Felix‘ Welt der Filme

Hier findest du Filmempfehlungen und Filmkritiken von unserem Filmejunkie Felix.

Filmtipp am Freitag: Watchmen – die Wächter

Watchmen ist ein etwas anderer Superheldenfilm. Die Handlung spielt in einer alternativen Welt zu unserer Geschichte, die durch die Watchmen verändert wird…

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„Das Jahr 1985 in einer alternativen Realität: Richard Nixon (Robert Wisden) ist zum fünften Mal in Folge Präsident, in Vietnam haben die USA gewonnen. Die durchs nukleare Wettrüsten herbeigeführte Eskalation steht kurz bevor – niemand ist in der Lage, die drohende Apokalypse abzuwenden. Weder der durch einen Strahlenunfall zum gottgleichen Dr. Manhattan (Billy Crudup, Der gute Hirte, Almost Famous) mutierte Physiker Jon Osterman, noch die maskierten Watchmen, die durch einen Staatserlass in den Ruhestand gezwungen wurden. Damit ist es jedoch abrupt vorbei, als ein vermummter Attentäter auftaucht und den Comedian (Jeffrey Dean Morgan) aus dem Fenster eines Wolkenkratzers wirft. Der letzte noch aktive Vigilant, der Soziopath Rorschach (Jackie Earle Haley), sieht darin einen Angriff auf alle noch verbliebenen Watchmen und begibt sich auf die Jagd nach dem Mörder. Mit der Hilfe seiner Ex-Kollegen Dan Dreiberg alias Night Owl II (Patrick Wilson), Laurie Juspeczyk alias Silk Spectre II (Malin Akerman) und Adrian Veidt (Matthew Goode), dem klügsten Mann der Welt, deckt Rorschach eine schreckliche Verschwörung auf…“ (Filmstarts.de)

Felix sagt:

Eine Verfilmung von Alan Moores Graphic Novel, die in allen Bereichen zu beeindrucken weiß. Sicherlich schwere Kost, aber ein Muss. Der bis dato beste Superhelden-Film!

[tl-film 2009#Zack Snyder#Jackie Earle Haley, Patrick Wilson, Malin Akerman#4,5]

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Filmtipp am Freitag: Matchpoint

Der Film beginnt mit der Zeitlupenaufnahme eines Tennisballs, der die Netzkante trifft und senkrecht in die Höhe springt – dann wird das Bild angehalten und somit bleibt unklar, in welchem Feld der Ball landen wird… 

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Gerade ist Chris Wilson (Jonathan Rhys-Meyers) von einem Londoner Elite-Club als Tennislehrer eingestellt worden, da lernt er Tom Hewett (Matthew Goode) kennen, der ihn in den Kreis seiner schwerreichen Familie einführt. Tom bahnt damit ein Verhältnis zwischen Chris und seiner Schwester Chloe (Emily Mortimer) an. Überraschend schnell wird der höfliche junge Mann von der Familie Hewett als künftiger Schwiegersohn gesehen. Seit Chris jedoch Nola (Scarlett Johansson), Toms Verlobte, zum ersten Mal gesehen hat, fühlt er sich unwiderstehlich zu ihr hingezogen. Nola, ein erfolgloses amerikanisches Starlet, wird von Toms Eltern als nicht standesgemäß abgelehnt. Nach der Heirat von Chloe und Chris wendet sich Tom von Nola ab und heiratet kurz darauf eine Frau aus seinen eigenen Kreisen. Nola scheint verschwunden, doch dann begegnet Chris ihr zufällig und die beiden beginnen eine Affäre. Dadurch gerät der verheiratete Chris jedoch bald in eine Zwickmühle, die ihn zu drastischen Mitteln greifen lässt. Wird Scotland Yard ihm auf die Schliche kommen?

Felix sagt:

Ein Film über Liebe, Lust, Macht, Glück und Opfer, die man bringen muss. In Woody Allens Film überzeugt der komplette Cast auf ganzer Linie, vor allem Scarlett Johansson. Ein intelligenter Film, der auf ganzer Linie unterhält. – Felix Hahn (Felix‘ Welt der Filme)

 [tl-film 2005#Woody Allen#Scarlett Johansson, Jonathan Rhys Meyers, Emily Mortimer#3]

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Filmkritik: Prisoners – beklemmend gut

Ich oute mich hiermit als Fan des Krimis. Dabei meine ich nicht, bei allem Respekt, einen 08/15-„Tatort“ oder sonstige Kriminalfilme, die heutzutage in Dauerschlaufe auf der Mattscheibe laufen. Dabei zeichnet sie oft Folgendes auf: formelhafte und voraussehbare Drehbücher, dürftige Schauspielerleistungen und mangelnde handwerkliche Umsetzung (allgemein bei den öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten, trotz GEZ-Milliarden). Im Kino ist der Krimi leider eine aussterbende Art bzw. verkommen viele Filme zu Slasher- und Actionhrillern (I, Robot), offenbaren ein Logikloch nach dem anderen oder fungieren nur als billiger „Sieben“-Abklatsch, DEM Kriminalfilm schlechthin. Somit bleibt die Liste guter Krimis leider recht überschaubar. Hier ein paar Empfehlungen: Zodiac, Sieben, Verblendung, L.A. Confidential, Roter Drache, Blutmond, Das Schweigen der Lämmer, Im Tal von Elah, Chinatown, Blade Runner.

Doch was zeichnet  diese Filme aus? Eine intensive Atmosphäre, herausragende Darstellerleistungen und packende Geschichten, die fesseln und nachwirken. Ein guter Krimi lässt einen miträtseln und sobald man erlöst wird, wünscht man sich, man könne die Zeit zurückdrehen und wieder von vorne anfangen (ähnlich ergeht es mir beim Essen).

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 Mit „Prisoners“ bekommt der Zuschauer endlich wieder solch einen Film. Es wurde auch mal Zeit!

Die zwei Nachbarsfamilien Dover und Birch treffen sich zum Thanksgiving. Als die beiden kleinen Töchter Anna Dover and Joy Birch nach dem Essen spurlos verschwinden, bricht Panik aus. Schnell wird der Fahrer bzw. die Fahrerin eines Wohnwagens als Verdächtige/r ausgemacht, nachdem jener Wohnwagen in der behutsamen Kleinstadt gesichtet wurde. Detective Loki (Jake Gyllenhaal) kann den Fahrer names Alex Jones (Paul Dano) schließlich festnehmen. Von den beiden Mädchen fehlt jedoch weiterhin jede Spur und Jones beteuert seine Unschuld. Pikant ist dabei, dass Jones den IQ eines 10-Jährigen besitzt und man ihm solch eine Tat aus polizeilicher Sicht nicht zutraut und auch nicht nachweisen kann. Als er schließlich wieder freigelassen wird, konfrontiert ihn Keller Dover (Hugh Jackman) gewaltsam, wobei Jones ihm etwas zuflüstert. Überzeugt von Alex’ Schuld nimmt Dover das Gesetz selber in die Hand und das Unheil nimmt seinen Lauf.

„Prisoners“ ist nicht nur gänzlich ein Krimi, es handelt sich auch um eine Charakterstudie. Wozu ist ein scheinbar guter Mensch in der Lage, wenn dieser in eine Ausnahmesituation versetzt wird? Wie weit würdest du gehen, um deine Tochter zu retten? Hat ein potentieller Mörder Rechte? Und was ist mit christlichen Werten wie die Nächstenliebe, gelten sie in manchen Situationen nicht mehr (religiöse Heuchlerei?)? Ist Folter zu rechtfertigen (Verweis auf Guantanamo?)?

An dieser Stelle soll nicht ungesagt bleiben, dass jeder Charakter in diesem Film etwas verbirgt, eine dunkle Seite in sich hat, welche in jeweiliger Extremsituation –oft zum Leid eines anderen- zum Vorschein kommt. Es ist förmlich erschreckend, wie schnell jegliche Moralvorstellung von Board geschmissen wird. Doch würden wir nicht genau so handeln? Sinnbildlich steht dafür die trügerische Kleinstadt, in denen sich an der Oberfläche ein Häuschen nach dem anderen idyllisch aneinander reiht. In den Kellern aber, offenbaren sich die abgründigen Seiten oder Ängste der Personen. Es stellt sich die Frage: Ist die Gesellschaft nur ein oberflächliches Gefüge?

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Dieser Krimi hinterlässt beim Zuschauer viele Fragen. Mit den Credits ist der Film nicht zu Ende, ganz im Gegenteil, dann fängt er im Kopf des Zuschauers erst richtig an. Großartig!

Schauspielerisch befindet sich der Film auf aller höchstem Niveau. Paul Dano (verstörend) und Melissa Leo (beklemmend) brillieren in ihren Nebenrollen. Hugh Jackman überzeugt als manischer, mit Gottesfurcht geplagter Do-It-Yourself-Man, kratzt aber ab und an der Grenze zum Over-Acting. Terrence Howard, Viola Davis und Maria Bello haben eher kleine Parts, können jene aber Tiefe verleihen. Der wirkliche Star ist aber Jake Gyllenhaal. Der von ihm gespielte Polizist wirkt bedrohlich und verwundbar, stoisch und explosiv zugleich. Man spürt förmlich, dass etwas in ihm brodelt, was auch im zweiten Drittel des Films in einer Szene zum Vorschein kommt. Abermals beweist Jake Gyllenhaal (Jarhead, Zodiac, Donnie Darko, Brokeback Mountain, Brothers, Source Code), dass er zu den besten und vielseitigsten Darstellern seiner Generation gehört.

Interessant ist, dass man bis auf die Geschichte nicht viel über die Personen erfährt. So einiges bleibt dem Betrachtenden und seiner eigenen Interpretation überlassen. Zum Beispiel. Wurde Keller Dover als Kind geschlagen? Hatte er einst ein Alkoholproblem? War Detective Loki Opfer von Missbrauch in seiner Zeit an einer katholischen Schule? 

„Prisoners“ ist der erste Hollywood-Film des franko-kanadischen Regisseurs Dennis Villeneuve, der zuvor mit Filmen wie „Die Frau, die singt“ (Oscarnominierung als Bester Ausländischer Film 2011) „Polytechnique“ für Aufsehen sorgte.
Es wird bei „Prisoners“ ganz schnell klar: Dieser Mann hat Talent. Der Film sieht klasse aus und die spannende und aufwühlende Geschichte wurde in beklemmenden und beunruhigenden Bildern eingefangen. Sonnenschein? Fehlanzeige. Schnee und Regen dominieren die Szenerie. Insbesondere die Kameraarbeit (stoisch und still, was den beobachtenden Charakter unterstreicht) und das Editing sind großartig.  Kein Krimi sah nach „Sieben“ so gut aus und fühlte sich bedrückend und spannend an.

Scheinbar durfte Villeneuve seine Visionen durchsetzten und wurde von den Studios (Warner Bros./Paramount) nicht beschnitten (Gut so!), denn die Story ist stets konsequent und kompromisslos erzählt und nimmt sich auch ausreichend Zeit (153 Minuten!), sich zu entwickeln, ohne dabei jemals an Spannung und Brisanz zu verlieren.
Möglicherweise ist das Ende für den einen oder anderen etwas zu unspektakulär. Wer ein Ende á la „Sieben“ erwartet, wird hier leider enttäuscht. Das Böse steckt hier in einer scheinbar normalen und unscheinbaren Person. Es ist dem Film auch nicht wichtig, den Täter zu dämonisieren oder zu etwas Größerem hervorzuheben , denn diese Geschichte erzählt von normalen und vermeintlich guten Menschen, die in der Lage sind, Schreckliches tun. Aber wären wir das nicht alle?

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Fazit

Villneuves Hollywooddebüt ist Krimi und Charakterstudie zugleich. Dabei entfaltet er eine verstörende und beunruhigende Grundstimmung, die noch lange nachwirkt. Man kann nur hoffen, dass nicht wieder Jahre vergehen müssen, bis ein Krimi dieser Art seinen Weg in unsere Kinos findet.

 [tl-film 10.Oktober 2013#Denis Villneuve#Hugh Jackman, Jake Gyllenhall, Paul Dano, Terrence Howard, Maria Bello, Viola Davis#4,5#Krimi/Drama/Thriller]

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Filmkritik: Gravity – das Kino hat seine Anziehungskraft noch nicht verloren

Im heutigen Zeitalter der Streams, des Video-on-Demand und sämtlich anderen Videobeschaffungsmaßnahmen gibt es eher selten noch einen Grund den Weg ins Kino zu finden. Dennoch wurden in den letzten Jahren immer wieder neue Einspielrekorde aufgestellt, was aber eher den stetig steigenden Preisen der Eintrittskarten zuzuordnen ist als einer steigenden Affinität fürs Kino. En vogue ist auch der 3D-Aufschlag. Sämtliche Filme werden nur noch in der dritten Dimension angeboten. Ein cleverer Schachtzug der Filmindustrie; so ist die Raubkopie von 3D-Film um ein Vielfaches schwerer, wenn nicht gar unmöglich.

Der künstlerische Effekt der Anwendung der zusätzlichen, dritten Dimension ist wiederrum zumeist ernüchternd. Nicht selten verlässt man den Kinosaal mit dem Gefühl, dass es in nur 2 Dimensionen mindestens genau so gut oder schlecht gewesen wäre. Des Öfteren wirkt das 3D zerfahren, der Hintergrund verschwimmt regelrecht und mancher Zuschauer hat mit Übelkeit und Kopfschmerzen zu kämpfen. Aber es gibt Außnahmen. Manche Filme wissen die 3D-Technik zu nutzen und zeigen der Filmwelt wie man es machen könnte. Man denke da nur an Avatar, Hugo Cabret, Tim und Struppi oder Life of Pi. Auffällig ist, dass jene Filme allesamt von absoluten Meistern ihres Fachs gemacht wurden (Cameron, Scorsese, Spielberg, Lee). Insofern kann man sagen, dass 3D die Fähigkeit, Visionen in Bildern zu fassen, noch deutlicher zum Vorschein bringt – sowohl im guten als auch im schlechten.

Ein weiterer Ausnahmeregisseur  ist der Mexikaner Alfonso Cuarón. Das er zu der höchsten Garde der Filmemacherriege gehört, bewies er spätestens mit seinem düsteren Science-Fiction -Drama „Children of Men“ im Jahre 2006.  Desweiteren führte unter anderem er beim mexikanischen Meilenstein „Y Tu Mamá También“ und beim dritten (und –wie ich finde-  besten) Teil der Harry Potter-Saga („Harry Potter und der Gefangene von Askaban“) Regie.

Nach einer 7-jährigen Unterbrechung folgt nun sein neuester Streich: Gravity, ein Science-Fiction-Film. Wer dachte, dass dieses Genre bereits ausgereizt ist, irrt sich gewaltig. Gravity ist ein Film voller Schönheit, Gefühl und Wucht, der nebenbei die Möglichkeiten des 3D neu definiert. Man sieht die Protagonisten nicht um ihr Leben kämpfen. Man ist förmlich dabei. Aber erstmal eins nach dem anderen.

Dr. Ryan Stone (Sandra Bullock) befindet sich auf ihrer ersten Space-Shuttle-Mission und soll bei einem Außeneinsatz Reparaturarbeiten an einem Weltraummikroskop vollführen. Begleitet wird sie von vier weiteren Astronauten, wobei nur Matt Kowalkski (Georg Clooney) für den Zuschauer von Bedeutung ist.

Doch es kommt zu einem Unglück. Teile eines zerstörten russischen Satelliten fügen großen Schaden an, den bis auf Kowalksi und Stone niemand (Shuttle eingeschlossen) überlebt. Von und geht es ums nackte Überleben, ein Survival-Movie im All, der mit einer schier unendlichen Intensität und Spannung aufwartet. Überschattet wird das ganze noch mit dem Tod von Stone’s Tochter, der ursprüngliche Antrieb Stones ins All zu flüchten, um all Trauer und Schmerz auf dem Planeten Erde zurückzulassen. Zugegebenerweise bedient sich Cuarón hier genre-typischen Elementen, dies tut er allerdings überragend. Der verzweifelte Kampf ums Überleben und Stone’s inneres Ringen darum, ob es sich überhaupt lohnt, für das von Leid geplagte Leben zu kämpfen, sind schlicht herzergreifend.

Und genau das macht den Film aus. Trotz aller Technik und Action und des großem Nichts im All , hat der Film vor allem eins : Herz. Dabei geht der Film über Genre-Konventionen hinaus und stellt auch Bezüge zu religiösen Themen her (Ähnlichkeiten zu Stanley Kubricks „2001-Odysee im Weltraum“ (1968) sind zu erkennen). Muss so etwas Schönes wie den Planeten Erde nicht von einer höheren Macht erschaffen worden sein? Ist der Mensch nicht das einzigartigste Wesen, da er in der Lage ist den blauen Planeten betrachten zu können? Aber auch die evolutionäre Theorie wird in der Schlusssequenz aufgegriffen. Der Film regt zum Denken an und wird auch Nahrung für die eine oder andere philosophische Diskussion liefern.

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Der Film wird nur von einer Person getragen, Dr. Ryan Stone, meisterlich gespielt von Sandra Bullock. Durch den eingeschränkten Bewegungsradius (Stichwort Astronautenanzug) ist die Mimik in diesem Film von noch größerer Wichtigkeit. Doch Bullock hält dem Druck stand und wartet mit einem stets nuancierten Spiel auf, welches sämtlichen Zuschauern die eine oder andere Träne abgewinnen wird. Unterstützt wird sie am Anfang von George Clooney, der seine Rolle wie gewohnt souverän meistert, in dem er sich einfach selbst spielt. Cool, selbstbewusst und immer für einen charmanten Spruch gut. Bullock bleibt aber Herz und Seele des Films. Eine Oscar-Nominierung scheint durchaus wahrscheinlich!

Es gibt nur noch einen größeren Star und das ist der Look. Was dem Kinogänger hier präsentiert wird, ist bahnbrechend. Die visuelle Wucht führt zu vielen Gänsehautmomenten (Stichwort Ganges). Nicht umsonst sagt James Cameron, Mr. Science Fiction Himself, dass Gravity der „beste Weltraumfilm aller Zeiten“ sei. Die Kameraführung (Emmanuel Lubezki)  setzt dabei neue Maßstäbe (mein Tipp: klarer Oscarfavorit für Beste Kamera). Alleine die ersten 13 Minuten haben keinen sichtbaren Schnitt. Einfach meisterhaft! Damit dies möglich ist, entwickelten Cuarón und Lubezki eine neuartige Technik, um lange, „schwerelose Aufnahmen“ (für „Apollo 13“ (1995) musste die Filmcrew gerüchterweise bis zu 600 Parabelflüge über sich ergehen lassen) montieren zu können. Diese aufwendige Technik erklärt auch die Produktionszeit von 4 (!!) Jahren. Sandra Bullock musste bei den Dreharbeiten an ihre körperliche Grenzen gehen, weshalb ihre schauspielerische Leistung noch höher einzuschätzen ist. Untermalt wird das ganze Spektakel von einem Score (Steven Price), der unter die Haut geht und das Gezeigte optimal einfängt. (Hierbei sei noch angemerkt, dass die Actionsequenzen keinen Sound haben, da es im All keinen Schall gibt). Sowohl auf technischer als auch darstellerischer Ebene stimmt einfach alles. Und das bei einem vergleichbar geringen Produktionsbudget von 100 Millionen Dollar (im Vergleich: Amazing Spiderman 230 Millioen $).

Fazit

„Gravity“ ist ein wunderschöner Film, der trotz seiner simplen Handlung existenzielle Fragen aufwirft und den Zuschauer mitnimmt und dabei zum Denken anregt. Dieses Meisterwerk von Film schafft einen beeindruckenden Mix aus Optik (3D ein Muss, am besten IMAX), Anspruch und Unterhaltung. Dieser Film beweist, dass das Kino noch seine Daseinsberechtigung hat. Denn kein Laptop, TV, PC oder Tablet dieser Welt könnte diesen Film auf selbige Art und Weise wirken lassen. „Gravity“ beweist, dass das Kino noch nicht all seine Magie verloren hat. Und dafür möchte ich Alfonso Cuarón danken.

 [tl-film 03.Oktober 2013#Alfonso Curaón#Sandra Bullock#5,0#Science Fiction]

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