Felix‘ Welt der Filme

Hier findest du Filmempfehlungen und Filmkritiken von unserem Filmejunkie Felix.

Filmkritik: American Hustle – Von ulkigen Gaunern und Betrügern

David O. Russell zählt heutzutage zu den großen Erzählern im amerikanischen Kino. Er macht nicht nur einfach Filme, er erzählt vor allem Geschichten. Das mit so großer Besessenheit, dass es mitunter nicht sonderlich angenehm ist, mit ihm zu arbeiten. Unvergessen bleibt der Zwist mit George Clooney bei den Dreharbeiten zu „Three Kings“ (Golfskrieg-Tragikomödie), der laut einigen Quellen in Handgreiflichkeiten endete. Ein paar Jahre später durchging er eigenen Angaben nach eine Identitätskrise, was ihm zum Umdenken brachte. Der erste Film des „neuen“ David O. Russell war das Boxer-Drama „Fighter“ mit Mark Wahlberg, Christian Bale und Amy Adams, was sowohl Kritiker als auch Kinogänger zu überzeugen wusste und zahlreiche Auszeichnungen erhielt – unter anderem Oscars für Christian Bale und Melissa Leo in den Nebenrollen. Der zweite Film nach seiner filmischen „Wiedergeburt“ war „Silver Linings Playbook“ mit Bradley Cooper, Jennifer Lawrence (Oscar für Beste Hauptdarstellerin – wieso ist mir bis heute nicht ganz schleierhaft) und Robert De Niro (wiedererstarkt!), der genau wie sein voriges Werk auf ganzer Linie überzeugen konnte, auch wenn ich das Ende als zu hollywood-typisch empfand, was bei mir einen leicht faden Nachgeschmack hinterließ.

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Nun erscheint also sein drittes Werk, „American Hustle“ (auf deutsch „American Bullshit“, warum auch immer), ein Film über Betrüger und Fälscher in den 1970ern Jahren. Betrachtet man den Cast, läuft einem das Wasser im Mund zusammen. Robert De Niro, Jeremy Renner, Amy Adams, Bradley Cooper, Jennifer Lawrence, Bradley Cooper, Christian Bale. Talent en masse und ganz offensichtlich eine Symbiose seiner beiden vorigen Filme (siehe oben; scheinbar ist eine Zusammenarbeit mit O. Russell angenehmer geworden). Doch kann auch diese Ansammlung an Hollywood A-List-Darstellern liefern?

 

Irving Rosenfeld (Christian Bale) ist ein Betrüger, der grad so über seine Runden kommt. Als er Sydney Prosser (Amy Adams) kennen und lieben lernt, welche eine neue Identität annimmt, kommt sein illegales Geschäftsmodell ins Rollen und zusammen werden beide wohlhabend. Das ganze kommt jedoch abrupt zum Ende, wenn sie vom FBI, angeführt vom karrieregeilen und opportunistischen FBI-Agenten Richie DiMaso (Bradley Cooper), überführt werden. Allerdings hat DiMaso Größeres im Sinn und bietet Rosenfeld einen Deal an: Die Überführung größerer Fische (Politiker, Ganoven etc.) mit Rosenfelds und Prossers Hilfe durch deren Know-How und Beziehungen,und im Gegenzug bleiben beide auf freiem Fuß. Was anfänglich als eine machbare Aufgabe erscheint, wird mit der Zeit immer komplizierter und am Ende versucht jeder, am besten aus der verzwickten Nummer herauszukommen.


Liest man sich die Handlung durch, könnte man meinen, es mit einem genretypischen Gangster-Film zu tun zu haben. Das ist aber keineswegs der Fall- „American Hustle“ ist so vielschichtig, dass es diffizil ist, den Film in eine Kategorie zu quetschen. Dies ist eine große Stärke O. Russells und Parallelen zu Scorsese sind nicht zu übersehen. Neben den Gaunerszenen bietet der Film zahlreiche groteske und schier lustige Szenen, aber auch melancholische und nachdenkliche. Das das Ganze funktioniert, liegt den tollen Dialogen und der gewieften filmischen Umsetzung zu Grunde. Jede Einstellung sitzt, die Ausstattung ist super und der Soundtrack extraklasse. Das ist überragendes Kino. Dazu gesellt sich geniales Schauspiel. Jede Figur (mit Abstrichen Louis C.K.s Stoddard Thorsen ) überzeugt aufs Ganze- der Cast treibt sich gegenseitig in Höchstform. Bradley Cooper spielt mit seiner zwiespältigen Figur gekonnt auf; selbiges gilt für Jennifer Lawrence als Irvings Noch-Frau Rosalyn Rosenfeld, die an völligem Realitätsverlust zu leiden scheint, was die Mission stets verkompliziert; Amy Adams demonstriert wiederholt ihre ganze Klasse; und generell bringt jeder Darsteller sein ganzes Talent im Sinne des Filmes ein. Der große Star ist aber Christian Bale. Für diese Rolle hat er merklich zugenommen (ist das noch gesund?) und sich den Schädel rasiert, um ihn dann mit dem Seitenhaar zu überkämmen. Kurz gesagt: Er entspricht nicht dem Bild eines Adonis und dennoch versteht man, wie es ihm gelingt, Frauen à la Rosalyn oder Sydney für sich zu gewinnen. Seine Rolle strahlt eine Faszination aus, die wie der Film schwierig zu beschreiben ist, und wenn er zwischenzeitlich zum nassen Pudel gerät, versprüht er mit seiner ganzen Melancholie beim Zuschauer Mitleid. Doch trotz alledem besitzt seine Figurg Pfiffigkeit, Dreistigkeit und Kalkül (andererseits ist er aber auch liebenswert und treudoof, was manche Sachlage erschwert ), die ihm immer wieder aus prekären Situationen befreien. Diese mehrschichtige Person verkörpert Bale mit so viel Können, Gusto und Überzeugung , dass jede Szene mit ihm zu einem absoluten Highlight wird.

Obwohl „American Hustle“ sicherlich keine Komödie im klassischen Sinne ist, bietet er so viele ulkige und teils urkomische Szenen (Situationskomik wird hier groß geschrieben), dass man ihn stets mit einem Lächeln im Gesicht anschaut. Dennoch, im Kern ist und bleibt der Film eine Charakterstudie, der seine Figuren observiert, seziert und so beim Publikum Fragen aufkeimen lässt. Wo und wann fängt eigentlich Korruption an? Wie weit darf man gehen, um seine eigene Karriere gezielt zu fördern? In diesem Film, das wird einem zunehmend bewusst, gibt es kein Gut und Böse. Kein Schwarz und Weiß. Alles ist irgendwie grau, wie es der von Christian Bale verkörperte Trickbetrüger treffend beschreibt. Analog verhält es sich mit „American Hustle“, er ist von allem etwas, ohne sich dabei festlegen zu wollen. Und gerade das macht ihn so wunder- und sonderbar!


Fazit

Ulkig, unterhaltsam, traurig, intelligent und einfach anders – mit einem Christian Bale der Extraklasse (inkl. dickem Bauch!)! David O. Russel liefert mit „American Hustle“ seinen bis dato besten Film, der bei der diesjährigen Verleihung des Oscars Mitfavorit sein dürfte (vor allem in den Kategorien Bester Film, Beste Regie, Bestes Drehbuch und Beste Darsteller/innen).

[tl-film 13.Februar 2014#David O. Russell#Christian Bale, Bradley Cooper, Amy Adams, Jennifer Lawrence#4,5#Thriller, Drama]

[tl-bildquelle https://www.facebook.com/AmericanHustle/photos_stream Official Facebook Page of American Hustle]

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Filmkritik: The Wolf of Wall Street – Mit Vorsicht zu genießen

Jordan Belfort ist ein junger Amerikaner mit einem Ziel: Er möchte Millionär werden. Deswegen geht er an die Wall Street, um als Stockbroker zu arbeiten. Nach anfänglichen Schwierigkeiten gründet er schließlich seine eigene Investment-Firma, welche ihn -nicht ganz illegal- zum Multimillionär macht. Was folgt, sind Drogen- und Partyexzesse, die ihresgleichen suchen. Allerdings steht ihm das FBI auf den Füßen, was an seinem Lebenswerk rüttelt.

Diese Geschichte schreit nach einer Scorsese-Verfilmung. Kein anderer Regisseur vermag es, Milieustudien so faszinierend, so unterhaltsam, so atmosphärisch, so kompromisslos und so
gekonnt zu inszenieren (seltsamerweise bekam er aber nur für „The Departed“ einen Oscar- bei weitem nicht sein stärkster Film). Auch diesmal gelingt es ihm auf ganzer Linie- so viel sei gesagt. „The Wolf of Wall Street“ ist eine Mischung aus „The Goodfellas“ und „Casino“- beides filmische Meisterwerke aus den 1990ern. Dennoch erreicht „Wolf“ nicht ganz deren Niveau. Wieso und weshalb, erfahrt ihr im späteren Verlauf dieser Filmdiskussion.

Jedoch zunächst ein paar Worte zur Umsetzung. Jene strotzt nut vor Kreativität. Sei es der Monolog mit dem Zuschauer (House of Cards jemand?), die Rückblenden (Lamborghini-Szene), die Visualisierung der Drogenexzesse, der Schnitt, der Soundtrack- einfach alles sitzt. Die Tatsache, dass Martin Scorsese den Film in Eile zusammenschnitt, um noch im diesjährigen Oscar-Rennen mitmischen zu dürfen, merkt man dem Film nicht an. Trotz drei-stündiger Dauer wirkt er rund und langweilt zu keinem Zeitpunkt. Da gab es in den letzteren Jahren schlechtere Beispiele- Filme, welche aus selbigem Grund eher rasant als sorgfältig zusammengeschnitten wurden und somit unfertig sowie unausgewogen wirkten (Stichwort: Django Unchained). Scorsese hat sein ganz Know-How und Können einfließen lassen- kurz gesagt: der Film sieht gekonnt stylisch aus und fühlt sich einfach fantastisch an. Aber nichts anderes kann man von dem Meisterregisseur erwarten.

Gespielt wird Belfort von Leonardo DiCaprio, welcher größtenteils wie entfesselt aufspielt. Besonders stark sind die Szenen, in denen er an seine Grenzen geht (Lemmon-Pillen, Ehestreit, Ansprache an Mitarbeiter). Allerdings gibt es welche, in denen Leo einfach Leo ist. Dass soll seine Leistung nicht schmälern, aber meines Erachtens müsste er wiederholt bei der Verleihung des Oscars leer ausgehen. Persönlich fand ich den von Chiwetel Ejiofor gespielten Solomon in „12 Yeas A Slave“ noch um Nuancen intensiver und beeindruckender. Das spiegelt allerdings meine persönliche Meinung wieder und soll nicht darüber hinwegsehen, dass DiCaprio hier abermals brillante Arbeit leistet (kein anderer Schauspieler hat eine bessere Rollenwahl). Er verleiht dem eigentlich perversen und widerwärtigen Belfort Wärme und sympathische Züge. Von seiner Figur geht eine Faszination aus, der sich der Zuschauer kaum entziehen kann.
Ebenfalls überzeugen kann Jonah Hill, dessen Rolle als  Belforts Partner Donnie Azoff (größtenteils improvisiert) ihm seine bereits zweite Oscar-Nominierung einbringt. Dass er ihn auch erhält, dürfte allerdings auf Grund der starken Konkurrenz (Jared Leto, Michael Fassbender) höchst unwahrscheinlich bleiben.
„The Wolf“ kann zahlreiche weitere Charaktere (allesamt toll gespielt, insbesondere Rob Reiner als Belforts Vater Max Belfort) aufbieten, von denen ich allerdings noch zwei gesondert hervorheben möchte. Zum ersten, den von Matthew McConaughey (bewundernswerte Entwicklung ) schier überragend gespielten Mark Hanna, dessen Szene mit Belfort einfach urkomisch ist und zu den absoluten Highlights des Films (ebenfalls: Flugzeug-Szene!) gehört. Zum zweiten, Belferst zweite Ehefrau Naomi, welche von der 23-jährigen Australierin Margot Robbie (merkt euch den Namen!) famos verkörpert wird. Verkörpert trifft es gut, ihre Sexyness (Kinderzimmer-Szene) und wahnsinnige Attraktivität wird so manchem Zuschauer glücklich und so manche Zuschauerin neidisch machen. Sie ist eine der Hauptentdeckungen in „The Wolf“ und dürfte in eine rosige Zukunft blicken.

[youtube http://www.youtube.com/watch?v=aJH__f9vLWo]

Der Film ist hemmungslos. Hier wird geflucht bis zum Umfallen (569-mal „Fuck“), es gibt Sex, Party und Drogen am Fließband. Das ganze ist höchst unterhaltsam und bietet einige Szenen auf, welche das Zeug zum Kultstatus haben (Jonah Hills Szene auf der Poolparty oder die bereits angesprochene Lemmon-Szene). Alles wirkt verdammt stylisch und dürfte so speziell beim jungen Publikum punkten. Der gesamte Film macht einfach Spaß (der humorvollste Film seit langem), aber das bergt auch meiner Meinung nach das Hauptproblem. „The Wolf of Wall Street“ mangelt es an Tiefe und Substanz. Ja, sicher ist solch ein Leben auf eine gewisse Art und Weise beneidenswert- Wer würde nicht gerne in Saus und Braus leben?-,allerdings ist das uns vorgezeigte Leben illegalen Ursprungs und genau jener wird zu stark glorifiziert und heroisiert. Bis auf die vermeintliche Abdank-Rede (Mitarbeiterin) hat man zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass der Film ausreichend reflektiert. Manch einer mag sagen, dass Scorseses Werk sich Objektivität bewährt, jene fehlt mir aber in den bereits angesprochenen und unterhaltsam inszenierten Party-, Drogen- und sämtlichen anderen Geldvernichtungsexzessen. Diesbezüglich geht mir schlichtweg die Balance abhanden, weshalb er letztendlich nicht an das Niveau von „Goodfellas“ herankommt, welcher sowohl den Aufstieg und Abstieg effektiv und sorgfältig darstellt. Besonders die Szenen mit dem FBI böten höheres Potenzial, allerdings bleibt der von Kyle Chandler gespielte Patrick Derham recht blass, weil ihm der Film nicht mehr Raum zur Entfaltung gewährt. Und was ist eigentlich mit den zahlreichen Opfer der Finanzkriminalität? Wie viele Familien, wie viele Existenzen werden durch den Betrug zerstört? Inwiefern sind die Machenschaften von Belfort illegal? Solche Fragen werden zu keinem Zeitpunkt aufgegriffen. Habgier, Drogensucht und Verschwendung in ihren perversesten Formen haben Priorität und werden dementsprechend zu viel Raum gegeben. Schade.

Dennoch wird der Film beim Publikum positiv ankommen, da er auf aller höchstem Niveau zu unterhalten weiß. Hier geht es wild und überzogen zur Sache. Allerdings fehlt es „The Wolf of Wall Street“  an Konsequenz und Tiefe, um großartig zu sein. Vielleicht ist es aber auch gar nicht seine Absicht.

Fazit:

Scorsese nutzt abermals sein ganzes Können, um das Publikum bei einer Milieustudie teilhaben zulassen. Dabei bietet seine absichtlich überzogene Satire eine tolle Schauspielerriege sowie urkomischen Humor auf. Allerdings fehlt es dem stets unterhaltsamen und überaus lustigen Film an Tiefe und Reflexion, um sich bei Scorseses vorigen Meisterwerken à la „Goodfellas“ einreihen zu können. Filmisch super, moralisch teils fragwürdig!

[tl-film 16. Januar 2014#Martin Scorsese#Leonardo Di Caprio, Jonah Hill, Margot Robbie#4#Drama, Krimi, Biografie]

[tl-bildquelle-all https://www.facebook.com/Wolf.of.Wall.Street.DE/photos_stream Official Facebook Page of Wolf of Wallstreet]

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Filmkritik: 12 Years a Slave

Ein Blick in die Filmwelt und eines wird einem schnell bewusst – Beiträge zum Thema Sklaverei sind eher rar. Konträr dazu gibt es zum Beispiel das Thema Holocaust, welches in zahlreichen Filmen skizziert wurde. Darunter befanden sich auch Meisterwerke wie Spielbergs „Schinders Liste“ und Polanskis „Der Pianist“ – Filme gegen das Vergessen und Visualisierungen des Unvorstellbarem (im negativen Sinne selbstverständlich). Nun möchte ich nicht die Sklaverei mit dem Holocaust vergleichen. Ich möchte lediglich hervorheben, dass es um das Thema Sklaverei relativ still ist in Hollywood. Umso erfreulicher ist es, dass der talentierte britische Regisseur Steve McQueen sich diesem sensiblen Thema annahm und einen meisterhaften Film erschuf, der mit seiner ganzen Kompromisslosigkeit das Grauen jener Epoche darstellt.

Solomon Northup (Chiwetel Eijofor) ist ein im Jahre 1841 frei lebender, afro-amerikanischer Violinist, welcher entführt und unter einem anderem Namen als Sklave in die Südstaaten transportiert wird. Dort muss er auf Plantagen arbeiten und das Schrecken der Sklaverei miterleben. Einzig die Hoffnung, seine Frau und Kinder in New York wieder zu sehen, spendet ihm etwas Trost in der Hölle Louisianas.

Der 134 Minuten lange Film wartet immer mit Szenen auf, die bis ins Unerträgliche gehen. Es wird erhängt, ausgepeitscht, vergewaltigt, erschossen oder völlig schikaniert und gedemütigt. Steve McQueen geht keine Kompromisse ein – er schaut nicht weg. Im Gegensatz zum Schrecken gibt es schöne Naturaufnahmen, welche von der tollen Kamera eingefangen wurden. Generell befindet sich der Film technisch auf aller höchstem Niveau. Sei es die bereits angesprochene Kamera, die Ausstattung oder der Schnitt. Einzig der Soundtrack erinnert mitunter etwas an Inception.

Die Schauspieler sind durch die Bank weg überragend. Eijofors Mimik ist reine Kunst. Jede Emotion – Hoffnung, Leid, Wut – lässt sich von seinem Gesicht ablesen. Ebenfalls überzeugen kann Michael Fassbender. Er spielt den Plantagenbesitzer Edwin Epps. Ein Mann voller krankhaftem Hass und perverser Überzeugungen, aber auch ein Mann, der verwirrt ist, weil er sich in eine seiner Sklavinnen namens Patsy verliebt hat. Fassbender ist schlichtweg atemberaubend. Sein Spiel mit den Augen ist unerreicht. Meiner Meinung nach ist er neben Daniel Day-Lewis der beste Schauspieler der heutigen Zeit. Der restliche Cast kann ebenfalls brillieren. Zum Beispiel Benedict Cumberbatch als heuchlerischer Planatagenbesitzer, Paul Giamitti (ungewohnt) als gefühlsloser Sklavenhändler oder Lupita Nyong’o als gebrochene Sklavin Patsy (die Entdeckung schlechthin!). Diese Liste könnte man mit jedem Bestandteil der Darstellerriege weiterführen.

Es wäre ein einfaches, den Zuschauer zu belehren, doch das macht McQueen nicht. Der Film bleibt stets objektiv und das ist seine ganz große Stärke. Hass verändert nicht nur die Täter, sondern auch die Opfer. Jeder kämpft alleine. Schockt dies Solomon anfangs noch (Boot-Szene), lässt er später selbst Patsy allein zurück. 12 Years A Slave zeigt auch wie organisiert die Sklaverei war und was für eine gut strukturierte Industrie dahintersteckte. Selbst wer nicht hundertprozentig an die Methoden glaubte, war ein Teil der Versklavung von dunkelhäutigen Menschen, solange man davon profitierte (Stichwort: Besitzer William Ford). Der Film zeigt die komplette Perversion der Sklaverei auf, was für den Zuschauer nicht immer angenehm anzuschauen ist. Des Öfteren muss man tief durchatmen, doch zum Glück geben die bereits erwähnten Naturszenen einem Zeit, das zuvor gesehene zu verarbeiten. Einzig Brad Pitts (auch Produzent) Kurzauftritt bietet eine Art Hoffnungsschimmer, indem er die Praxis des Besitzers Epps hinterfragt. Sein Charakter ist die Verkörperung der Vernunft und fungiert als die Stimme des Zuschauers. Er sagt Epps das, was wir sagen würden, gäbe man uns die Chance dazu. Ein cleverer Schachzug des Regisseurs.

Über diesen Film könnte man noch so viel mehr sagen und diese Rezension kann nicht mal annähernd der Thematik und dem Gezeigten gerecht werden. Also, tut mir bitte den Gefallen und geht ins Kino. Dieser Film sollte umgehend zum Pflichtprogramm gehören!

[tl-film 16. Januar 2014#Steve McQueen#Chiwetel Ejiofor, Michael Fassbender, Benedict Cumbertach#5#Drama, Historie]

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Felix Welt der Filme: Die besten Filme 2013

Zunächst muss ich zugeben, dass ich nicht all zu viele Filme geschaut habe- dazu fehlte mir einfach die Zeit. Deswegen vermisst die Liste eventuell den einen oder anderen potenziellen Kandidaten, wie zum Beispiel Zero Dark Thirty, Der Geschmack von Rost und Knochen, The Act of Killing, Inside Llewyn Davis,  und/oder Liebe (Wird alles in den nächsten Wochen nachgeholt!). Ich hoffe, nächstes Jahr wieder mehr Filme schauen zu können, damit mir eine größere Auswahl zur Verfügung steht.

Nun zur Liste der meiner Meinung nach besten Filme 2013:

1. Prisoners

Intensives, intelligentes, nachwirkendes  und wunderschön fotografiertes Krimidrama auf Fincher-Niveau! Jake Gyllenhaal in Höchstform.

[tl-film 10. Oktober 2013#Denis Villeneuve#Jake Gyllenhaal, Hugh Jackman, Viola Davis#4,5#Thriller]>

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2. Gravity

Vom Gesamtpaket her der beste Kinofilm – reine Magie, was Alfonso Cuaron abgeliefert hat! Danke!

[tl-film 03. Oktober 2013#Alfonso Cuarón#Sandra Bullock, George Clooney#5#Sci-Fi]

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3. American Hustle

Ulkig, unterhaltsam, traurig, einfach anders- mit einem Christian Bale der Extraklasse (inkl. dickem Bauch!)!

[tl-film 14. Februar 2014#David O. Russel#Christian Bale, Bradley Cooper, Amy Adams#4,5#Thriller, Drama]

4. The Master

Ein Film, der viele Fragen stellt, und nicht gewillt ist, sie zu beantworten. Ein („typischer“) Film vom Genie Paul Thomas Anderson (PTA) mit einem Weltklasse Cast erzählt in unglaublich schönen Bildern!

[tl-film 21. Februar 2013#Paul Thomas Anderson#Joaquin Phoenix, Phillip Seymour Hoffman, Amy Adams#4,5#Drama]

5. Don Jon

Mutig, selbstbewusst,frech und erfrischend ehrlich- leider nicht immer konsequent, aber dennoch ein gelungenes Regiedebüt von Joseph Gordon Levitt!

[tl-film 14. November 2013#Josep Gordon-Levitt#Joseph Gordon-Levitt, Scarlett Johansson, Julianne Moore#3#Komödie, Drama, Romanze]

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6. Place Beyond The Pines

Ein sehr amerikanischer Film über Handlung und Effekt, Söhne und Väter, Pech und Glück, Schuld und Vergebung. Das Ende ist leider etwas zu konstruiert.

[tl-film 24. Januar 2013#Derek Cianfrance#Ryan Gosling, Bradley Cooper, Eva Mendes#3,5#Thriller, Drama]

7. Flight

Packendes und rührendes Alkoholdrama mit einem starken Denzel Washington. Zudem der realistischste Flugzeugabsturz der Filmgeschichte.

[tl-film 24. Januar 2013#Robert Zemeckis#Denzel Washington, Don Cheadle, Kelly Reilly#4#Drama]

8. The Spectacular Now

Ein Jugendfilme mit Sinn und Verstand- und ganz viel Herz. Die beiden Hauptdarsteller brillieren- von denen wird man noch einiges sehen! Bester Abspann-Song des Jahres!

[tl-film bisher unbekannt#James Ponsoldt#Miles Teller, Shailene Woodley, Brie Larson#3,5#Komödie, Drama]

9. Das ist das Ende

Gross-Out-Comedy à la Seth Rogen. Ich liebe es!

[tl-film 08. August 2013#Seth Rogan, Evan Goldberg#James Franco, Jonah Hill, Seth Rogen#3,5#Komödie, Fantasy]

10. 42

Bewegender Film über den ersten schwarzen Spieler in der höchsten amerikanischen Baseballliga. Die Tunnelszene lässt kein Auge trocken!

[tl-film 08. August 2013#Brian Helgeland#Chadwick Boseman, Harrison Ford, Christopher Meloni#3,5#Biografie, Drama]

10. Captain Philips

Spannender Film im Semi-Dokumentations-Stil über die Entführung eines Cargo-Schiffs vor der Küste Somalias. Tom Hanks ist schier grandios- die letzten 5 Minuten vergrößern seinen bereits immensen Legenden-Status um ein weiteres!

[tl-film 14. November 2013#Paul Greengass#Tom Hanks, Catherine Keener, Barkhad Adi#3,5#Drama, Thriller]

Nichtsdestotrotz muss man sagen, dass es ein Kinojahr war, das zu viel Einheitsbrei und viele gescheiterte Blockbuster bot. In den USA sieht es anders aus. Um bei den Oscars konkurrieren zu können, wurden sämtliche potenzielle Kracher (American Hustle, 12 Years A Slave, The Wolf of Wall Street, Her) noch im Jahr 2013 in die Kinos gebracht. Bei uns ist also noch warten angesagt.Das lässt aber auf ein tolles Kinojahr 2014 hoffen!

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Filmkritik: Hobbit 2 – Schönes Dahinplätschern

„Herr der Ringe“ hat viele, besonders die männliche Zunft, in unserer Jugend begleitet. Es war immer ein Highlight, ins Kino zu strömen und sich den neuesten Teil der Fantasy-Saga um Mittelerde anzuschauen. Es war eine Trilogie über Freundschaft, Mut, Sühne, Macht, Verlust, Liebe, Sehnsucht, Verlangen, Gier, Krieg und Frieden. Kurz gesagt: Peter Jackson erschuf ein zeitloses Meisterwerk.

Dass „Der Hobbit“ eines Tages verfilmt wird, war nur eine Frage der Zeit. So biete sich Tolkiens eigentlich kurzes Kinderbuch förmlich dazu an, es als Vorgeschichte auf die Leinwand zu bringen. Ähnliches funktionierte ja bereits bei „Star Wars“- über die filmische Qualität der Prequels scheiden sich allerdings bis heute die Geister. Um den „Hobbit“ in dreien Teilen bringen zu können (Geld!), verarbeitete Jackson zudem noch weitere Bücher und Erzählungen zu Mittelerde und fügt zudem noch eigenes hinzu (Wiedersehen mit alten Charakteren), damit „Herr der Ringe“-Fans auf ihre Kosten kommen.

Doch funktioniert alles so gut, wie es sich auf dem Papier anhört?

Die Zwergengruppe samt Bilbo, welcher langsam die Auswirkungen des Ringes spürt, sind immer noch auf dem weg zu den Nebelbergen, um das ehemalige Königreich (in Form von Minen) der Zwerge, Erebor, wieder zurückzuerobern. Einziger Haken: Die Minen werden von einem Drachen names Smaug besetzt, der einst die Zwerge von dort vertrieb und unzähliges Leid den herumliegenden Dörfern hinzufügte.

Zur selben Zeit braut sich etwas Böses zusammen. Dieser Handlungsstrang gehört ganz allein Gandalf. Er spürt das etwas Bösartiges aus längst vergangenen Tagen wieder dabei ist, aufzukeimen, um ein neues dunkles Zeitalter einzuläuten. Peter Jackson ist also drauf bedacht, eine Brücke zu seiner „Ringe“-Trilogie zu bauen. Das macht durchaus Sinn und wird auch geschickt umgesetzt.

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=wmmTIRAg5K0]

Zum Film. Das Ganze sieht gut aus und fühlt sich auch durchaus stimmig an. Es gibt etliche Sequenzen und Szenerien mit hohem Schauwert- besonders die Begegnung mit Smaug ist großes Kino (Benedict Cumbatcher- großartig vertont auf Englisch). Hier wurde mit CGI alles herausgeholt. Die Kamera is tadellos, genau wie die Ausstattung und das 3D wird sinnvoll und trickreich verwendet, was eher selten vorkommt. Der Cast spielt auf durchaus hohem Niveau, auch wenn sicherlich keinen einen Oscar oder sonstige Auszeichnungen erhalten wird.


Dennoch hat der Film -sein Vorgänger ebenfalls- ein Problem: die „Herr der Ringe“-Trilogie. Konnte sie auf allen Ebenen berühren, lässt der Hobbit eher einen kalt. Der Geschichte um die Zwerge fehlt es einfach an Größe und Wichtigkeit. Das führt dazu, dass die Filme durchaus langatmig wirken und man sich die Frage stellt, ob es ein oder zwei Film/e auch getan hätten.

Sinnbildlich für den Film steht die Musik. Eigentlich ganz nett, aber sobald  man den Kinosaal verlässt, ist die Melodie auch schon wieder aus dem Kopf.

Kurz und knapp gesagt:


Der Film sieht toll aus, bietet durchaus tolle Szenen (Stadt auf dem See) und beglückt den Zuschauer mit dem ein oder anderen Wiedersehen- Stichwort: Legolas. ABER: Er steht einfach vollkommen im Schatten der vorigen Jackson-Trilogie und kann sowohl emotional und atmosphärisch als auch erzählerisch nicht mithalten. Dafür fehlt es der Geschichte an Dringlichkeit und Signifikanz.

[tl-film 12.Dezember 2013#Peter Jackson#Sir Ian McKellen, Luke Evans, Orlando Bloom#3,5#Fantasy]

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Filmtipp am Freitag: Ein Prophet

In der kalten Jahreszeit ist das Filmegucken eine beliebte Beschäftigung. Und da man das meistens am Wochenende macht, gibt es wie jeden Freitag unseren Filmtipp. In „Ein Prophet“ geht es um einen 19jährigen Araber, der zu 6 Jahren Haft verurteilt wird. Er lernt im Knast zu überleben, durchschaut Machtgefüge und macht sich das zum Vorteil. Er steigt in der Hierarchie immer weiter auf, bis er Gefahr läuft, selbst der Boss zu werden. Da er alles nur mitgemacht hat, um einfach zu überleben, ist es dann natürlich schwierig aus der Spirale wieder herauszukommen…

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Felix sagt:

Französisches Gefängnisdrama, das die Knastjahre und den Aufstieg des jungen Arabers Tahar Ramis erzählt. Auf allen Ebenen beeindruckend. Ein weiterer Belge, dass der französische Film allen anderen europäischen Ländern (außer dem skandinavischen) in allen Belangen überlegen ist.

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[tl-film 11. März 2010#Jacques Audiard#Tahar Rahim, Niels Arestrup, Adel Bencherif#5#Krimi, Drama]

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Filmtipp am Freitag: La Haine – Hass

Paris ist bekannt für seine Problembezirke. In einem eben solchen spielt „Hass“. 1995 wacht ein jugendlicher Araber schwer verletzt im Krankenhaus auf, während draußen in „Freiheit“ seine Freunde nach einer Krawall-Nacht beginnen, Hass gegen das System zu entwickeln und eine Waffe finden, die im Todesfall ihres Freundes im Krankenhaus noch wichtig sein kann…

Mathieu Kassovitz’ Erstlingswerk, dass 24 Stunden im Leben dreier Jugendlichen aus einem Pariser Vorort erzählt. Die Performances sind allesamt beeindruckend und Kassowitz’ Schwarweiß-Bilder entwickeln eine unheimliche Wucht und Intensität. – Felix Hahn

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[tl-film 26.10.1995#Matthieu Kassovitz#Vincent Cassel, Hubert Koundé, Said Taghmaoui#5#Drama]

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Filmtipp am Freitag: Star Wars

2 Wochen war Pause war jetzt Filmtipp-Pause, ab heute geht es wieder regelmäßig weiter – mit einem absoluten Klassiker. Bei jedem geplanten Filmeabend darf es nicht fehlen, zumindest darüber nachzudenken, einen Abend über Star Wars draus zu machen.

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Story: Kult. Charaktere: Kult. Musik: Kult. Keine Filmreihe ist so tief verankert in der heutigen Popkultur wie Star Wars. Die Reihe, welche vor mehr als 30 Jahre begann, hat bis heute nichts an seinen Charme und Reiz verloren. – Felix Hahn

Mehr kann man zu Star Wars eigentlich nicht sagen. Wenn man an solch einer Filmserie etwas zu kritisieren sucht, dann findet man es höchstens in ein paar witzigen Filmfehlern. Dazu habe ich euch mal ein Video herausgesucht, einfach als kleiner Spaß.

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=owH54AiCheg]

Wie gesagt, Star Wars gehört zu den absoluten Tops in der Filmeweilt und gehört deshalb auch in die Überlegungen für jeden Filmeabend. Auch deshalb kommt der Krieg der Sterne mit in diese Kategorie, auch wenn das Megaerfolg von George Lucas nicht unbedingt zu den Geheimtipps gehört.

[tl-film ab 1978#George Lucas#u.a. Harrison Ford, Natalie Portman, Ewan McGregor, Christopher Lee, Samuel L. Jackson, #5#Fantasy, Science Fiction]

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Filmkritik: Don Jon – Unausgegorene Offenheit

Joseph-Gordon Levitt, einer der beliebtesten Schauspieler unserer Zeit (man möge mal bei Imgur und 9Gag stöbern), hat nicht nur das Drehbuch zu „Don Jon“ verfasst und die Hauptfigur Johnny gespielt, sondern stand auch erstmals hinter der Kamera. Dass das gut gehen kann zeigte jüngst Ben Affleck (Oscar für Argo). Mit Julianne Moore und Scarlett Johansson steht ihm zudem noch eine geballte Ladung namenhafte Frauenpower  zur Seite. Doch reicht es, um ein gutes Debüt zu feiern?

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=JZ90BpxweQU]

Triff Johnny. Ein junger, in New Jersey lebender Italo-Amerikaner, dessen Leben sich auf wenige Dinge beschränkt. Freunde, putzen (Ja, putzen. Warum? Keine Ahnung.), Fitness, Frauen, Kirche. Und Pornos. Diese haben es ihm besonders angetan. Es geht soweit, dass man ihn durchaus als pornosüchtig bezeichnen könnte. Nun bringt das einige Probleme mit sich. Erstens, mag es seine neue heiße Freundin (Scarlett Johansson) nicht. Zweitens, Johnny glaube das richtiger Sex einem Porno gleichkommen sollte. Tut es in seinem Fall aber nicht, weshalb er –sagen wir es mal- digitalen Sex dem realen vorzieht (Ich befürchte, davon gibt es einige). Schließlich verlässt ihn Barbara (er schaut zu viele Pornos) und ihm leuchtet ein, dass er möglicherweise sein Weltbild (ein mittlerweile verbreitetes), nicht nur bezüglich Pornos, überdenken muss, wobei er ungeahnte Unterstützung von der etwas älteren Esther (Juianne Moore), einer schleierhaften Kommilitonin in der Abendschule, bekommt.

Positives zuerst

Der größte Pluspunkt ist die Kameraarbeit, die den repetitiven Lebensstil Johnnys durchaus gekonnt aufzeigt. Auch der Schnitt ist gut, die Hip-Hop-Montagen, beim Schauen der Pornos, (Erinnerungen an „Reqiuem for a Dream“ werden wach) sind ein Stilmittel, dass hier geschickt und passend eingesetzt wurde. Ansonsten setzt der Filme keine Maßstäbe. Will er auch nicht. Und muss er auch nicht. Hier handelt es sich schließlich um leichte Unterhaltung.

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[tl-bildquelle http://www.donjon-derfilm.de/index.php donjon-derfilm.de]

Aber kann der Film auch unterhalten?

Die ersten 20 Minuten sind sehr kurzweilig und der durchaus ironische Erzzählstil (ach ja, Generation Jersey Shore) sitzt. Danach aber verheddert sich der Film und kann das Anfangsniveau bei weitem nicht halten. Schade. Es wird zäh und manche Szene erscheint deplatziert (gar absurd) oder es mangelt ihr an Witz und Bissigkeit. Das ist vor allem den teils steifen Dialogen zuzuschreiben.

Generell mag der Film sich nicht so recht entscheiden, was er möchte. Satire oder Drama oder doch Charakterstudie? Oder alles auf einmal?  Das ganze könnte ja auch durchaus funktionieren, bei „Don Jon“ tut es das aber nur bedingt. Dass bissige Satire funktioniert, bewies Ben Stiller mit „Tropic Thunder“ vor einigen Jahren. Dennoch ist es bei weitem kein schlechter Film. Die Schauspielerleistungen sind grundsolide und auch die Kernaussage des Films ist ehrlich, sympathisch und vor allem aktuell. Die aufgegriffene Thematik ist mutig. Einzig die Frage stellt sich, warum erst jetzt  (2013) dieses Thema so offen und schonungslos angeschnitten wird.

Esthers Aussage, dass es beim Sex darum geht, dass zwei Menschen sich ineinander verlieren, beschreibt den Film treffend. Denn der Film verliert sich. Doch leider nicht in den Zuschauer oder umgekehrt. Nein, er verliert sich in sich selbst. Überspitzt gesagt: Er betreibt seine eigene Art von Selbstbefriedigung, bei der man irgendwann etwas gelangweilt (trotz kurzer Spielfilmlänge) zuschaut, weil das Ende so hervorsehbar ist wie in einem Porno. 

Schade. Schade. Schade. Denn eigentlich hat der Film einiges zu sagen, aber irgendwie wirkt das alles unausgegoren.

[tl-film 14.11.2013#Joseph-Gordon Levitt#Joseph-Gorden Levitt, Scarlett Johannson, Julianne Moore#3#Komödie, Romanze, Drama]

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Filmtipp am Freitag: There Will Be Blood

There Will Be Blood ist kein Film, der sich mit großem Unterhaltungswert und viel Gerede die Aufmerksamkeit der Zuschauer erarbeitet. Er ist viel mehr ein extrem gutes Werk über den Traum vom großen Geld, Macht, Glaube und Hass. Der Zuschauer wird dadurch in den Bann des Films gezogen, dass er miterlebt wie die Sucht nach immer mehr Geld den Verlust der Menschlichkeit bedeuten kann.

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Felix sagt:

Paul Thomas Anderson’s optisch beeindruckender Film über die Anfänge des Kapitalismus. Dabei spricht der Film Themen an, die bis heute nichts an ihrer Aktualität verloren haben. Greenwoods Score elektrisiert dabei genauso wie Daniel Day Lewis, welcher zu Recht für sein Schauspiel mit dem Oscar als Bester Hauptdarsteller prämiert wurde.

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[tl-film 14.02.2008#Paul Thomas Anderson#Daniel Day-Lewis, Paul Dano, Dillon Freasier#5,0#Drama]

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