Tech-Lounge Logo

App Locker für Android

4. Februar 2013 Mobile

Leser Franz hat uns heute gefragt, welche App Locker-App wir eigentlich für Android empfehlen können. Ich muss ehrlich sein und sagen, dass meine Geräte allesamt mir gehören und ich der einzige Benutzer bin, weswegen ich App Locker-Apps wenig bis noch nie brauchte.

 

Was sind App Locker?

Gesetzt den Fall, du teilst dir dein Smartphone mit irgendwem. Oder möchtest es zu Testzwecken weitergeben. Dann kann es hilfreich sein, einige Apps für den anderen zu sperren, um zum Beispiel zu verhindern, dass dieser in deinen SMS oder den Facebook-Nachrichten herumschnüffelt. Nicht jeder findet es so charmant, vorher alles löschen zu müssen, nur um dem anderen keine Einsicht in seine Privatsphäre zu gewähren. App Locker sind also spezielle Apps, die sich vor dem Start einer App davorschalten und prüfen, ob diese eventuell gesperrt ist. Sollte dies der Fall sein, so ist meistens ein Code, eine Sicherheitsabfrage oder ein Muster einzugeben, um sicher zu stellen, dass man auch berechtigt ist, diese zu starten. Wenn nicht, dann nicht!

Welche guten und seriösen App Locker gibt es für Android?

Nach der Frage von Franz habe ich mich auf gemacht und ein wenig für euch und natürlich für ihn im Google Play Store gestöbert, so wie er es auch getan hat. Drei Apps sind mir dabei ins Auge gefallen: App Lock, Smart App Protector und Perfect App Protector.

App Lock

Bei App Lock muss nach dem ersten Start ein Freischaltcode angelegt und eine Sicherheitsabfrage definiert werden. Unschön hierbei: ich muss mir eine Sicherheitsabfrage selber ausdenken und kann nicht auf vorher definierte zurückgreifen, wie zum Beispiel Geburtsname von Mutti und Co.. Minuspunkt! Weiterer Minuspunkt ist die grottige Übersetzung. So heißt hier der Button zum Speichern “Sparen”! Hä? Aber gut. Übersetzungen sind das eine, Funktionen das andere.

Positiver Punkt: die Optik. Angefangen mit gut aussehenden Schaltflächen, wird die Liste mit den vier wichtigsten Funktionen des Smartphones, welche vielleicht verweigert werden sollten, angefangen. Die System-Einstellungen, der Zugriff auf den Play Store, das In- und Deinstallieren von Anwendungen und der Möglichkeit Anrufe zu tätigen. Darunter habt ihr dann eine Liste aller häufig verwendeter Apps. Da die App gar keine Ahnung haben kann, wie oft ich welche App nutze, sind unter diesem Punkt eben halt auch alle Apps zu finden. Sinnlos, aber erstmal verschmerzbar. Die Einstellungen sind auch ok. Nicht zu viele, aber das wichtigste dabei. So kann zum Beispiel neben einem Code auch ein Muster zur Sperrung definiert werden.

In meinem kurzen Test funktionierte das auch alles super. Die App schaltete sich davor und lies mich erst an die gesperrte App, als ich den Code/Muster richtig eingab. Einfach und schnell und mit über 20 Millionen Downloads im Play Store sicherlich keine falsche Entscheidung. Einzig die Übersetzung könnte man nachbessern (lieber 3 einwandfreie, als mit 15 fehlerhaften Übersetzungen prahlen). Einfach, praktisch und vorallem rundum kostenlos! Für das schnelle Sperren von Apps eine Empfehlung!

Perfect App Protector

Erster Start und der erste positive Punkt: Man schlägt uns einen Weg vor, wie wir verhindern können, dass man Perfect App Protector durch erzwungenes Beenden oder Deinstallieren der App einfach umgehen kann. Dazu ist die Installation der App ProzessManager erforderlich.

Neben der ebenfalls kruden Übersetzung hat diese App aber so einige Vorzüge, die auch mich gerade hier begeistern. So ist es möglich eine App nicht nur via Code oder Muster zu sperren, sondern auch noch Fake-Aktionen vorzuschieben. Hier stehen zum Beispiel ein Fake-Fingerabdruck-Scanner zur Verfügung. Geht nun ein Unbefugter auf die App, so wird ihm ein Scanner angezeigt, wo er seinen Finger drauf halten kann und nie Zugriff gewährt bekommt. Der Trick ist nämlich, dass die Passworteingabe erst dann erscheint, wenn man oben auf den Hinweis, den Finger unten hinauf zu legen, lange drauf drückt. Zweite coole Aktion: startet ein Unberechtigter die App bekommt er eine Meldung, dass die App soeben abgestürzt ist. Ärgerlich und wird sicherlich dazu führen, dass er es nach dem dritten Mal dann sein lässt. Auch hier schaltet sich die Funktion vor die eigentliche Passworteingabe, die sich nur über langes Drücken der Beenden-Schalfläche öffnen lässt – und wer macht das schon Zwinkerndes Smiley. Aus Sicherheits- und Aufklärungsgründen packe ich hier jetzt mal keine Screenshots dazu. Selber ausprobieren heißt die Devise. Zudem gibts eine Rotationssperre, bestimmten Apps also verbieten, dass diese in den Landscape-Modus wechseln dürfen und für jede App kann die Helligkeit angepasst werden, um zum Beispiel die Eingabe von Daten für andere schwer einsehbar zu gestalten.

Ansonsten ebenfalls viele Einstellungsmöglichkeiten, die zu gefallen wissen. Weiterer Pluspunkt: bei der Deinstallation wird ebenfalls der Code/Muster abgefragt. Sprich, einfach mal Umgehen durch Deinstallation ist für den Laien nicht drin.

Neben der kostenlosen gibt es noch eine kostenpflichtige Version für 1,06€. Allerdings sind in der freien schon alle Funktionen ohne Einschränkungen verfügbar, womit dies nur ein Obolus für die  Arbeit der Entwickler wäre!

Smart App Protector

Dritter und letzter im Bunde. Das erste was mir in der recht umfangreichen ersten Beschreibung auffällt – das Deutsch ist exzellent (soweit Deutsch vorhanden). Wie beim Perfect App Protector wird auch hier beim Start der Hinweis angezeigt, Apps, wie den Installationshelfer zu installieren, um nicht vom Taskmanager oder Task Killer erzwungen beendet werden zu können. Desweiteren sind neben dem üblichen Code und einem Muster auch eine Geste als Entsperrmethode einstellbar.

Viele Einstellungsmöglichkeiten rund um Benachrichtigungssymbol, die Möglichkeit das Apps rotatieren können, Helligkeit, Sicherheit und Co.. Weiteres Feature – man kann auch Apps zeitgesteuert sperren. Ebenfalls lassen sich Anwendungen auch via Fernkontrolle mithilfe von SMS sperren und entsperren. Sehr umfangreiche App und definitiv ein Blick wert!

Auch hier gibt es neben der kostenlosen, noch eine Premium-Version, welche mit schlappen 1,€ daherkommt und alle Funktionen freischaltet plus Werbung ausblendet!

Die App wurde nicht im Store gefunden. :-( #wpappbox

Fazit

Drei Apps die nicht unterschiedlicher sein können. Sicherlich, sie bieten alle drei das gleiche Ziel: das Sperren von Apps vor Unbefugten. Während App Lock ganz simpel daher kommt, bieten die anderen beiden noch mehr Möglichkeiten. Der Perfect App Protector trumpft ganz schick mit seinen Fake-Methoden, Fingerabdruck-Scan und Absturzmeldung, aber das ist Spielerei, welches vielleicht nicht immer gut ist, wenn es um solch ein “heikles” Thema wie Datenschutz geht. Desweiteren bin ich selber kein Fan davon, Worte wie perfect oder best im Appnamen zu sehen, da gute Apps so etwas nicht nötig haben sollten. Mein Favourit wäre also an dieser Stelle letztere App namens Smart App Protector. Sehr viele Einstellungsmöglichkeitetn und in meinem 5-Minuten-Test hat sie alles geleistet, was sie leisten musste und worauf es ankam.

(Danke an Franz für die Frage!)

Über Kilian

Googlefan, Androidsuchti und Windowsliebhaber, arbeitet als Webentwickler in Berlin, treibt gerne und viel Sport und hat immer ein waches Auge für neue Software und Hardware. Mich findet ihr zudem auch bei Facebook, Google+, Xing und Youtube. Kilian hat bereits 1146 Artikel geschrieben. Alle Beiträge von Kilian anzeigen →