CyanogenMod: mehr aus deinem Android holen

Ich schrieb es schon unzählige Male und doch habe ich es für den fleißigen Leser noch nie wirklich erklärt, was eigentlich der sogenannte CyanogenMod ist, der auf meinem Samsung Galaxy S2 täglich Updates erhält und auf den ich soviel gebe.

Das Wort beinhaltet es ja ansich schon: CyanogenMOD.

Beim CyanogenMod handelt es sich um eine Modifikation genauer um ein Custom-ROM, sprich einem Betriebssystem welches nicht direkt vom Hersteller kommt und eventuelle Funktionen nachliefert bzw. Einschränkungen des ursprünglichen Betriebssystems umgeht.

In der Regel ist für das Verwenden von Custom-ROMs der Rootzugriff auf ein Gerät vonnöten. Was Root bedeutet, hatte ich an anderer Stelle schon einmal beleuchtet. Wie ihr welchen, zumindestens auf dem Samsung Galaxy S2 erlangt, werde ich in den nächsten Tagen nochmal behandeln.

Im Jahre 2008 entwickelte Steve Kondik ein Custom-ROM für Android, damals noch für das HTC Dream. Heute ist es die Grundlage für viele verschiedene Modifikationen. So auch die des CyanogenMods, der neben vielen neuen Funktionen auch die Stabilität und Leistung der Android-Devices verbessert.

Der CyanogenMod ist einer der bekanntesten und beliebtesten, dank seiner unglaublichen Liste an unterstützter Versionen und Geräte. So sind außer Honeycomb aka Android 3.0, Gingerbread als CM7, Ice Cream Sandwich als CM9 und Jelly Bean als CM10 verfügbar. Eine Liste aller unterstützer Geräte findet ihr hier auf Wikipedia.

Jau, 3 Versionen stehen dem geneigten Benutzer zur Verfügung:

Nightlys, die auch ich täglich beziehe. Hierum handelt es sich um Testversionen, welche als erste neue Funktionen erhalten, allerdings manchmal noch zu Bugs führen können. Also wenn das Device einfach mal ausgeht und neustartet, darf man sich nicht beschweren ;-). Updates flattern, wie schon erwähnt, fast täglich herein.

Release Candidate sind Vorabversionen. Sprich Funktionen und sonstige Erweiterungen sind schon vollkommen implementiert und weitestgehend stabil. Es kann aber vereinzelt noch zu Fehlern kommen. RCs erhalten nicht sooft Updates und koennen schon mit gutem Gewissen installiert werden, ohne das grosse Risiko, dass vielleicht eine Funktion dann doch nicht ordnungsmaessig funktioniert.

Weitaus besser sind dagegen die stabilen bzw. finalen Versionen. Diese sind rundum getestet und sollten zu 99% Prozent stabil laufen. 1% geht fuer die generellen Schwaechen heutiger Software zugute. Nobody is perfect, auch nicht Programmiercode. Updates gibt es hier allerdings selten. Die derzeit aktuelleste stabile Version ist der CyanogenMod 9 mit Grundlage von Android in Version 4.0 aka Ice Cream Sandwich.´

Aber was macht es nun besser als die Originalversion des Herstellers?

Es wird immer Menschen geben, die mit einem Produkt zwar zufrieden sind – sonst wuerde man es nicht kaufen – , jedoch mehr daraus machen. Entweder weil sie es wollen, brauchen oder einfach nur koennen. Android ist ein quelloffenes Betriebssystem, welches genau solche Spaesse erlaubt. So sind im CyanogenMod Funktionen eingebaut, die es so im nacktem Android-OS nicht gibt oder erst muehselig per App nachgeruestet werden muessen.

Einige Features sind zum Beispiel zusätzliche Einstellungsmöglichkeiten wie eine vollkommen individuelle einstellbare Benachrichtigungsleiste mit Buttons für GPS, Mobilfunk, Wlan, Lautstärke und vielem mehr. Diese kann nach Belieben angeordnet werden. So wie es eben jeder mag. Zudem kann man seinen Sperrbildschirm modifizieren. Wetter und Kalendereinträge können angezeigt werden, zudem lassen sich Schnellzugriffe zu Apps etc. festlegen. Jau, Hintergründe lassen sich anpassen, Statusleiste kann etwas verändert werden, wenn man zum Beispiel die Prozent der Akkuleistung angezeigt haben möchte, so bekommt man hier eine nette Gelegenheit dazu (s. Screenshots), es kann zwischen unzähligen Designs aus dem Google Play Store gewählt werden, es gibt von Werk an eine Speicherverwaltung, Prozessoreinstellungen, ein eigener Musikplayer mit Equalizer und und und. Ihr seht, ihr habt eine nie dagewesene Freiheit euer Smartphone auch wirklich zu eurem zu machen!

Download und Installation

Inzwischen gibt es seit Version 10 den CM Updater, der euch nach Belieben anzeigt, wenn entweder eine neue Nightly oder eine neue finale Version für euer Device verfügbar ist.

Generell gibt es alle Versionen, Updates für alle unterstützen Geräte auf dieser Webseite.

Aufgrund von Streitigkeiten mit Google, darf der CyanogenMod nicht mit den Google Apps, wie Mail, Maps etc. ausgeliefert werden. Diese können aber ganz easy als .zip-Datei heruntergeladen und im Recovery-Menü installiert werden. Die aktuellsten Google Apps gibt es hier:

http://wiki.rootzwiki.com/Google_Apps

Fazit

Letztendlich bin ich in meinem Android-Umfeld auch so ziemlich der einzige der sich so sehr mit dem Thema Handytuning auseinandersetzt. Klar, man kann sagen: „Laeuft“ und das System laeuft ja auch, aber hey, es geht besser. Gefuehlt haelt mein Handyakku mit dem CM laenger durch und laeuft einfach mal fluessiger. Mal vollkommen abgesehen von Samsungs Updatepolitik kann ich mich woechentlich auf neue Features freuen und mich jetzt schon darauf freuen, einer der ersten zu sein, die die neuen Funktion von Android 4.2 ausprobieren kann.

Muss jeder fuer sich entscheiden, ob er den Schritt wagt und sein vielleicht eh schon gerootetes Device einem Neuanfang unterzieht, mit einem neuen tollen Betriebssystem. Ich kann es euch empfehlen und Tipps, Tricks und Hilfe bekommt ihr definitiv hier, in der Tech-Lounge!

4 Responses to “CyanogenMod: mehr aus deinem Android holen”

  1. […] alle manuell einspielen würde. Nein, dafür gibt es seit Version 10.0 den CM-Updater, den ich hier unter dem Punkt “Download und Installation” angesprochen […]

  2. […] Begleiter und hat keinerlei Wuensche uebrig gelassen. Da ich auf meinem Samsung Galaxy S2 den CyanogenMod zu laufen habe, gibt es seit dem Wochenende einen ernsthaften Konkurrenten zum einzigten Nummer-eins-Kandidaten […]

  3. […] CyanogenMod: mehr aus deinem Android holen […]