” für gute und schlechte Spieler anlegen? Könnten diese Daten verkauft werden oder für Werbezwecke analysiert? 

Mit Sicherheit wird das ganze System an seiner einzigen Schwachstelle gefährdet: nicht jeder Spieler geht tatsächlich im Casino spielen, sondern kann sich auch an den neuen Online Plattformen für Glücksspiele austoben. Insofern ist die Gesichtserkennung definitiv keine Problemlösung, sondern tendenziell eine Rechtfertigung um Daten zu sammeln oder die Verantwortung für jegliche “gesundheitliche Schadensfälle” bei den Kunden abzugeben.