10. Juni 2013

“Wir brauchen Tausende mehr wie ihn.”–das Netz auf den NSA-Whistleblower Edward Snowden

Während das Hochwasser Mitteldeutschland tief im Griff hat, die Medienlandschaft gegen Telekom und für Netzneutralität kämpft und die Apple-Jünger die Entwicklerkonferenz von Apfelkonzern verfolgen, ist in den letzten Tagen etwas passiert, was aus meiner Sicht nicht nur richtig ist, sondern unglaublich viel Respekt verdient.

prism

Meine Rede ist von dem NSA-Skandal rund um PRISM, einem als streng geheim eingestuftes Programm, welches von der US-amerikanischen National Security Agency, kurz NSA, geführt wurde. Die NSA ist die größte nationale Sicherheitsbehörde der USA und überwacht, entschlüsselt und wertet jegliche Kommunikation und Übertragung von Daten aus. Allerdings nur dort, wo sie auch wirklich Zugriff bekommt. Vor wenigen Tagen kam nun ans Licht, dass PRISM, welches seit 2007 besteht, auch Daten direkt von Microsoft/Skype, Google, Facebook, Yahoo!, Apple und AOL anzapft und auswertet. Die großen Konzerne hatten zwar schnell eine Verteidigung zur Hand und dementierten jegliche Zusammenarbeit bzw. “offene” Kommunikation mit PRISM, aber ein kleiner Beigeschmack bleibt schon noch.

Hintergrund hinter PRISM ist schlussendlich eigentlich nur die Terrorabwehr. Zeigt ein Nutzer der großen Internet-Dienste zum Beispiel Aktivitäten zu Terrornetzwerken oder sonstig schlimmen Kreisen, so soll, laut vorliegenden Berichten, ein NSA-Analyst sofortigen und vor allem vollständigen Zugriff auf die Konten bekommen. Heilige Maria, wenn das unsere Hamburger Datenschutz-Beauftragten wüssten!!!

Aber wie sind die Daten eigentlich in die Öffentlichkeit gelangt?

Nicht etwa durch Wiki-Leaks, sondern durch das “beherzte” Eingreifen eines einzigen Menschen. Diese Person nennt sich Edward Snowden und wurde nicht etwa enttarnt, sondern hat sich selber gestellt und sich der Öffentlichkeit Preis gegeben.

edward snowden

Wer ist dieser Edward Snowden und warum tut er das?

Edward Snowden´s beruflicher Werdegang liest sich für mich wie ein Traum. CIA und NSA sind da nur der Gipfel des ganzen. Umso mehr hat dieser Mensch allerdings auch gesehen und weiß wovon er spricht.

"Ich bin nur ein ganz normaler Typ ohne besondere Fähigkeiten, der jeden Tag in seinem Büro sitzt und sieht, was passiert."

– Zitat aus dem Spiegel

Aber er will nicht, dass die Menschen hintergangen werden und hat sich somit öffentlich hingestellt und ein paar Infos preisgegeben, welche eigentlich nicht für die Masse gedacht war. Aber es ist gut, dass wir es erfahren haben. Snowden weiß sicherlich viel mehr, aber er tut niemandem weh und macht auch kein Leid auf, sondern er klärt lediglich über den offenen bzw. gar nicht vorhandenen Datenschutz zwischen den großen Internetkonzernen und dem Überwachungsprogramm PRISM auf.

Derzeit sitzt Snowden in Hongkong in einem Hotel und hat sich losgesagt von seiner Freundin, seinen Freunden, seiner beruflichen Karriere und vielleicht sogar seinem Leben.

Und dafür erntet er nicht nur von mir viel Stolz und Respekt, sondern auch im Netz machen sich andere für ihn stark.

John Perry Barlow, Gründer der EFF, schreib zum Beispiel auf Twitter, dass Snowden “ein furchtloser amerikanischer Patriot” wäre oder Cory Doctorow sagte einfach nur “Danke, Edward Snowden” oder Ethan Zuckerman, Blogger und Direktor des Center for Civic Media am MIT zu Boston twittert: “Ich bin beeindruckt von Snowdens Sorgfalt, nur bestimmte Dokumente weiterzugeben, um Systeme bloßzustellen ohne einzelne Menschen zu gefährden.”.

 

prism auf twitter

 

Nichtsdestotrotz werden sich vermutlich gerade die chinesischen Behörden und auch das CIA ein Rennen liefern, wer Snowden als erstes findet. Der Schritt, an die Öffentlichkeit mit (s)einem Gesicht zu gehen, ist nicht nur mutig sondern vermutlich auch ein kluger Schachzug, um nicht heimlich, still und leise von jemandem um die Ecke gebracht zu werden. Denn der Shitstorm wäre gewaltig, wenn Snowden jetzt etwas zustoßen würde! Zudem will Snowden endlich aufklären, was die Mächtigen für Kontrolle haben und hofft in Hongkong wenigstens eine Weile auf dem Trockenen zu sitzen. Denn mir wäre neu, wenn die Verhältnisse China zu USA rosig aussehen würden.

Getwittert wird übrigens weiterhin fleißig, denn der Fall kommt ja soeben erst ins Rollen. So könnt ihr unter dem Hashtag #IStandWithEdwardSnowden eigene Posts veröffentlichen oder einfach nur eine Runde folgen. Weitere Personen, die sich bereits geäußert haben und ihren Respekt gezollt haben, sind unter Anderem Anonymous, Peter Sunde (Flattr), Emma Gilbey Keller und Nicholas Kristof.

Fazit!

Wer jetzt sein Google- oder Microsoft-Konto löschen will, der darf das gerne machen. Es sei ihm aber gesagt, dass das alles eigentlich gar nicht neu ist. Ich kläre zum Beispiel seit meiner ersten Interneterfahrung immer darüber auf, dass amerikanische Konzerne nun mal nicht deutschem Recht unterliegen, sondern dem amerikanischen. Und diese gehen etwas freier um mit ihren Daten. Freilich ist das nicht dafür gedacht, dass eine staatliche Organisation sich Zugriff verschafft und dich auf die Fahndungsliste vom FBI für Terrorverdächtigte setzt, nur weil du das Wort Bombe, Waffe und Opfer in einem Atemzug geschrieben hast. Aber man sollte generell aufgeklärt genug sein, dass das Internet eine unkontrollierte Spielwiese ist, wo nicht nur Blümchen wachsen, sondern auch Kakteen.

Wie gehen wir aber damit in Zukunft um?

Wenn ihr ganz sicher gehen wollt, dann müsst ihr in Zukunft auf deutsche bzw. europäische Dienste setzen, denn diese haben mehr Datenschutz und strengere Regeln, als es bei den US-Amerikanern der Fall ist. Nichtsdestotrotz werde ich nun weder Google noch Microsoft noch sonst wem den Rücken kehren, denn mir gefallen die Dienste und ich bin nun mal selber dafür verantwortlich was ich wie und wo ins Netz stelle und wenn ich das von mir aus schon nicht beherrsche, dann mache ich es Behörden auch nicht wirklich schwer mich auszuspionieren und mein Leben zu kennen!

Kurzes Schlussfazit also…

Das Internet ist kein anonymer Raum! Bewege dich darin, wie auf der Straße und zeige nur Menschen etwas, wenn du es ihn auch auf der Straße zeigen würdest. Und wenn es gute europäische oder deutsche Alternativen gibt, dann wechsle zu diesen und unterstützte diese. Zudem kannst du immer aktiv werden mit nur einem Mausklick, wie bei der Petition für den Erhalt der Netzneutralität.

Denn ohne dich funktioniert das Internet nicht! Du bist ein Nutzer und gleichzeitig ein wichtiger Behüter unserer digitalen Freiheit!

 

(Inspiriert durch Basic Thinking)

Google Mail: der neue Posteingang fürs Web und ein Update für die Android-App

Seit kürzlich steht nicht nur der neue Google Mail-Posteingang im Web zur Verfügung, sondern auch die Android-App hat ein Facelift der hübschen Art bekommen.

Google Mail: der neue Posteingang fürs Web und ein Update für die Android-App

Vorweg ein paar Worte…

Ich bin Hardcore-Gmail-Nutzer. Seit ich Google vor etwa drei Jahren für mich entdeckt habe, bin ich in Sachen E-Mail-Verwaltung und –Organisation Google nicht mehr von der Seite gewichen. Viel zu sehr habe ich mich in die vielfältigen Möglichkeiten der Filterung meiner E-Mails und des Archivierens verliebt. So habe ich aktuell 12 Labels und unzählige Filter zu laufen, die mir unglaublich viel Arbeit und vor allem Zeit abnehmen. E-Mail kommt rein, gelabelt wurde schon, als wichtig markieren oder archivieren –> fertig! (Zeit: 1 Minute)

Der neue Posteingang im Web!

Ich bin leider Gottes (aber vielleicht auch gut so) kein Maßstab für die Masse und so sehe ich immer wieder Freunde und Bekannte, die Google auf minimale Weise nutzen. Nämlich mit einem überfüllten Posteingang. Nix gelabelt und nix sortiert und trotzdem glücklich.

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Genau hier setzt nun Google an und nötigt geradezu die Nutzer eine kleine Sortierung vorzunehmen. Wenn man über das kleine Zahnrad am oberen rechten Rand in das Popup-Menü kommt, so kann man “Posteingang konfigurieren” anklicken und bekommt nun das Menü angezeigt, wo die zu aktivierenden Tabs ausgewählt werden können.

Hierunter befinden sich der allgemeine Tab, die Sozialen Netzwerke, wo Fatzebook, Google+ und Co. drunter landen, ein Werbe-, Benachrichtigungen- und Foren-Tab, die jedes für sich aktiviert werden kann. Sprich, man kann maximal 5 Tabs im Posteingang nutzen.

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Was jetzt passiert? Die eingehenden E-Mails werden nach ihren Absender-Adressen gefiltert und euch im jeweiligen Tab angezeigt. Seit ihr der Ansicht, dass eine E-Mail nicht unter Allgemeines, sondern unter Benachrichtungen fallen soll, so könnt ihr sie einfach per Drag & Drop in den Tab schieben und sie wird in Zukunft dort landen. Allerdings ist dies kein Label! Solltet ihr die E-Mails mit Label archivieren wollen, so muss wieder auf die altbekannte Filterung zurückgegriffen werden. Die Tabs sind eine reine smarte Sortierung des Posteingangs. Nicht mehr und nicht weniger!

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Google Mail für Android in Version 4.5

Neben den oben erläuterten neuen Funktionen in der Weboberfläche, hat auch die Android-App eine neue Optik und ein paar neue Funktionen bekommen. Natürlich, wie sollte es anders sein, bringt auch die App in ihrer neuen Version 4.5 den sortierten Eingang mit. Zudem werden nun die Absender mit ihrem Google+-Profilbild angezeigt. Wer keins hat, der bekommt einen bunten Buchstaben.

Gmail
Gmail
Entwickler: Google LLC
Preis: Kostenlos

Die App ist nach den Richtlinien des Holo-Designs programmiert worden und hat somit eine Navigationsleiste, die per Wischgeste von links ins Bild geflogen kommt. Dort ist es endlich mal möglich, schnell zwischen den mehreren Accounts hin und her zu wechseln und auch jedes angelegte Label direkt zu erreichen. Desweiteren lassen sich die E-Mails via Pull-To-Refresh-Funktion erneut vom Server abrufen.

Fazit

Rundum tolles Update. Sowohl die Web-Oberfläche als auch die Android-App machen jetzt noch mehr Spaß E-Mails zu empfangen. Allerdings nutze ich am Desktop-PC eher Mailbird als E-Mail-Client, daher hat die Android-App mehr Mehrwert für mich.

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Google Glass: Technik und Bedienung (Video)

Google Glass ist nach meiner Ansicht nach das nächste Ding nach PC, Laptop, Smartphone und Tablet. Aber wie funktioniert der ganze Stuff eigentlich und wie bedient man ihn.

Google Glass: Technik und Bedienung (Video)

Das c’t Magazin hat dazu mal ein Video gemacht, welches einfach nur mal die Technik und die Bedienung zeigt…

Google Glass: Technik und Bedienung

Antivirus auch für das mobile Endgerät

Zwischen Notebooks, Tablets, Desktop-Computern und Smartphones herrscht mittlerweile ein reger Datentransfer. Über Bluetooth, USB-Verbindungen und das Internet können sich aber auch Schädlinge einschleichen. Auch auf dem mobilen Endgerät sollte daher ein Virenschutz vorhanden sein!

Das Smartphone vor Angriffen schützen

Dass wir unsere Desktop-PCs und Notebooks mit einer entsprechenden Software schützen, ist ganz und gar selbstverständlich! Das Antivirus Programm von Norton kann in diesem Zusammenhang exemplarisch genannt werden! Was aber die mobilen Endgeräte angeht, scheinen die Meinungen auseinander zu gehen. In den Weiten des World Wide Webs liest man immer wieder, dass vor allem die Android-Smartphones keinen Virenschutz benötigen. Das ist ein Trugschluss! Sicherheits-Apps machen durchaus Sinn, weil sich nicht nur schädliche Malware und infizierte, manchmal sogar von vornherein schädliche Applikationen auf das eigene Smartphone schleichen. Die Masche funktioniert zum Beispiel so, dass die besagten Apps in Drittstores als Lockangebot zu besonders günstigen Preisen oder vielleicht sogar umsonst zum Download angeboten werden. Im Gegensatz zu den etablierten App-Stores werden die Programme hier nämlich nicht auf Viren hin überprüft. Und bevor man überhaupt weiß, was los ist, macht sich die Schadsoftware ans Werk und stiehlt beispielsweise persönliche Daten. Und das ist nur ein Trick von vielen!

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Die dreisten Maschen der Malware-Abzocker

Dem Ideenreichtum der kriminellen Datenräuber scheint keine Grenze gesetzt. Jüngst sorgte ein bundesweiter Fall für Aufsehen, bei dem QR-Codes auf Werbeplakaten überklebt wurden. Wenn man den vermeintlichen Werbecode mit dem Smartphone oder dem Tablet scannte, kam man auf eine schädliche Internetseite. Eine Sicherheits-App, die unseriöse und vor allem nicht genehmigte Vorgänge, bekannte Schadprogramme und Apps mit einem zu hohen Sicherheitsrisiko ausmacht, hat also durchaus ihre Daseinsberechtigung. Im Übrigen ist Vorsicht natürlich noch immer der beste Schutz gegen Viren. Beim Datentransfer, Downloads und auch bei unbekannten Internetseiten sollten man stets skeptisch sein!

Bild: © Stockbyte/Thinkstock

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